Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1875)
- Date
- 1875-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1065 neu ordentlichen Lehrer an der Anstalt definitiv anstellen kann. Wie bereits erwähnt, ist ihm nicht einmal elfteres gelungen. Sicherlich wird auch die löbl. Redaction ihre fördernde Hand hierzu bieten und dieses echt-religiöse Institut dem Wohlwollen unserer Glaubensgenossen bestens empfehlen*). Um zu dem besagten Zwecke einige fördernde Schritte zu thun, hat Herr Dr. N. bereits die Statuten der Anstalt einer gehörigen Revision unterzogen und geht daran, einen Schulverein zu gründen, dessen Mitglieder die Wohlthäter der Anstalt sein sollen. Anstalt sowohl als Schulverein sollen, um den beitragenden Mitgliedern auch nach Außen hin die gehörige Sicherheit zu bieten, einem für die Sache warm begeisterten Vorstande unterworfen werden und wird dann s. Z. der Director selbst alles Nähere in diesem geschätzten Organe bekannt machen. Cölrr, 23. November. Nachdem in der denkwürdigen Repräsentanten-Versammlung vom 1. d. Mt. die Debatten geschlossen waren u. es zweifellos war, daß Herr Dr. Frank (den man nebenbei bemerkt, als miarn vuv darstellte) als Rabbiner gewählt wurde gab Herr S. Marcks folgende Erklärung zu Protokoll: „Nachdem Herr Dr. Frank aus Linz eingestandener Maßen 3Jahre lang eine der heiligsten Vorschriften unserer Religion verletzt hat, können und werden meine Partei und ich denselben nicht als Rabbiner anerkennen. Sollten Sie ihn dennoch hierher berufen, so erkläre ich hiermit im Voraus, daß alle seine Entscheidungen in religiösen Angelegenheiten für uns Null und nichtig sein werden. Ich erkläre ferner» daß von der Minute an, in welcher Sie Herrn Dr. Fr. als Rabbiner wählen, ich mein Mandat als Repräsentant und alsMitglied der verschiedenen Fach-Commissionen als erloschen betrachten werde." Die Wahl fand Statt, Herr Dr. Frank wurde mit 11 gegen 4 Stimmen gewählt, worauf Herr Marcks die Versammlung, deren Tagesordnung noch nicht erschöpft war. sofort verließ. Mainz, 29. November. Die Nr. 35 des „Israelitischen Boten" enthält einen leitenden Artikel, welcher durch unsre Mittheiluug, daß das genannte Blatt nur angeblich ein orthodoxes sei, hervvrgerufen wurde. In dem erwähnten Artikel wird nun das von uns Behauptete so recht ins rechte Licht gestellt. Der „Jsr.Bote"schretbt, *_) Geschieh! hicrnnr gern. Red. er wolle die Neologen nicht beschimpfen, er wolle nicht erbitternden Zank und Streit, sondern Friede und Eintracht; das sei im Sinne unsrer frommen und" weisen Väter gehandelt; in diesem Sinne habe der „Jsr. Bote" der isr. Gemeinde zu Cöln zum En agement des Dr. Frank gratulirt, der vermnthlich dem Gesetze Gottes gemäß lebe rc. rc. — Der bisherige Redaeteur des „Jsr. Boten", Herr Prediger S. Meyer zu Wetzlar sendet uns das nachstehende Telegramm: „Wetzlar, 25. November. Herrn Rabinner Dr. Lehmann zu M ainz. In Folge des heutigen Leitartikels (»m Jsr. Boten) habe ich die Redaction des Israelitischen Boten niedergelegt. Ihr ergebener Meyer." Es ist dies Telegramm der beste Commentar für die Haltung des genannten Blattes; Ehre und Anerkennung dem Hr. Meyer, der fürder keinen Theil mehr daran haben will. England. London. Der biherige amerikanische Consul in Rumänien, Herr Peixotto, hat im letzten Augenblicke vor seiner Abreise nach Amerika sich entschlossen, wieder auf seinen Posten in Bukarest zurückzukehren. Derselbe wird inzwischen wieder in Bukarest eingetroffen sein. (Jew. Ehr.) Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Wien. (Altösterreichische Rechtszustände.) Unter diesem Titel hat Anton Langer in der Wiener „N. fr. Pr." einige interessante Feuilletons veröffentlicht, Venen wir die nachfolgenden Einzelnheiten entnehmen: Ein ganz entsetzlicher ExecutionSfall, deßgleichen weder früher noch später in den Annalen des österreichischen Rechtes sich verzeichnet findet, datirt aus dem Jahre 1642. Ein getaufter Jude aus Rakonitz, Franz Ferdinand Engelberger, hatte in Wien mit zwei Judenknaben einen Diebstahl verübt, und wäbrend die Jungen nach Ausmessung eines ganzeil Schillings heimgeschoben wurden, verurtheilte man Engelberger zum Tode durch den Strang. Auf's höchste darüber erbittert, nahm der gelauste Jude, als der Galgen-