Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1875)
- Date
- 1875-12-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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lihi „Jeder, welcher vermeint, Salom» habe selbst den Götzen gedient, wie es die Bibel anscheinend erzählt, irrt; das Vergehen Galomo's bestand einzig darin, daß er seinen heidnischen Frauen gestattete, den Götzen zu opfern; da rechnets ihm das Schrtftwort an, wie wenn er es selbst gethan." Die Dichtungen über Alexander den Großen sind sehr schön; doch waltet auch hier beklagenswerther Jrrthum vor; der Dichter läßt die Weisen Israels dem Könige sagen, „die Welt sei ewig". Wie lächerlich! Und'da rühmt sich der Dichter, er habe die talmudischen Quellen benützt. Wenn er den Tractat Tamid, den er citirt, wirklich nachgeschlagen, so hat er ihn nicht verstanden; denn Fragen und Antworten lauten dort wesentlich anders als Frankl sie wiedergibt. Insoweit das Buch mit Juden und Judenthum nichts zu thun hat: Sesostris, Kleopatra, Helena von Trapezunt rc., wollen wir ihm unsere Anerkennung nicht versagen. Die Geschichte der Kaiserin Helena z. B. ist einfach erzählt, und in Folge dessen mächtig ergreifend. Trapezunt ist erobert, der Kaiser besiegt und in der Schlacht gefallen, seine sieben Söhne sind auf Befehl des Siegers getödtet; da naht in der Nacht die Kaiserin und gräbt mit eigenen Händen acht Gräber für den Gatten und die Söhne: der Morgen findet sie todt auf den Gräbern-Manches, in diesem Buche gehört zu den schönsten Dichtungen Frankls, Anderes ist sehr schwach und unbedeutend. Am Besten haben uns die Makamen gefallen, die der Dichter leicht und meisterlich zu behandeln versteht. ZeilungSnachrichten Correfporrdenzen Frankreich. Waffertrüdingen (Mittelfranken). Obgleich rum» P3 rrnuD t>3 das Schaffen und Wirken des Weibes sich der weiten Oeffentlichkeit zu entziehen pflegt und nur in dem Kreise des Hauses und der Familie der Seelenadel einer Frau ganz und voll erkannt werden kann, so war und ist, Gott sei Dank, Israel nicht arm an besonders hervorragenden hehren Frauengestalten, welche auch über die Sphäre der Häuslichkeit hinaus als leuchtende Vorbilder frommen Lebens verehrt werden, deren Hinscheiden deßhalb auch in weiteren Kreisen tief empfunden wird. Eine solche Frau haben wir am 8. d. M. zu Grabe getragen. Frau Zierle Kohn, Gattin des wegen doiö ywv min in ganz Bayern hochgeschätzten Herrn Hänlein Kohn, hat ihre hieniedige Laufbahn vollendet. WaS sie ihrem Gatten, mit dem sie in fast 50jähriger Musterehe vereint gelebt, ihren Kindern, Enkel» undUrenkeln gewesen, wie jedes einzelne Glied ihrer weitverzweigten Familie auf sie mit Stolz und Verehrung hingeblickt, wie sie unter den ihrigen als der von Gott entsandte Genius der Frömmigkeit, der Gottesfurcht , des Friedens waltete, — und wie tief schmerzlich ihr Scheiden dort gefühlt wird, das soll hier nicht ausgeführt werden. Wohl aber mag eS am Platze fein, der Empfindung Ausdruck zu verleihen, welche außerhalb des engeren Familienkreises bei ihrem Ableben sich kundgibt. Die Armen der ganzen Gegend, die dürftigen Durchreisenden, denen sie ein Engel des Wohlthuns gewesen, klagen über ihren Verlust; eine ganze Anzahl von verwandtschaftlich fernstehenden Familien beweinen in ihr die weise Nathgcberin, die liebevolle Trostbringeritt» die freundliche Stifterin des Friedens. Mit Hellem Blicke und seltenem Verständnisse griff sie segensreich in die verschiedensten Verhältnisse ein; vom frühen Morgen bis zum spaten Abend war sie rastlos für Andere thätig. Als sie vor Jahren schwer erkrankte, veranstalteten ihre christl. Mitbürger Bittgebete in der Kirche für ihre Genesung; an ihrem Leichenbegängnisse nahmen alle königlichen Beamten der Stadt, die Geistlichkeit, der gesammte Magistrat Theil und aus jedem Hause ausnahmslos waren Vertreter entsendet, um der allgemeinen Trauer Ausdruck zu geben. In ihrer Jugend als Schönheit in der ganzen Gegend bekannt — man nannte sie „die schöne Zierle" — gewährte sie im Alter das Bild jener herzgewinnenden Persönlichkeiten, welche mit der Ruhe und Erfahrung des Alters die ungebrochene körperliche und geistige Kraft der Jugend vereinigen und durch ernst freundliche Sanftmuth einen so mächtigen Einfluß auf ihre Umgebung ausüben. Das Wort, welches sie stets auf den Lippen hatte, war, „nur u\bw", und den hat sie gepflegt und verbreitet ihr Lebelang, bis sie nun endlich eingegangen ist' nbuh! Gitdensberg. Ueber die Ermordung des Herrn Elias und dessen Ehefrau sowie deren Dienstmädchen gehen uns noch nachfolgende Einzelnheiten zu. Die That ist jedenfalls noch vor Abends 10 Uhr vollbracht worden, da die ganze Nacht über die Hausthür unverschlossen, und die Stubenlampe ungelöscht geblieben. Der Mann wurde erschlagen im Bett, die Frau erstochen im Lehnstuhl vorgefunden. Das Dienstmädchen war mit einer Näharbeit beschäftigt, als der Tod aus Mörderhand sie erreichte. Der Mörder hat als ganze Ausbeute der entsetzlichen That 4 Thlr. mitgenommen, die sich im Zim-