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Der Israelit · 1875-12-22 · Heft 51 (22.12.1875) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 51 (22.12.1875)
Date
1875-12-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1132 mer in einem Pulte befanden, das von ihm erbrochen wurde. Er ist bereits in der Person des Knechtes Vinzon aus Waldensberg (Colonie) bei Hanau ermittelt und verhaftet worden. Blutfpuren an seinen Kleidungsstücken und in dem Bette desselben führten zur Entdeckung. Vinzon trug die Hosenträger des Ermordeten. ' Er ist ein robuster Mensch ,und von hünenhafter Erscheinung. Es liegt gegründete Vermuthung vor, es habe der Mörder den Abend der That bei Frau Elias und dem Dienstmädchen rauchend in dem Zimmer zugebracht. Diese beiden Opfer sollen, wie man nachträglich constatirt, nicht erstochen, sondern gleich Kaufmann Elias, welcher eine Treppe hoch zu Bette lag, mit einem Küferhammer erschlagen worden sein. Die Auffindung jenes Hammers, welcher genau in die drei Wunden paßte, soll die Entdeckung beschleunigt haben. Berlin, im Dec. Wie sehr es der Regiegierung darum zu thun ist, auf dem Gebiete der Wissenschaft alle confessionellen Unterschiede schwinden zu lassen; dafür hat der Cultusminister neuestens wieder einen Beweis geliefert. Bekanntlich hat Herr Dr. A. Berliner, Docent am hiesigen Rabbiner-Seminar, schon vor 2 Jahren aus Staatsmitteln eine erhebliche Subvention erhalten, um eine wissenschaftliche Reise nach Italien zu unternehmen. Von den höchst werthvollen Resultaten seiner Forschungen während seines halbjährigen Aufenthalts in Italien hat vr. Berliner schon Vieles in dem von ihm redigirten „Magazin für jüd. Geschichte und Literatur" veröffentlicht. Eine besondere Anerkennung und günstige Aufnahme bei den ersten Kennern der aramäischen Sprache fand seine dem zweiten Jahresbericht des Rabbiner - Seminars vorangehende und auch separat erschienene Abhandlung über „die Massorah zum Targum Onkelos". Der Verfasser der Schrift verspricht in der Einleitung in einem 2. Theile die weiteren Resultate seiner' Forschungen niederzulegen, und weiteres Material zur kritischen Bearbeitung und Prüfung dieser aramäischen Schriftübersetzung zu liefern. Um diese höchst werthvolle und verdienstvolle Arbeit aber vollenden zu können, war es nöthig, daß vr. Berliner noch einige Städte in Oberitalien besuchte und die darin geborgenen Sprachschätze in Augenschein nahm. Zur Fortsetzung dieser Untersuchungen und Vollendung der genannten Arbeit hat nun der Cultusminister in einem anerkennungsvollen Schreiben dem Verfasser eine abermalige namhafte Subvention aus der Staatskasse bewilligt. (Jüd. Presse.) Frrlda, 9. Dec. Nach dem hiesien „Kreis- Blatt" hat das k. Provinzial - Schulcvllegium ein Gesuch des hiesigen Synagogen - Vorstandes um Aufnahme des jüdischen Religions - Unterrichts in den Lehrplan der beiden höheren Unterrichts-Anstalten dahier mit Rücksicht auf die geringe Zahl der Schüler an jeder derselben abschlägig beschieden. In hat sich kürzlich dem „H. C." zufolge ein Fall ereignet, der wohl so leicht nicht vorkommt. „ES steht die Wahl eines Mitgliedes des Magistrats bevor, das den Titel Senator führt. Es ist nun der Städteordnung zufolge ein Aufsatz von drei Personen gemacht, unter denen gewählt werden soll. Nun trifft eS sich, daß unter diesen drei Personen ein Jude, ein Katholik und ein Lutheraner sich befinden. In einer so kleinen Stadt ist dies uck so merkwürdiger, da es der einzige Jude und der einzige Katholik ist, die in Ratzebarg leben; was den letzteren betrifft, wenigstens unter den Personen, an die überhaupt bei einer solchen Wahl zu denken ist. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wie«. Das Rischuß - Buch des Professor Billroth in Wien, das unlängst in diesen Blättern besprochen wurde, hat zu tumultuarischen Scenen Anlaß gegeben. Einige Studenten haben sich dadurch zu 'judenfeindlichen Demonstrationen Hinreißen lassen, und es ist sogar wiederholt zu Prügeleien in den Hörsälen gekommen. Herr Billroth kann auf seine Erfolge stolz fein. Wie«. In der Clementinengasse in Fünfhaus bei Wien — erzählt die „Morgenpost" — wohnt die Familie Boskowitz und betreibt Herr Nathan, der Chef des Hauses, ein Trödlergeschaft in der Gumpendorfer Straße. Vor etwa neun Jahren wanderte dessen Sohn nach Amerika aus. Er correspondirte mit den Eltern und jeden Monat kam regelmäßig von New-Aork, wo er in ein Uhrmachergeschäft eingetreten war, ein Brief von demselben hier an. Vor etwa drei Jahren schrieb der „Amerikaner", wie er in der Familie genannt wurde, den letzten Brief, welcher in kurzen Worten die Nachricht enthielt, daß er im Hospital krank darniederliege. Die Familie lebte in steter Sorge um das Schicksal ihres Sohnes, als endlich ein Schreiben seines Freundes Adolf Mayer die peinliche Ungewißheit durch eine freilich sehr traurige Gewißheit zerstreute. „Euer Sohn lebt nicht mehr, in fremder Erde liegt er begraben. Ein kleines Häuflein deutscher Juden begleitete seinen Sarg auf den Friedhof. Weint um ihn, Ihr habt einen braven Sohn verloren." Die Familie legte Trauer an, sieben Tage weinten

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