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Der Israelit · 1875-11-03 · Heft 44 (3.11.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 44 (3.11.1875)
Date
1875-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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978 i. i" genommenen Prüfung den Bericht de- Königlichen KreiS-SchulinspectorS, Professor Dr. Rinck, der Oeffentlichkeit übergeben zu können. Dieser Bericht drückt sich über die Resultate in der Pädagogik, deutsche Literatur, deutsche Grammatik. Geschichte, Algebra, Physik, Chemie sehr günstig aus und schließt mit folgendem PafsuS: „Der Dirigent der Anstalt, Herr Dr. Plato, ist meines Erachtens im Besitze einer reichen wissenschaftlichen Bildung, welche auf der bestdenkbaren Grundlage, einem tiefen, philosophischen Wissen, gepaart mit gründlicher religiöser Weltanschauung, ruht. Herr Lehrer Schwarzfchild verbindet mit gründlicher wissenschaftlicher Vorbildung im Allgemeinen ein reiches grammatisches Wissen und eine Bildung in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern, wie sie mir selten gründlicher begegnet ist. Beide Herren sind Schulmänner im besten Sinne des Wortes, das heißt sie verstehen eS, mit inniger Liebe und Begeisterung ihre wissenschaftlichen Schatze den Zöglingen der ihnen vertrauten Anstalt methodisch zu eröffnen und systemalisch mitzutheilen." Einem Werke von so gediegenem inneren Werthe und so viel verheißenden Folgen für die religiöse Zukunft unserer Kinder kann und* darf es in Israel an den äußeren Mitteln nicht fehlen, die zur vollen Lösung seiner Aufgabe unentbehrlich sind. Wir erbitten die thatkräftige Theilnahme Aller, die sich ein jüdisches Herz bewahrt haben, und auch die kleinste Spende ist uns willkommen. Ins. besondere aber wenden wir uns an die Reichbegüterten und vorzugsweise an Euch, die Gott mit Glücksgütern und nicht mit Kindern gesegnet hat, die Ihr Euer ewiges Seelenheil durch eine fromme Stiftung begründen und Euch ein unvergängliches ehrendes Andenken unter Euren GlaubevSbrüdern forterhalten möchtet! Bedenket eine Anstalt, welche unsre heilige Glaubenswiffenschaft in innigster Harmonie mit dem gebildete» Zeitbewnßtsein er- Aßt und durchdringt und eben dadurch zur Verbreitung , Erhaltung und Fortpflanzung unserer höchsten Levensgüter vorzugsweise geeignet und die der Uebung frommer Werke mit heiligem Ernste gewidmet ist! Amerika. Memphis. Eine neue Proselytenfabrik ist in Memphis errichtet worden; daselbst findet Jedermann mit Leichtigkeit Aufnahme in*s Judentum. Ein Herr Samfield, Prediger, in M. convertirle an zwei aufeinanderfolgenden Sabbaten zwei christl. Damen, die er Tags darauf mit zwei Israeliten traute. „Jew. Meff." beklagt sich mit Recht über dies leichtfertige Verfahren, wodurch nicht nur den Juden nichts genutzt, sondern oft sogar Schaden zugefügt wird. Süd-Amerika. Der „Best. Jsr." theilt mit, daß Herr MoseS Dsmiego, Präsident der Republik Venezuela, kein Israelit ist, wie vor einiger Zeit viele Zeitungen berichtet haben. Feuilleton. Haus Ebers. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Das finde ich offen gestanden doch unbegreifllich," bemerkte Robert „wie konnten Sie, selbst unter den verzweifeltesten Umständen Ihre Einwilligung zu dieser Ehe ertheilen .... Sie kannten ja den jungen Menschen gar nicht!" „Kennen Sie den alten Spruch unserer Weisen nicht? entgegnete Löwenstamm:" toäin es6kaad schetagia limkomo*). Fallenberg hatte es in seiner maßlos erregten Leidenschaftlichkeit gewagt in das Haus meiner Familie zu dringen, er hatte Susanne allein gefunden, die edle Hoheit ihres Wesens, ihre weibliche jungfräuliche Würde hatte es nicht vermocht, den Wüstling zurückzuhalten, ihr nochmals seine Liebe, seine verzehrende Leidenschaft zu gestehen, sie mit den niedrigsten unwürdigsten Anträgen zu verfolgen. — Meine Gattin war — wie ich später erfuhr nach Berlin — abgereist. Prinz Adalbert, ein wohlwollender Gönner von mir, — er hatte gleichzeitig mit mir auf der Universität studirt und ich vermittelte den Verkauf der Bodenproducte auf seinen, in unserer Provinz, gelegenen Herrschaften — war im Begriff eine Reise um die Welt anzutreten. — Einer meiner wenigen, mir auch im Elende treu gebliebenen Freunde, hatte meiner Frau den Rath ertheilt, dem Prinzen vor seiner Reise persönlich die Bitte vorzutragen, vom Könige den Befehl zu einer nochmaligen Untersuchung zu erlangen. Der Rath wurde meiner *) Beurtheile nie deinen Nächsten, als bis Du Dich in dessen Lage befunden.

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