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Der Israelit · 1875-11-24 · Heft 47 (24.11.1875) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 47 (24.11.1875)
Date
1875-11-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1040 ter, da er bei sich nicht selbst schlecht erscheinen will, sucht er Gründe zu seiner Rechtfertigung auf durch Negiren, Modificiren und Derartiges; denn Sie werden mir ja selbst zugestehen, daß die totale Sukohlofigkeit Ihrer Zuhörer nicht erst «ach Ihrer Predigt, sondern schon vorher stattgefuuden hat. Ich weiß wohl, daß Sie sich alles erlauben können, ohne zu fürchten, daß Ihre Gemeinden energisch gegen Sie auftreten; denn wenn dieselben auch sich zu einem starken Anlauf herbeilassen, so hat es hierbei, wie früher, sein Bewenden. Doch hat mich dieses nicht abgehalten, mit Ihnen, Herr Dr., ein offenes und ernstes Wort zu sprechen. So traurig solche Vorkommnisse sind, das Judenthum hat schon ähnliche Kämpfe hinter sich und steht noch heute, nach so vielen fürchterlichen Drangsalen, felsenfest in jugendlicher Kraft. Alle Versuche, das Judenthum und seine Religion zu vernichten oder zu modificiren sind gescheitert und mit Stolz können wir ausrufen, daß es jetzt trotz aller Kämpfe noch mehr als y'iLv ’nhio echte orthodoxe Juden gibt, die heute noch fähig sind, Gut und Blut an die Erhaltung ihrer Religion zu setzen. Daran werdet Ihr Neologen mit allen Euren Kunstgriffen nichts ändern können, denn wir haben ein Kleinod, welches über Euch steht und dies heißt: ijni 'Bö nrtffn nb o. Sie selbst, Herr Dr., bringen einen Beleg hierzu, indem Sie so geistreich anführten, zur Zeit des babylonischen Exils sei die ganze noo-Feier Jahrhunderte lang in Vergessenheit gerathen und erst von Esra wieder eingeführt worden. Wenn wir auch das Factum bestreiten müssen, so würde es, wenn wahr, doch gegen sie zeugen; denn auch damals gab es in Israel Führer, oder vielmehr Verführer, die das Judenthum zerstören wollten, die durch Ihre Handlungen die Zerstörung des anpon no und des jüdischen Reiches herbeiführten; und als alles zu Boden lag und verloren schien, da verjüngte sich das Judenthum durch Esra. Ich kann nur herzliches Bedauern haben mit jüdischen Gemeinden, die einer solchen Führung unterworfen sind und mit meinem ehemaligen Freunde, Ihrem seligen Herrn Vater, Rabbiner zu Mergentheim, welcher der Orthodoxie angehörte und zn dem schwerlich die Botschaft, die an penn* t>nn jron von dem Allherrn ergangen ist: vmi vbyn D’Nsn onwn gelangen wird, denn nach dem Commentar bezogen sich die beschmutzten Gewänder auf seine irreligiöse Söhne, die in Buße zurückkehrten. E. R. Rosenbaum. Obereuerheim (Unterfranken). Unsere nur wenige Familien zählende Gemeinde hat einen großen Verlust erlitte«. Unser theuerer, unvergeßlicher Lehrer, Herr Wolf Roßmann b"i, ist nicht mehr unter den Lebenden; npb 'n der Ewige hat ihn zu sich genommen. Noch am verflossenen Neujahrsfeste leitete er den Gottesdienst zur größten Zufriedenheit aller in der Synagoge Anwesenden und schon am Rüsttage des Laubhüttenfestes wurde er durch den Tod uns entrissen. Wer den Verewigten n"y näher kannte, wird wohl begreifen, wie gerecht der Schmerz ist, den wir durch den Verlust dieses edlen Mannes empfinden. Es war ein berufstreuer, eifriger .Lehrer, ein tugendhafter, für'ip.i wmw begeisterter Jude und ein Menschenfreund im wahren Sinne des Wortes! Fünfundzwanzig Jahre hindurch war er als Lehrer in Zeilitzheim thätig, von wo er in gleicher Eigenschaft hieher versetzt wurde. Nachdem er in diesem Wirkungkreise eine 15jährige Praxis entfaltete, in allen seinen Pflichten eine seltene Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit an den Tag legte, sahen wir ihn leider so ftüh scheiden. — Möge er in den lichten Höhen den Lohn empfangen für att’ das Gute, das er hienieden geübt, und möge der Allgütige, der allen Trauernden Trost verleiht, lindernden Balsam in die Herzen der tiefgebeugten Hinterbliebenen träufeln. Das Andenken des Heimgegangenen wird bei uns ein unvergeßliches fein. Aus dem Schweinfurter Ga«. Ende Oktober. Erst heute, geehrter Herr Redacteur, komme ich dazu, meinem Artikel über die Metropole unseres gesegneten Gaues einen weiteren folgen zu lassen. Aber auch mein heutiger Brief bringt leider für die Leser dieser Blätter keine erwünschten Mittheilungen. Daß der religiöse Sinn in Schweinfurt immer mehr schwindet, daß die Zahl der am Sabbat- und Feiertagen geschlossene Läden immer kleiner wird, das ist ein Umstand, für den nur die Betreffenden selbst verantwortlich erklärt werden können. Daß aber die noch conservativ-religiöse Elemente so müssig die Hände in den Schooß legen und es über sich ergehen lassen, daß ihnen die practische Bethätigung des religiösen Lebens zur Unmöglichkeit gemacht wird, das ist eine sehr traurige Sache. Die jüngsten D'*nu waren für die orth. Besucher der Schweinfurter Synagoge wahre „furchtbare" Tage. Der Orgel-GotteSdienst, der neben seiner unjüdischen Begründung hier an Abgeschmacktheit nichts zu wünschen übrig läßt, mußte für den gesetzestreuen Israeliten wahrhaft zur Carricatur herabsinken. Die Ablesung der Stein'schen Lirturgie durch den Rabbiner Lebrecht konnte am heiligen oniBon vn doch nicht verhindern, daß der Gottesdiemst fast 1/s Stunde vor

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