Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1876)
- Date
- 1876-01-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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nen ein schwarzes Tuch gebreitet und zu dessen Haupte eine Kerze angezündet, welche mit düsterem Schimmer das Todtengemach beleuchtete. Der „Heilige Verein" (Chewra Kadischa) wurde von dem Hinscheiden eines seiner eifrigsten Mitglieder verständigt, auf daß Männer herbeikommen, die rituellen Waschungen vorzunehmen und die Vorbereitungen zum Leichenbegängnisse zu treffen. Düstere Stille herrschte im Trauergemache, nur von dem leisen Schluchzen der Familienmitglieder unterbrochen, welche pietätsvoll an der Hülle des Entseelten bis zum Eintreffen der Mitglieder des „Heiligen Vereins" Wache hielten. Da Plötzlich schien's; als ob sich daS Bahrtuch höbe. Jst's Wahrheit, ist's Sinnestäuschung? Man senkt den entsetzten Blick forschend auf das schwarze Tuch, und siehe da! Das Niegeahnte geschah, die Hand des „Todten" hebt die Hülle, der Greis richtet sich empor und fragt verwunderten Blickes, was denn die sonderbare Situation zu bedeuten habe, in der er sich befinde. Nach dem ersten Schrecken der unerhörten Ueberraschung folgte lauter Jubel mit Freudenthränen in den Augen stürzte Alles auf den Auferftandenen, den — Scheintodten, der nahezu eine Stunde lang dem irdischen Leben entrückt gewesen zu sein schien. Der alte Mann befindet sich auf dem Wege der Besserung, eine Lokalcorrespondenz weiß gar zu melden, daß er binnen einigen Tagen vollständig wieder hergestellt sein werde Krakau. Zur Abhilfe der immer mehr fühlbar werdenden Wohnungsnoth unter den jüdischen Armen hat der Gemeinderath beschlossen, den Betrag von 40,000 Gulden jenen Personen als Anlehen gegen Amortisation zu geben, die in Krakau Häuser mit kleinen billigen Wohnungen aufzuführen die Absicht haben. Nachdem aber bezüglich der Realisirung dieser humanitären Anlehenszwecke später die Controle gegenüber den betreffenden Hauseigentümern fast unmöglich sein dürfte, beschloß die isr. Cultusgemeinde, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und für Herstellung einiger derartiger Häuser mit billigen Wohnungen für Unbemittelte Sorge zu tragen. Da aber der gedachte Betrag nur teilweise dem dringenden Bedürfnisse zu entsprechen geeignet fein dürfte, beräth nun der Cultusvorstand über die Art der Beschaffung der noch fehlenden erforderlichen Fonds. Vielleicht entschließt sich der Krakauer Magistrat in Berücksichtigung des wohltätigen Actes,' dem Cultusvorstande mit einem größeren Darlehen zu Hilfe zu kommen. Szerdahely (Ungarn). Es ist noch nicht lange, daß der unerbittliche Tod uns einen Talmudisten entriß, denn imv "pnd 'ino pnsn mn 'oi 'iniN np> o, und schon wieder haben wir einen solchen, nur noch härteren Verlust zn registriren, indem 'ino TDm pns dd-iooh y-un -iinoi Dir, y#s"r yo’ö, der Leiter der fast aus siebzig Talmudjüngern bestehende ro’tt” am nnPin nans p"& — seine edle Seele aushauchte. Von den vielen guten Eigenschaften des Dahingeschiedenen wollen wir nur eine besonders hervorheben. Er, der ein lukratives Geschäft betrieb, gab dasselbe nach dem Ableben des selige» Rabbiners pwn y'r “jndk auf, um die Leitung der hiesigen mw in die Hände zu nehmen, welcher er mit Leib und Seele, auch materielle Opfer nicht scheuend, Vorstand. Am Sonntag darauf fand die ,,rmy', welche von der Achtung, der der Verewigte hier sich zu erfreuen hatte, beredtes Zeugniß ablegte. Statt. Die Reihe der cp-ibdt, eröffnete der Sohn des Dahingeschiedenen jNCBBvNn *p?» 'inn tr-nn mn im Trauerhause, worauf zwei Reden' von .hiesigen Talmudisten, einstens Schüler des Verblichenen , folgten. Sodann bewegte sich der Zug nach nimpn d'h'b , woselbst der hiesige Rabbiner S. A. Aszud, Rabbiner Neuzatz aus Alista, Herr M. H. Stern und Herr S. Stern von hier in trefflichen Reden die Vorzüge des Genannten hervorhoben. Nach der rmb wurde von den Talmudisten der löbliche Beschluß, welcher nebenbei bemerkt, der Initiative des hiesigen Rabbiners entsprang, gefaßt, daß ittüBun fip’ mo ttnnn Bin die Leitung der tO'L" übernehmen' soll. 'Wirwünschen der rn'tP' Glück zu dieser Wahl und hoffen, daß Herr H. den Anforderungen, welche an ihm gestellt werden, entsprechen wird. B. P. Sarrvar Es gereicht mir zur besonder» Freude, Ihnen von einer rühmenswerthen That der jüd. Gemeinde zu Sarrvar zu berichten. Die Tochter des verstorbenen Rabbiners B. Bendit war verlobt mit einem Talmudjünger der Preßburger Jeschiwah. Ihr Vater hatte jedoch weiter nichts als dobd hinterlassen und es fehlte der größte Theil des Heirathsgutes. Die zwar nicht zahlreiche, aber sehr ehrsame Gemeinde zu Sarrvar zahlte dem Bräutigam am Hochzeitstage mit opferwilliger Freude und Herzlichkeit 1600 fl. aus. Ehre dieser Gemeinde? (Schew. Ach.) England. London. Herr Heinrich Stettiner hat am Tage seiner neulich stattgehabten Verheiratung