Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1875)
- Date
- 1875-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XYI. Jahrgang. Erste Leilage ju Ür. 48 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus dem Reg.-Bezirk Aachen. Dem Stadtrath, Herrn Abraham Mayer in Aachen, als Wohlthäter bekannt, der es sich zur Aufgabe gemacht, die verschämte Armuth aufzusuchen und zu helfen, wo es Noth thut, dem so viele herabgekommene Familien ihr Wiederauskommen zu verdanken haben, der nicht allein seinen Glaubensgenossen, sondern auch vielen Nichtjuden gar häufig schon ein Retter in der Noth geworden, diesem edlen Greise mit echt jüdischem Herzen wurde in Folge so vieler Geschenke, die er der Aachener israel. Gemeinde gemacht und besonders in Folge einer jüngst mit Mark 3000 gemachten Stiftung zu Gunsten jüdischerPolytechmker, am I.Tage ru^n awi Seitens des Vorstandes ein Besuch abgestattet, um ihm den schuldigen Dank darzubringen für all' das Gute, das er für seine Glaubensbrüder überhaupt und die israel. Gemeinde zu Aachen .insbesondere gethan. Das Vorstandsmitglied, Herr Elias Meyer, führte hierbei das Wort. Der Gefeierte war sichtlich gerührt, jok i'rwrn i'v' ■jn.V' 'n. Oesterr. - Ungarische Monarchie. im November. Mit Vergnügen constattren wir, daß es dem religiösen Biedersinne des Herrn Rabbiner Liebermann in Müte- Szalka gelungen ist, den modernen Tempel seiner Gemeinde umbauen und den Anforderungen des ReligionsgefetzeS gemäß Herstellen jli lassen; auch ist es seinen eifervollen Bestrebungen geglückt, eine herrliche Mikwah in seiner Gemeinde errichten zu lassen. Wer die religiösen Verhältnisse in M.-Szalka genau kennt, wird die Verdienste des Herrn Liebermann auch genügend zu würdigen wissen. Gyöngyösi. * Pircho. Die hiesige Gemeinde wühlte einstimmig Herrn Samuel Deutschländer zum Rabbiner. Herr D., der ein praio Tö^n von onn y'&'r "i£0 ist und der seinen philosophischen Studien an der Prager Universität oblag, erfreut sich trotz seiner 69 Jahre VFUzn rc> *jnN» ‘n einer seltenen geistigen sowohl als körperlichen Frische. Herr D. ist ein tüchtiger Schulmann; er dirigirte mehrere Jahre hindurch eine von ihm gegründete Privat- Schule, aus der die noch jetzt florirende jüd. Gemeindeschule hierfelbst hervorging. Nachdem die Schule Gemeindeinstitut geworden war, zog Herr D. sich in das Privatleben zurück und behielt nur das Amt eines Schulvaters, welches er zum Nutzen und Frommen der Gemeinde mehrere Jahre segensreich verwaltete. Seit dem Tode des früheren Rabbiners b*w*b 'n 'no, der ein Zögling der Rabbinerschule zu Padua war, und auch während dessen mehrjähriger Krankbeit verwaltete Herr D. das Amt in uneigennützigster Weise unentgeltlich. Herr D. ist auch in weiteren Kreisen vortheilhaft bekannt. Er ist Verfasser des nec-*o 'd und Mitarbeiter an mehreren jüdischen Blättern. Gegenwärtig befaßt er sich mit einer Uebersetzung und Commentirung der Ethica Aristotelis. Von seinen drei Söhnen ist der älteste Dirigent der Hildesheimer'schen Religionsschule in Berlin, der zweite ein tüchtiger, allgemein als grwissenha t bekannter Kaufmann in P. Der jüngste, welcher mehrjähriger Schüler Sr. Ehrw. des Herrn Dr. Hildesheimer war und das königl. Seminar für Stadtschulen in Berlin abselvirte, ist gegenwärtig thätig an der israel. Gemeindeschule zu Altona, die unter der umsichtigen Leitung des Herrn Dr. Lob einen erfreulichen Aufschwung nimmt. Rumänien. Bukarest. Wir hatten Gottlob schon lange keine Judenhetze aus Rumänien zu melden gehabt, und wir hatten uns auch der angenehmen Hoffnung hingegeben. daß die Wallachen mit der Zeit doch klüger und sich eine bessere Beschäftigung heraussuchen würden, als die fortwährende Judenhetze. Aber der Wallache wird niemals klug — und jetzt wissen die Zeitungen schon wieder eine Judenhetze aus Borlaw zu melden. Am min rrw Abends, als man in der Synagoge die nsp.-i machte und getanzt und gesungen hatte, da ging es so laut her, daß sich die kathol. Studenten mit vielen jungen Bauern in die Franensyuagoge schleichen konnten. Sie löschten daselbst die Kerzen aus und trieben mit den dort befindlichen jüdischen Mädchen allerlei Unfug. Das Geschrei der Mädchen wurde unten in der Synagoge nicht gehört. Bald darauf begannen sie eine neue Hetze gegen die Männer. Sie hatten Spritzen mitgebracht, welche mit schwarzer Farbe und Tinte ge»