Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1875)
- Date
- 1875-12-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XYI. Jahrgang. Erste Leilage M Ar. 48 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Pericht. Die Erlebnisse und Huldigungen deS Herrn CultuS- MinisterS vr. Falk während seines Aufenthalts am Rhein. Die sogar auch in außerdeutschen Blättern vielbesprochene Reise des Herrn Cultusministers vr. Falk durch die schönen Gauen des RheinlandeS hat sich nach den in den verschiedenen Local- Blättern und Zeitungen darüber erschienenen Fest- Berichten zu einem wahren Triumphzuge gestaltet. Alle die GeisteSblüthen, die sich wahrend der Triumphreise deS hohen Staatsbeamten in Anreden, Toasten, Begrüßunqsgedichten rc. entfaltet, hat der durch seine frühere schriftstellerische Thätigkeit rühmlichst bekannte Chefredacteur der „Düsseld.Ztg.", unser Glaubensgenosse Herr vr. Adolph K o h u t, zu einer überaus geschmackvollen Guirlande aneinander gereiht in der Schrift unter dem Titel: „Die Erlebnisse und Huldigungen des Herrn Cultusministers vr. Falk während seines Aufenthalts am Rhein," Verlag von A. Meves in Düsseldorf. Der Werth der genannten Schrift wird noch erhöht durch die feinen und geistreichen Bemerkungen und Betrachtungen, die der Verfasser in seiner eigenthümlichen genialen Weise einzustreuen und anzureihen Gelegenheit zu nehmen wußte. Bemerkt muß noch werden, daß die Schrift nicht bloß ein temporäres Interesse hat, sie ist von allgemeiner Bedeutung, die eine kurze Spanne Zeit weit überdauern wird. Wir stimmen dem Verfasser bei, wenn er am Schluffe deS Vorworts sagt: „Ich „hoffe, daß ich mit der nachfolgenden Schrift nicht „bloß dem Patrioten, sondern auch dem Politiker „und Historiker eine willkommene Gabe bieten dürfte, „und auch die Theilnehmer an jenen unvergeßliche« „Festlichkeiten und Huldigungen werden mit Ber- „gnügen die tausend und abertausend freudigen „Eindrücke in einem Büchlein vereinigt sehen. „Wenn das Wort des Dichters sich bewahrheitet: „„Nur ein großer Gegenstand vermag den Grund „der Menschheit aufzuregen,"" so können diese Blätter einer sehr beifälligen Aufnahme gewiß sein. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondcnzen. Deutschland. Mainz, 1. Dez. Wir haben heute zum Besten der Armen, Nothleidenden, Kranken, deSHospitalbaueS in der heiligen Stadt Jerusalem rc. Mk. 3702. 10 Pf. an das löbliche Somit« zu Amsterdam geschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre übersandten Gelder beträgt nunmehr Mk. 22,686. 50 Pf. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir die Redaetion der „Jew. World" auf einen Jrrthum aufmerksam machen. Die Gelder für benannte Zwecke kommen uns von unfern Glaubensgenossen aus den verschiedensten Städten und Dörfern Deutschlands und Oesterreichs zu und sind nicht bloß Spenden der Mainzer jüdischen Gemeinde, wie „Jew. World" wiederholt geschrieben hat. Aus Wefthhale«. Zu den wenigen jüd. Gemeinden Westphalens, in denen bis noch vor Kurzem der Gottesdienst in altherkömmlicher, echt jüdischer Weise abgehalten wurde und in die, die verderblichen, das Judenthum in die größte Gefahr bringenden sogenannten Cultus-Reformen keinen Eingang fanden, gehört auch die Gemeinde Hagen, eine berühmte Fabrikstadt im Regierungsbezirke Arnsberg. Nun sind aber hier vor noch nicht langer Zeit Männer an die Spitze der Verwaltung getreten, von denen mehrere das ganze Jahr hindurch am p'p das Ladenlokal geöffnet haben und es auch sonst mit unserm heiligen Religionsgesetze nicht sehr genau nehmen. Diese habe« es denn auch durchgesetzt, daß — allerdings macht sich auch hier eine starke Opposition geltend — mehrere Gebete gestrichen wurden, wie ]p-«s mp* 1'P^iv noa joipD mr« und der größte Theil der v'vi's; der Vorbeter fängt die n»y ruoü gleich laut an vorzutragen, wer Lust dazu hat, kan« während der Zeit tcrn*?a npy mot? beten. Bei solchem verkürztem Gottesdienste durfte auch ei« musikalisches Instrument und sonstiger Reform- Forlefanz nicht fehlen, und hat man vorläufig ein Harmonium in die Synagoge aufgestellt. Späterhin wird eine Orgel an dessen Stelle treten. Gott bessere eS bald! Oestrich. M. Rosenwald. Dresden, im November. Trotzdem i» Jahre 1868 in Sachsen daS Grundgesetz „Der Genuß