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Der Israelit · 1875-11-03 · Heft 44 (3.11.1875) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 44 (3.11.1875)
Date
1875-11-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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975 Neisedriese. ix. Rigiculm, 7. September. 'NyvlP ->'»«2 *1 DllPD '«)' "D ’XDDn *1 "tDK Dnn3 t'-npötp. Unsere Weisen geben im Traktat Erubin 58 a. die Art und Weise an, wie man in gebirgiger Gegend die Sabbatgrenze zu bestimmen habe. Danach beträgt die Steigerung auf vier Ellen Entfernung so viel wie eine halbe Manneshöhe. Diesen Grundsatz fand ich bestätigt, als ich mittels der Zahnrad-Eisenbahn auf den Gipfel des Rigi, eines circa 6000 Fuß hohen BergeS, emporgeschoben wurde; die dort überall genau vorgenommenen Vermessungen der Steigungen gewähren leichtlich ein bestimmtes Urtheil. Die Zahnrad - Eisenbahn ist gewiß eine der bedeutendsten Erfindungen der Neuzeit. Die Lokomotive befindet sich hinter dem 54 Sitze zählenden Wagen und schiebt diesen rückwärts den Berg hinauf. Das System ist folgendes: zwischen den beiden Bahnschienen, welche die Spurweite der gewöhnlichen Eisenbahnen haben, läuft eine breite Zahnstange. Dieselbe besteht aus zwei kräftigen, nebeneinander stehenden Schienen, welche in regelmäßigen Abständen durch starke Zapfeu aus Schmiedeeisen miteinander verbunden sind. In die so entstandene» Lücken greift ein unter der Lokomotive befindliches Zahnrad ein, dessen Thätigkeit die Beförderung der ganzen Last auf der steilen Bahn allein bewirkt. Die Locomotiven sind von einer eigenen Construction und haben eine Stärke von 120 Pferdekraft. Es ist ein eigenthümliches Gefühl, so mittels Dampfkraft auf die Höhe eines steilen, riesigen BergeS befördert zu werden, während sich dem staunenden Auge die herrlichste Fernsicht eröffnet auf den Vierwaldstädter See, auf die ihn begrenzenden Städte und Dörfer und auf die schneebedeckten Alpen! Durch großartige Tunnels, über kühn erbarte, auf eisernen Pfeilern ruhende Brücken, durch tiefe, von Sturzhachen durchströmte Schluchten geht es höher und höher hinauf, bis man endlich den Gipfel erreicht. Prachtvolle, mit aller nur denkbaren Eleganz eingerichtete Hotels sorgen hier für die Bequemlichkeit der Reisenden. Die Aussicht vom Gipfel des Rigi ist vielleicht das Schönste und Großartigste, was das Menschenauge erblicken kann. Da der Rigi ganz frei und abgesondert liegt, so gewährt er einen vollständigen Rundblick. Nach Osten und Süden schauend, erblickt man die an 40 Stunden lange, schneebedeckte Alpenkette. Wir halten ein vorzüglich schönes Wetter getroffen; kein Wölkchen trübte den in's Unendliche sich dehnenden Horizont, kein Nebel hemmte den in’g Weite schweifenden Blick. So konnten wir denn nach unfern Karten jede einzelne Höhe erkennen, den Nc men eines jeden zu uns herüberschauenden Gipfels bestimmen; wir sahen den Montblanc mit bloßem Auge, und in klarster Schöne lag dieser wunderbare Theil der GotteSwelt, dieses merkwürdige Hochgebirge, vom Sentis im Osten bis zum Pilatus im Westen in einem unvergleichlich prachtvollen Halbkreise vor unS ausgebreitet. Nicht minder schön ist der Blick nach Norden, Nordwesten und Nordosten. Zu Füßen der Zuger See mit den lieblichen Städten Arth und Cham, der Vierwaldstätter See mit Küßnacht und Luzern. der Sempacher - und der Emmensee, der Baldegger- und der Hallwyler-See, während den Horizout der Jura, die Vogesen und der Schwarzwald bekränzen. Die hohen Gipfel dieser Gebirge erschienen wie Maulwurfshügel im Vergleiche zu den riesigen, in den Himmel ragenden Höhen an der andern Seite. Und dabei die erhabene Alpenwelt, großartig und schön, furchtbar und sanft zugleich! Das liebliche, saftige Grün, die schönen, freundlichen Städte und Dörfer, die prachtvollen Paläste, Hotels und Landhäuser, welche überall die Abhänge des Rigi bedecken, die Emme und die Reuß, die gleich Silberadern die Landschaft durchziehen, die Sonnenstrahlen, welche die See» vergolden! Wie groß ist Gott, der das Alles so wunderherrlich erschaffen! — Länger werden die Schatten, die Sonne nähert sich dem Rande des westlichen Horizonts und sinkt in nicht zu beschreibender Pracht. Die Abendröthe umzieht golden den Horizont und allmählich erscheinen die Sterne, größer als in der Ebene, während die Sichel de- Mondes aufsteigt. Trotz des kalten Nordwinde-, der sich erhoben hatte, konnte ich mich nicht trennen von dem aussicht-reichen Gipfel; die Nach^- landschaft, der gestirnte blaue Himmel, die zahlreichen Lichter in den Städten und Dörfern, die sich im See wiederspiegelten, die Mondbeglänzten Schneekuppeln der Alpen, — das Alles gewährte einen unendlichen Reiz. Ich betete daS Abendgebet : ruisrai Dnyip nms nosrn ,v'3">y 3nyo na"»3 iw» O'33!3.1 rot "HDDi D’JDin rot D’ny rmpo .Ui!P3 y'p~o Drmno»D3 „Gelobt sei Der, welcher nach Seinem heiligen Willen und Seiner unendlichen Weisheit die Gesetze der Natur regelt und ordnet!" — Dann sprach ich die Heiligung des Mondes, für die gerade die Zeit gekommen war, und prieS den Allmächtigen: DK3Sf h3 1'S M131 S03 11DKD3 "HPK

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