Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1875)
- Date
- 1875-11-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. Erste Utilngt zu Ar. 47 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. DutUtfindt. Der Stadtvorstand von Offenbach hat den iör. Lehrer Marx von Alsheim als ordentlichen Lehrer an die Stadtschule berufen und ihm zugleich den Religionsunterricht für die Schüler der isr. Confessio« in sämmtlichen Schulen übertragen. Es ist dies der vierte Fall von Verwendung eines Israeliten an Communalschulen in Hessen. Berlin, 27. Oet. Dem Abgeordneten Dr Lasker wurde heute im Namen seiner Meiningischen Wähler durch die Abgeordneten vonForckenbeck, Miguel und Rickert ein prachtvolles silbernes Schreibzeug überreicht. Beigefügt war ein Schreiben des Comitbs der Wähler, in welchem diese ihrem verehrten und hochverdienten Abgeordneten ihre Glückwünsche zu seiner Wiederherstellung ausdrücken und ihn bitten, das erwähnte Geschenk als ein Zeichen ihrer Anerkennung und Verehrung anzunehmen. Das Schreibzeug, welches hier in Berlin angefertigt wurde, ist außerordentlich kunstreich und geschmackvoll ausgeführt. In der Mitte der Rückwand erhebt sich die Statuette der Germania, zu deren Füßen man den Wahlspruch liest: „Durch Einheit zur Freiheit." Weiter unten ist die Widmung an den Abgeordneten Laster eingravirt. Posen. Laut eines vom Advokaten Herrn Dr. Hartogh in Amsterdam dem Rabbinat der hiesigen Synagogen - Gemeinde übersandten Circulars ist daselbst im Oktober 1s73 ein Herr Aaron Goldberg mit Hinterlassung von I3,00u Gulden kinderlos gestorben. Der Erblasser war der Sohn und das einzige Kind eines in Posen geborenen und 1851 in Amsterdam im Alter von 85 Jahren verstorbenen Herrn Bär Goldberg und einer Frau Rebecca Levin auS Hamburg. Die unbekannten Erben müssen ihre Ansprüche bei Gefahr, mit denselben unwiderruflich excludirt zu werden, in dem auf den 7. December d. I. festgesetzten letzten Termine bei dem Gericht erster Instanz zu Amsterdam durch einen Anwalt zur Geltung dringen. (Jöd. Pr.) Oesterr. - Ungarische Monarchie. Pesth, 7. Nov. Am sechsten Tage nach dem Tode von Eduard Horn wurde derselbe unter einer geradezu imponirenden öffentlichen Theilnahme zur Erde bestattet. Auf 9 Uhr Vormittags war der Beginn der Trauerfeier anberaumt, und trotz des trüben regnerischen Herbsttages hatten sich schon bei Anbruch des Tages große Volksmengen vor dem isr. Tempel angesammelt. Die Leiche war im großen Saale des an den Tempelhof angebauten isr. Normalschul-Gebäudes aufgebahrt. Alle Polizeikräfte waren aufgeboteu, um die Ordnung aufrecht erhalten zu können. In der Tabakgaffe wurde durch berittene Panduren ein großes Caere gebildet, in welchem die verschiedenen Deputationen der Ministerien, Vereine und Genossenschaften Aufstellung nahmen. Der Andrang des Publikums war ei« ungeheurer. Um 7*9 Uhr wurde der mit zahlreichen prachtvollen Kränzen bedeckte Sarg durch die Vorstände der Gemeinde hinaus vor den Tempel getragen, gefolgt von der trauernden Wittwe, den fünf Waisen und den drei Brüdern des Verblichenen. Im Carre standen beinahe alle Minister, Tisza, Baron Simonyi, Perczel, Trefort, Szende, Pechy; der greise Präsident des Abgeordnetenhauses, Koloman Ghyczy, Vice-Präsident Bano, sehr viele ReichtagS-Abgeordnete, Ober-Bürgermeister Rath, zahlreiche Deputationen der meisten hiesigen Vereine mit schwarzumflorten Fahnen, Freimaurer- Deputationen, eine Deputation aus dem Heimathsorte des Verblichenen, Waag - Neustadt!, u. s. w. Nur mit Mühe gelang es, durch die dichten Menschenmengen bis zum Trauerwagen durchzudringen, der mit prächtigen Kränzen geschmückt war; darunter befand sich ein mit tricoloren Schleifen gezierter, riesiger Lorbeerkranz, welcherr die Theresienstädter Wähler gespendet hatten, ein Jmmortellenkranz mit weißen Bändern und dev Inschrift: „Verehrer Cisleithaniens," ein Lorbeerkranz vom Beamtenkörper des Handelsministeriums, ein Kranz aus Orangenblüthen vom Central-Fröbel- Frauenverein, dessen Ehrenmitglied Horn gewesen, ein großer Lorbeerkranz von der Israel. Cultusgemeinde Waag-Neustadtls u. s. w. Die Straßen, durch die sich der Zug bewegte, füllten Tausende vo« Menschen, und nur mit Mühe konnte dem Conducte der Weg gebahnt werden. Am Grabe