Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1875)
- Date
- 1875-11-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1030 der Krankenpflege und Gründung eines Hospitals in Jerusalem („Israelit" vom Jahre 1873, Nr. 36). In diesem befindet sich folgender PassuS : „Wenn man nun bedenkt, daß daS durch die Freigebigkeit der Herren von Rothschild gegrün- . dete und erhaltene Hospital nur 18 Betten enthält, so kann man sich leichtlich von dem Elende der vielen armen Kranken, welche daselbst keine Aufnahme finden können, eine Vorstellung machen." Demgemäß muß die Behauptung, als hätte daS Comite die Existenz des v. Rothschild'schen Hospitals gänzlich ignorirt, als völlig unbegründet zurückgewiefen werden. DaS Comite ist vielmehr von größter Hochachtung und Verehrung gegen das hochverehrte und hochgeschätzte v.Rothschild'sche Haus erfüllt und weiß den Wohlthatigkeitssinn erwähnten Hauses zu würdigen, der sich im Allgemeinen und für Jerusalem insbesondere stets in großartigster Weise kundgibt. Allein dessenungeachtet wird wohl Niemand die Nothwendigkeit eines zweiten israel. Hospitals in Jerusalem in Abrede stellen, und zwar wie bereits in unserem erwähnten ersten Aufrufe bemerkt worden ist, daß bei der zahlreichen israel. Bevölkerung Jerusalems unmöglich alle Kranke Aufnahme in das v. Rothschild'sche Hospital finden können, und hierdurch mancher sich veranlaßt glaubt, in das Missions- Spital gehen zu dürfen. Unser Aufruf zu Geldbeiträgen behufs Gründung eines neuen israel. Hospitals in Jerusalem erscheint daher wohl sicherlich für Jedermann als vollkommen berechtigt, und wird derselbe hoffentlich bald zum erwünschten Ziele führen. Im Marcheschwan 5636 (November 1875). Das Comite. AeilungSnachrichtett & Correspondenzen Deutschland. Frankfurt a. M. Freitag den 5. Nov. fand die Beerdigung des Banquiers M. I. Kirchheim statt; der unabsehbare Trauerzug gab den Beweis, in welcher Achtung der Verlebte gestanden; derselbe war Mitgründer der jetzt so blühend dastehenden Religionsgesellschaft, im Wohlthun unermüdlich , sein Haus war die Zufluchtsstätte der Bedrängten, er war in der That Vater der Waisen, und viele Wittwen hatten ihren ganzen Unterhalt von ihm bezogen; vielen Mädchen gab er Brautgaben und wohnte den von ihm gestifteten HochzeitSfeierlichkeiten an. Streng religiös mit den Seinigen, konnte sein echtes, jüdisches Familienleben als Muster allen jüdische« Familien dienen. Seine Kinder sind nicht allein die Erben seines Vermögens, sondern auch in der That seiner Herzensgute. Alle, die ihn kannten, mögen mit mir sagen: ro-a1? pna -ot. B. Hecht. Frankfurt a. M., 7. Nov. Heute haben wir Ihnen über eine hier stattgehabte Festlichkeit zu berichten, die in allen jüdischen Kreisen bekannt zu werden verdient. ES feierte nämlich 's ’p ro& tb iv unter Theilnahme der hiesigen Judenheit unser hochverehrter Mitbürger, Herr Benj. Niederhofheim, ein Mann, der als -ms und □’iDn nftnM bps weit über fein engeres Vaterland hinaus in hohem Rufe steht, das Jubiläum seiner fünfzigjährigen Thätigkeit als Mohel. 15"pn Mn 'n hat der Gefeierte in Falkenstein im Taunus als Jüngling von 15 Jahren seinen heiligen Beruf begonnen und in diesem Zeitraum an 5501 Knaben die rr?’ß maß mit Gottes Hilfe vollzogen! Mit welcher Aufopferung von Zeit, Geld und sogar manchmal unter Lebensgefahr die Bethätigung dieser maß geschah, ist dem Allwissenden allein bekannt. Den Schülern, Verehrern und Freunden des Jubilars in und außerhalb Frankfurts gab daher dieser Tag erwünschten Anlaß, ihre Verehrung, Dankbarkeit und ihre freundschaftlichen Gesinnungen in Wort, Schrift und Geschenken würdigen Ausdruck zu verleihen. Unter den vielen Festgaben, welche gespendet wurden, verdienen diejenigen des Vorstandes der hiesigen israel. Gemeinde sowie der Gemeinden Hanau und Rödelheim besonders erwähnt zu werden. Das kostbare Geschenk des Vorstandes der hiesigen Hauptgemeinde muß um so ehrender erscheinen, als es die höchste Achtung und Verehrung einem streng frommen Jehudi und seinen großen jüdischen Tugenden, der Bescheidenheit, Uneigennützigkeit und Toleranz, ausdrücken will. Auch der Verein nna thu hat dem Jubilar als seinem Präsidenten (seit japn) einen silbernen Pokal überreichen und dabei aussprechen lassen, daß die Wiederaufrichtung und Neubegrüudung dieses wohlthätigen Instituts, des Jubilars Verdienst sei. Ferner ist durch eine aus den beiden jüdischen Gemeinden erwählte Deputation ein reiches Ehrengeschenk überbracht worden mit einer Adresse, die wir ihrem Wortlaute nach hier folgen lassen: „Hochverehrter Jubilar! Am heutigen Tage sind 50 Jahre verflossen, daß Sie sich dem Berufe weihten, der, wie es in dem heutigen Wochenabschnitte unserer heiligen Thora heißt, zuerst von unserem Stammvater Abraham auf Gottes Gebot auSgeübt wurde. Sie haben