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Der Israelit · 1876-01-12 · Heft 2 (12.1.1876) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 2 (12.1.1876)
Date
1876-01-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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30 nn m und "w moro stattfand, wurde nun auf Wunsch des OberrabbinerS entfernt. Um die Ausführung diesegroßen, heiligen Werkes hat fich nebst dem Executiv-ComitL besonders der ehemalige Präsident der Gemeinde, Herr Abraham Hoffnung, Kaufmann hier, große und unvergängliche Verdienste erworben, und kann er als die Seele des ganzen Unternehmens betrachtet werden. In Anerkennung dieser Verdienste beschloß die Gemeinde, ihm ein sichtbares Zeichen ihrer Dankbarkeit zu geben, und sehr schnell waren nahe an 40o Pf. St. auf der Subscriptionsliste gezeichnet, um ihm ein glänzendes Geschenk (Testimonial) zur bleibenden Erinnerung zu machen. Allein Herr Hoffnung äußerte den Wunsch, die genannte Summe möge, um einem hier tiefgefühlten Bedürfnisse Rechnung zu tragen, zur Errichtung einer jüdischen Kleinkinderbewahranstalt (Jnsant school) verwendet werden. Dieselbe wurde sofort iu's Leben gerufen und erhielt den Namen „Hoffnungs-Jnfant-School", auf deren Wand sein Name und Verdienst in einer Marmorplatte eingravirt erscheint. Eine geschickte Lehrerin wurde angenommen und die Anstalt, in Verbindung mit der Schule, wirkt jetzt, besonders für die armen Kinder, segensreich. Wahrlich, ein solcher Mann verdient zum nachahmungswerthen Beispiele öffentlich genannt zu werden, da seinesgleichen rnchk wird, und rufen wir ihm zu: mpn £■’, Hoffnung hat eine gute, selige Zukunft zu erwarten, sein Name wird in aller Zukunft hier genannt werden. Dr. W. St. Liverpool, 27. Dec. 75. Am 19. d. M. wurde Herr Siegmund Schönst«dt, Kaufmann hier, ein Deutscher von Geburt, von den Mitgliedern der hiesigen Neuen Jsraelitengemeinde, orthodoxen Ritus, deren erster und resp. zweiter Vorsteher er durch sechs aufeinanderfolgende Jahre gewesen, in seiner Wohnung mit einem prachtvosten Geschenke überrascht. Dasselbe bestand aus einer in einem herrlichen Goldrahmen eingefaßten und vorzüglich kalligraphisch ausgearbeitetenDankadresse, worin die Gemeinde ihm für seine während der sechs Jahre ihr geleisteten vorzüglich ersprießlichen Dienste und rastlosen Bemühungen für ihre materielle nnd moralische Hebung ihren tiefgefühlten Dank und zugleich den Wunsch ausspricht, er möge, wenn auch nicht mehr im Amte, ihr fernerhin seine Kräfte leihen. Herr Schönstädt erfreut sich der allgemeinen Achtung und des Vertrauens der Bewohner der hiesigen Stadt und nimmt in merkantiler Beziehung eine hervorragende Stelle ein. Dr. W. St. Afrika. Tunis. Der spanische Consul, Herr v. Bnrgos, verweigert den bisher unter spanischem Protektorat stehenden Israeliten ferneren Schutz und machte sogar den Localbehörden die officielle Mittheilung hiervon, daß eben diese Israeliten nunmehr tunesische Unterthanen seien' Von der spanischen Regierung kann uns eine solche Nachricht nicht Wunder nehmen, daß aber der französische Consul, Herr Noustan, wie die „Arch. Jsr." nach der „Gazette du Midi" mittheilen, einen ähnlichen Schritt gethan haben sollte, erscheint uns ganz und gar unglaublich. Feuilleton. Haus Ebers. Erzählung von S. Ko h n, Verfasser des „Gabriel" (Fortsetzung.) Zöllner hielt einen Augenblick inne. Das kleine Mädchen, das im Lehnstuhl unter der Decke schlief, war erwacht und rief ihn ... . aber das Kind schwieg sogleich .... es mochte wieder eingeschlafen sein, die Andern hakten es rn 'drr K-rH» regung nicht bemerkt, uud Zöllner fuhr fort: „Ich mußte also nach Amerika gehen, und bei meiner Energie beschloß ich, dies sogleich auszuführen. Die Schiwwe*), um den seligen Herrn, welche die Söhne des Hauses vom Comptoire ferne hielt, machte es mir möglich, unbemerkt, Vorbereitungen zur weiten Reise zu treffen. — Was ich je in meinem Leben unternommen, hatte ich stets mit der rafstnirtesten Schlauheit durchgeführt, und die Resulate meines verlorenen, verpfuschten Lebens, beweisen, daß mir die großartigsten Schurkenstreiche stets gelangen, daß ich zur Ausführung meiner finstern That, stets die geeignetsten Mittel gewählt hatte. — Um unbehelligt nach Amerika zu gelangen, dort ruhig leben und mich meines Vermögens ungestört erfreuen zu können, mußte ich für Europa todt sein. — Daplötzliche Austreten aus dem Hause Jonas Ebers, die unerwartete Abreise nach Amerika hätten denn doch Verdacht erwecken können, um so mehr als das Räthsel, wohin die große Summe, die Cohen erhalten haben sollte, und von der fich keine Spur *) Die sieben Trauertage.

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