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Der Israelit · 1875-11-24 · Heft 47 (24.11.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 47 (24.11.1875)
Date
1875-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1042 Schalgo (Ungarn). Es gUefcht mir zu besonderen Genugthung, die edle, echt jüdische That einer wahren hipn mitzutheilen: Schon vor anderthalb Jahren hat hier nämlich eine Feuersbrunft gewüthet, wodurch auch die Synagoge leider in einen Aschenhaufen umwandelt wurde. Die Synagoge war Eigenthum der Herrschaft und war für einen Wiederaufbau keine Aussicht vorhanden. Da that Frau Hindel Drach die nöthigen Schritte um das bj;d n-rpv wieder herzurichtcn. Sie kaufte den Grund und das Material der abgebrannten Synagoge von der Herrschaft ab, ließ auf demselben eine neue Synagoge aufführen, überwachte selbst den Bau, ließ die Betschule ganz ordnungsgemäß einrichten und übergab dieselbe unentgeltlich unserer Gemeinde! Noch'mehr! Sie schoß den unbemittelten Mitgliedern unserer Gemeinde 1000 fl. ohne Prozent vor, um sich in der neuen Synagoge „Betsitze" kaufen zu können. Das ist eine wahre rni'Sv nttw. Und wir sind überzeugt, daß Alle, die diese Synagoge betreten, für Das Glück und lange Leben dieser Frau beten werden. (Schew. Ach.) Italien. Mailand. Das „Wiener Tageblatt" erzählt folgende komische Geschichte von der Reise des deutschen Kaisers nach Italien: „Als Kaiser Wilhelm Montag am 18. Oktober (am noD nj/icn *?in) durch Süd-Tyrol nach Italien reiste und in einer Eisenbahnstation gegen eine halbe Stunde Halt machte — da wurde von den Mitreisenden etwas Schreckliches entdeckt. Ein Jude, welcher dort in einem Winkel des Bahnhofes auf die Ankunft des Personenzuges wartete, nabm unter seinem Mantel einen langen Gegenstand hervor, welcher wie eine Pistole äusgesehen hatte, und nachdem er noch unten eine große Kugel angelegt und die Pistole gegen drei Weltgegenden gerichtet hatte, zielte er nun auch mit der „Pistole" gegen den Waggon des Kaisers Wilhelm. Schnell eilten die Gensd^armen auf den Juden hin, welcher in einen weißen, an den Enden blaugestreiften Mantel (n^D) gehüllt war — und schlugen ihm vor Allem die „Pistole" und die „Kugel" aus der Hand. Bald aber hörte man von herbeigeeilten Leuten ein helles Gelächter; denn die Pistole und die Kugel waren nichts anderes als ein Lulav und Esrög, mit welchen der Jude von 9 Uhr Morgens bis zur Ankunft des Zuges betete. Man erzählte dem deutschen Kaiser diese lustige Mordversuchsgejchichte, worüber er auf dem ganzen Wege herzlich lachte. Frankreich. Paris. Durch Beschluß vom 2. Okt. wurde Oberst Lambert (Israelit), bisher Chef der mobilen Gendarmerie, zum Commandanten der Garde ernannt. „Un. isr." veröffentlicht nach „l'Evenement" die Biographie hieses höhern Officiers, der wir nachstehende Daten entnehmen: Oberst Lambertist 47 Jahre alt. 1848 trat er in die Mobilgarde?> in den Junitagen zeichnete er sich besonders aus, so daß er den Orden der Ehrenlegion erhielt. Als".die Mobilgarde aufgelöst wurde, trat er in die Fremdenlegion, wo er rasch zum Unterofsicier und , bei Beginn des Krimkrieges zum Unter - Lieutenant avancirte. Die Fremdenlegion verlor wie Allbekannt in jenem Kriege drei Viertel ihrer Offizier; Lambert kehrte glücklich als Kapitän aus demselben zurück. 1862 wurde Lambert auf sein Gesuche zum Commandirenden einer Compagnie der GQrde munioipals in Paris ernannt. Im mexikanischen Kriege finden wir ihn der Division Castagu'Y attachirt. Nach Frankreich znrückgekehrt wurde ih.Hl bie Commandantur der Gendarmerie auf der Jn'fsel Martinique anvertraut, woselbst er sich die Sympathien aller Einwohner zu erwerben verstand. 1867 zum Escadron-Chef erhoben kehrte er 187C? auf den ersten Kriegslärm nach Frankreich zurück. ZZum Oberst-Lieutenant erhoben, commandirte er wählend der Belagerung von Paris ein Gendarmerien -egiment zu Fuß, welches bei den Ausfällen stets-, an der Spitze stand. Nach dem Friedensschluß wreftde ihm von Herrn Thiers der Auftrag, die Le>üion der mobilen Gendarmerie zu organisiren. Einige Zeit darauf zum Chef des militärischen Haush alts des Präsidenten der Republik ernannt, verlie st er mit dem Sturze von Thiers diese Funk tion. Heute commandirt Oberst Lambert die schönste- und solideste Truppe, bie wir haben, und, schreibt c ^engenanntes Blatt, wir glauben nicht zu vio(l ZU sagen, wenn wir behaupten, daß er sowohl bei der Pariser Bevölkerung als auch bei seinen zahlreichen Kameraden in der Armee sich allgemei uer Beliebtheit erfreut. >i Pari-. Ein kathol. großer Kaufmann, Rich^" ter am hiesigen Handelsgerichte, welcher sonst iSr^»i Commis denen seiner eigenen Glaubensgenossenschaft vorzieht, hat seinen isr. Angestellten gekün-'v. digt, weil sie am iieo or nicht ins Geschäft ge- J kommen. (Arch. isr.) j Paris. Der durch das Gesetz vom 5. Juni d. I. errichtete „höhere Rath für die Gefängnisse" zählt den Oberrabbiner, Herrn Isidor, zu seinen Mitgliedern. (Un. isr.)

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