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Der Israelit · 1875-12-22 · Heft 51 (22.12.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 51 (22.12.1875)
Date
1875-12-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1134 Referent äußerte bei dieser Gelegenheit, daß die isr. Gemeinde durch ihren wahren Patriotismus, der sich immer bewähre, die Sympathie ihrer Mitbürger verdiene. Wie bei Ihnen in Deutschland die ultramontanen Zeitungen, wie oft in diesem gesch. Blatte mitgetheilt worden, ihr Müthchen an den Juden «haben, so hat auch hier der „Univers" „ rrrn Veuillot sich den Ruhm erworben, hinter seinen deutschen Collegen nicht zurückzustehen. Jedoch sind seine Schmähungen nicht unwiderlegt geblieben. Das unter der trefflichen Leitung des Herrn S. Bloch stehende Journal „L'Univers Israelit" hat in jeder seiner Nummern dem Herrn Veuillot treffend erwidert und ihm den Standpunkt klar gemacht. Neuerdings scheint ein gewisser Ruhepuukt bei Herrn Veuillot eingetreten zu sein. Denn er konnte es über sich gewinnen, zu melden, die Ernennung des Generals v. See (bekanntlich eines Israeliten) zum Gouverneur der Garde zu melden, ohne dabei über Juden und Judenthum zu schimpfen. Sollte man da nicht die hdid sagen: ronan “)na?I — E. Feuilleton. Haus Ebers. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel" (Fortsetzung.) „Ich muß mich beeilen" fuhr Zöllner endlich wieder fort, „ich habe noch Vieles, Vieles mitzutheilen .... was mich bedrückt. Daß . . . . o! daß ich Jeanetten ihr Vermögen zurückgab, hat mich wunderbar gestärkt .... ich hatte nicht geglaubt .... so lange, so zusammenhängend sprechen zu können . . . Zöllner versank in tiefes Brüten. „Ja .... ja . . . ." fuhr er endlich aus seinen Träumereien auf ... . „ich Willis Euch erzählen . . . . das Ungeheuerlichste .... ich selbst Würde es für ein Märchen, für einen wüsten Traum, für ein Gebilde erhitzter Phantasie halten .... wenn ich eS nicht selbst erlebt, selbst ausgeführt hätte. — In einer langen schlaflosen Nacht, wo ich in wilder Gedankenjagd, ruhelos nach einem Mittel sann .... reich, ein Rothschild, ein Crösus zu werden .... war, ich weiß selbst nicht wie plötzlich ein Gedanke in mir aufgezuckt, ein Gedanke . . . . obwohl mir der Angstschweiß aus allen Poren brach,.mußte ich doch zuerst lachen.... ein Gedanke! wahrhaftig lächerlich! sagte ich mir laut .... hirnverbrannt, wahnwitzig! schrie ich mir noch lauter zu ... . aber der Gedanke war einmal da ... . und wißt Ihr? einen Gedanken — der ist nicht materiell, der ist nicht zerstörbar — den werdet Ihr nie mehr los .... wenn Ihr ihn .... oder er Euch gepackt hat .... so recht mit eisernen Krallen .... sich so fest hineingebissen hat in Eure. Seele .... eingesogen bis in die letzte Faser Eures Geistes .... ein Gedanke .... könnt Ihr lachen? .... mich in irgend einer Weise in den Besitz des Reservefonds, den der alte Herr selbst, allein, geheimnißvoll verwaltete, .... zu setzen. mich dessen zu bemächtigen .... Ich wußte nicht wie groß er war .... auch Ihr nicht .... eS wußte es Niemand .... aber ich würde auf einmal reich, sehr reich, ein Millionär werden! o! es war ein Bild der Zukunft, das mein Blut rascher wallen, meine Pulse fliegen, meine Schläfen pochen, .... mich rasend machte .... eS war ein Gedanke ah! ... . furchtbar und doch auch großartig in seiner Furchtbarkeit .... mein böser Dämon war's, der mir ihn zugeflüstert!" Zöllner hatte in höchster Erregtheit gesprochen . . . einen Augenblick glaubten die Anwesenden er spreche im Delirium .... aber Alfred hielt das Packet in der Hand .... das, was er erzählte war wahr .... mußte wahr sein .... und die fieberhafte Aufregung .... die war wahrhaftig begreiflich. „Es gibt keinen Dämon" konnte sich Franke nicht entbrechen zu sagen „es war daS schlechtere Theil Ihres Seins — der Ihnen diesen gräßlichen Gedanken eingab." Zöllner schien dies nicht zu hören, er wischte sich die Hellen Schweißtropfen von der Stirne und fuhr fort. „Ich schlief in jener für mein Leben entscheidenden Nacht erst spät, ermattet ein — und auch im Traum umgaukelten mich Bilder im reichsten Farbenschmucke .... ich sah mich im Besitze jenes Riesen-Capitales .... ich war reich .... besaß Equipagen, Luftschlösser .... die Damenherzen flogen mir entgegen .... Glanz, Pracht, Lust, Rausch . . . . alle irdischen Genüsse, die das Menschenherz entzücken und betrügen .... die Menschenseele locken und verderben.den Menschengeist reizen und .... ah!.ich erwachte erst spät am Morgen, mein Kopf war wüst, er schmerzte mich .... der verbrecherische Gedanke zuckte wieder heimtückisch auf .... ah! lächerlich! rief ich laut, fort dummer, blödsinniger Gedanke .... fort von mir! ... . aber der Gedanke war nicht mehr zu verscheuchen, er verfolgte

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