Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1875)
- Date
- 1875-12-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1154 werden! Denn, welcher Mann von Gefühl könnte sein Leben Untersuchungen und Darstellungen einer Geschichte weihen, die alles Geausenvolle und Ekelhafte umfaßt, was menschlicher Aberglaube, Borurtheil, Glaubensmuth und Barbarei der Priester, Fürsten und des Pöbels jemals von Verbrechen übte." Fern sei es von uns, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, um über andere Religionen auch nur anscheinend Tadelndes zu sagen, sondern wir wollen uns an unseren Feinden rächen, indem wir uns zu vervollkommenen suchen. N'VI'V "H2N DIN DpJtV .103 Oürtf idsjq m’rv nbjjo „Man fragte einen Weisenr Womit kann sich ein Mensch an seinem Feinde rächen? Er antwortete: Wenn er sich einen Vorzug mehr aneignet (Gabirol). Wir schließen mit den Worten des weifen Salomo 22. 8: „Wer Unrecht säet, wird Unthat erndten, und seine Strafruthe fertigt er selber." M. Auerbach. Rumänien. Bukarest. Der Kaiser von Oesterreich hat den Rumämern eine recht gute Leetion gegeben. Er hat einen rumänischen Rabbinen, Herrn Moses Waldberg, geadelt und ihm den Titel Ritter v. Waldberg und zugleich den Orden der eisernen Krone 3. Classe ertbeilt. Was wird die fanatische Bevölkerung dieses traurigen Landes beim Anblicke eines israel. Edelmannes sagen, sie, welche die Juden zu den Vagabunden zählt? *) Fragen müssen wir uns: Werden wohl die israel. Financiers noch fernerhin fortfahren. Rumänien zur Negocirung von Anlehen oder zur Erbauung von Eisenbahnen behilflich zu fein? **) Würde wohl Mordechai dem Haman die zehntausend Kikar Silber, welche dieser für die Ermordung des israel. Volkes bezahlen wollte, geliehen haben? (Un. Jsr.) Rußland. Petersburg. Die vielen Beschränkungen, denen die Juden in Rußland leider noch immer unterworfen waren, schrumpfen in erfreulicher Weise immer mehr zusammen. So wird gegenwärtig im Ministerium des Innern das Prvject in Erwägung gezogen, das Gesetz, welches den Juden nur gewisse Gouvernements zum Wohnorte anweist, nicht mehr auf diejeuigen Bekenner *) O, du trauriges Volk! — Der Setzer. **) Ich kann sie nur bemitleiden, wenn sie es thun. — D. S. mosaischer Cvnfession auszudehnen, welche im Besitze eines Zeugnisses von irgend einer Lehranstalt sind. Letztere sollen vielmehr das Recht haben, sich überall im Reiche niederzulassen und Handel und Gewerbe zu betreiben. Man muß anerkennen, daß die gegenwärtige russische Regierung bestrebt ist, natürlich mit Berücksichtigung der Verhältnisse, das Unrecht gut zu machen, welches die früheren Regierungen in so inhumaner Weise den Juden angethan haben. Die russischen Juden hegen die berechtigte Hoffnung, daß die Befreiung von ihrer Sonderstellung mit allen ihren Bedrückungen nur die Frage einer kurzen Zeit sei. (Jsr. Wchschr.) Feuilleton. Haas Ebers. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel" (Fortsetzung.) „O! Gott! o! Gott!" schrie Zöllner plötzlich auf „warum mußte er die unglückselig verhängnißvollen Worte sprechen: Außer uns Beiden kennt kein Mensch die Höhe dieses Betrages! ol wäre ich in dem Momente gestorben .... wäre ich ..... doch Geschehenes läßt sich nicht mehr ändern! — ich blieb allein mit dem ungeheuren Vermögen .... allein! .... kein Mensch sah mich .nur Gott! .... Gottes Auge wachte . ... ich dachte nicht an Ihn.ein Gedanke durchzuckte meine Seele .... Jonas Ebers hatte gesagt, kein dritter Mensch auf Erden kennt die Höhe dieser Summe und .... wenn .... wenn Jonas Ebers jetzt stürbe, dachte ich ... . er ist ja schon alt ... . siebenundsiebzig Jahre alt ... . und er ist matt und müde .... wenn er jetzt plötzlich stürbe .... mein Gott zu siebenundsiebzig Jahren kann man ja schon sterben .... dann . . . . dann wirst Du der einzige Mensch auf der ganzen weiten Welt sein, der die Höhe des Reservesondes kennen würde.Der Gedanke hatte etwas berückendes, berauschendes .... dann könntest Du Dir .... so recht bequem eine Million nehmen .... das war ja der Gedanke, der mich durch Monate lang heimgesucht, gequält hatte .... die Ebersteins hatten genug .... Josefs Erben, Robert, Carl und Jeanette.