Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 49 (8.12.1875)
- Date
- 1875-12-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1089 dieses Ersuchen gewiß als ein vollkommen gerechtfertigtes erscheinen. Möge der allg'ütige Gott dem ehrwürdigen Herrn DistrictS-Rabbiner Kraft und Gesundheit verleihen, damiter fürder so segensreich für das gefammte Judenthum wirke. Frankfurt <*. M. Der in diesen Blättern bereits mehrfach erwähnte, talentvolle, junge Pianist, Herr Samuel Herzog aus Berlin, hat hier am 1. Nov. ein Concert gegeben. Die „Didascalia" berichtet darüder folgendermaßen: Herr Samuel Herzog, der seine erste Ausbildung dem hiesigen ausgezeichneten Pianisten und Lehrer, nunmehrigen Kapellmeister Wallenstein verdankt, bezeugt seine Anhänglichkeit an die zweite Vaterstadt dadurch, daß er so ziemlich alljährlich von Berlin, seinen nunmehrigen Wohnorte, wo er kurze Zeit unter der Leitung des leider verstorbenen berühmten Virtuosen Carl Tausig seine Studien eifrig fortsetzte, hierher kömmt, um hier öffentlich Proben seines rastlosen und von Erfolg begleiteten Kunststrebens abzulegen. Das that er denn auch diesen Winter wieder und bewies durch sein dermaliges Auftreten, daß ihm — eine Seltenheit bei den die Virtuofen-Laufbahn verfolgenden Kunstjüngern — das eigentliche Wesen der Musik nicht minder am Herzen liege, wie die Erlangung großer Fertigkeit und Kraft. Er spielte zum Beginne seines Concertes Beethovens Lsäur-Sonate (Op. '27, Nr. 1) mit solche eingehendem Verständnisse, weihevoller Hingebung und feinabgemessenem Vortrage, besonders den ersten und zweiten Satz, daß man ihm warme Anerkennung nicht versagen kann. Hätte er sich im Allegro des letzten Satzes nicht zu allzu lebhaftem Zeitmaße hinreißen lassen, ein Uebelstand, der bei späteren Vorträgen noch entschiedener un^> daher die Deutlichkeit nicht wenig beeinträchtigend hervortrat, so wäre an dieser Leistung wohl kaum eine Bemänglung möglich gewesen. Unter den der Sonate folgenden Stücken: a) Gigue von Scarlatti, b) O-äur-Erüde von Chopin und 0) Novellete tttE-dur von Schumann gelangen das erste und dritte am besten. In dem zweiten machte sich wieder die Uebertreibung des schnellen Zeitmaßes bemerkbar, welche in den späteren Borträgen : Valse - Caprice von Rubinstein , Wagner- Liszt's „Tannhäui:r-Marsch" und der zweiten ungarischen Rhapsodie von Liszt, bis zu theilweiser Unverständlichkeit einzelner Massagen sich steigerte. Nichtsdestoweniger machte sich eine sehr bedeutende Fertigkeit in Ueberwindung von Schwierigkeiten, Abwechslung der Tonfärbung und oft sehr feine Nüancirung bemerkbar. Die ziemlich zahlreich versammelten Anwesenden zeichneten den Herrn Cvncertgrber nach jedem Vorträge durch lauten Beifall auS und riefen ihn auch mehrmals hervor. (Bemerken wollen wir, daß uns Herr Herzog als ein religiöser Jude bezeichnet worden ist.) Wiesloch, 7. Nov. Leider hat der unerbittliche Tod wieder einen würdigen Mann auS unserer Mitte gerissen. Am vergangenen Mittwoch, ptymo 'n, verschied nach nur zweitägiger Krankheit der Religionslehrer Wolf Flehinger von Flehingen. Nach Kundwerden eilte Schreiber dieses, ein früherer Schüler des Verstorbenen, nach dort, uin demselben die letzte Ehre zu erweisen. Flehinger wirkte als Lehrer, pci und arvv über 85 Jahre in seiner Heimathgemeinde zur größten Zufriedenheit seiner Gemeinde und seiner Behörde. Bei seinem Onkel V't vv-'v 'no mn in Breiten erwarb derselbe sich ein tiefes Wissen in »nserer heil. mm, so daß er in diesem Fache mehr als ein gewöhnlicher Religionslehrer ausgerüstet war, und dieses veranlaßte ihn auch, als echter 't.-p zu leben, und befähigte ihn. seiner Gemeinde stets als Vorbild voranzuschreiten und dieselbe immer in echter Religiosität zu erhalten. Mit besonderer Vorliebe bekundete er stets die drei Grundpfeiler unserer heil. Religion, mm non r6o:i moy. Es war ihm eine wahre Freude, der Armen zu gedenken, besonders derjenigen in pN. Herr Bezirks - Rabbiner Schleßinger aus Bruchsal hielt die Leichenrede und sprach über die Worte ro lErbrp 'n 'ipi aus der dieswöchigen morn in sehr beredter Weise; er wußte eine lebhafte Schilderung über den Verstorbenen zu «'.eben, zumal er den Verblichenen kannte, da Schleßinger selbst ein Schüler Flehinger's war. Daß er ein angesehener Bürger und College war, bezeugte die Leichenbegleitung; sogar viele Nirbtisraeliten belhciliqten sich an dem Leichenzuge; ja von Nah* und Fern* eilten Freunde herbei, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Der Verewigte erreichte ein Alter von 69 Jahren und hjnterlaßt eine lieftrauernde Wittwe mit 4 Kindern. Die Gemeinde Flehingen verliert in ihm einen theuern Freund und Genossen, der Lehrerstand einen wackern Amtsbruder. Möge er ausgenommen werden in den Bund des ewigen Lebens. n"r"2"L*n. Ackermann, Lehrer. O e st e r r. - U n g a r. M 0 n a r ch i c. Pesth. Die Berathung über die Jnarticulirung des Gesetzentwurfes, betreffend den Zoll- und Handelsvertrag mit Rumänien, in der chegestrigen Conferenz der ungarischen liberalen Par-