Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1875)
- Date
- 1875-11-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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974 Gotte. Und er segnete ihn und sprach: 1212« 1112 pro D'Ditr mp ji’Py ^«!\ 4 ^Gesegnet sei Abram dem höchsten Gotte, der Him^n und Erde erworben." Nach der einfachen Erklärung bezieht sich das p«i o’Dtp mp auf Gott; im Midrasch Rabbah zur Stelle aber wird es auf Abraham gedeutet, eröffn n«i on2iyn n« p2po '\i pns’ 21 id« 1D«J 10 D11D1« jm 12-12 DH'? ION ]»OWl Wdl«VD1 6 id« ,)b&D uP2«p D^iy P« -jna no« di1? 101« «1.11 11211 rn,'i2P 120 &b u« «in *p2 itnipn iN"->22 my «nw i^*o "i’Py .,u« n^yo rni'122 ’nw .p«i O'QV mp 2'121 «in «in o^iy bv Rab Jizchak sagte: Abraham bewirthete die Reisenden. Wenn sie gegessen und getrunken hatten, da sagte er zu ihnen: Danket! — Was sollen wir sagen? fragten die Reisenden. — Saget, sprach Abraham: Gelobt sei der Gott des Weltalls, von dessen Eigenthum wir gegessen haben. Da sprach der Heilige, gelobt sei Er: Ick, mein Name war nicht bekannt meinen Geschöpfen; Du aber hast mich bekannt gemacht meinen Geschöpfen; so rechne ich dir'S an, wie wenn du mir bei der Weltschöpfung geholfen hättest; das bedeutet der Ausspruch der heiligen Schrift: „der Himmel und Erde erworben hat". Dieser Midrasch will uns nichts Anderes lehren, als daß daS Hauptverdienft Abrahams darin bestand, daß er der Welt dre Lehre vom Walten der göttlichen Vorsehung verkündete oder vielmehr thatsächlich zu Herzen führte. Qbw “iPo pis 0201 p'Py p«p jro . . . „Und Malki Zcdek war ein Diener des höchsten Gottes." Wir haben schon an einer andern Stelle auSeiuandergesetzt, daß die Semiten an den höchsten Gott glaubten, daß sie jedoch sich den höchsten Gott zu erhaben dachten, als daß er thätig in die Weltordnung eingreife und daher auf Untergötter und Mittelwesen verfielen. Der Repräsentant der Lehre vom „höchsten Gotte" war Malki Zedek, der ja nach der Tradition Schem ben Noach selber war; aber erst Abraham lehrte, daß dieser höchste Gott zugleich der einzige, unser Herr und unser Wohlthäter, daß Er eS ist, dem wir Speise und Trank verdanken. So hat Abraham gleichsam Himmel und Erde verbunden, die sonst getrennt waren in den Anschauungen der Menschen p«i D'Q» mp. So sazt^M der Psalmist (H4, 4. 5. 6.) 11122 L'vvn^^WW'^ P2 py di. „Hoch erhaben ist nach der aller Völker der Ewige; 'über den HimrWWrseine Herrlichkeit." cocgq m«i7 H'S^D.i nn&b m^jd.i uh!?« '12 >d p«2\ „Wer aber ist wie der Ewige unser Gott, der, wiewohl er so hoch thront, doch so tief schaut im Himmel und auf Erden." Wir theilen nicht die Anschauung der Nationen, daß Gott zu erhaben ist, »m sich um die Erbärmlichkeiten hienieden zu kümmern, sondern wir wissen, daß Gott hoch oben und tief unten waltet. Den Gedanken, daß eS die Hauptaufgabe Abrahams war, das Walten der göttlichen Vorsehung der Welt zum Bewußtsein zu bringen, finden wir im Talmud (Berachot 7d.) ausgesprochen. Dort heißt es: «12^ DVD '11' ]2 JiyOtt '1 DKG plV '21 ID« ly p« n"2pnb «ipip di« '\n «p oPiyn n« n"2pn o jn« no2 'n 'i id«i '«jk? p« i«ipi 12.112« «25? mtnw. Rabbi Jochanan sagte im Namen des R. Simon ben Jochai: Von dem Tage an. da Gott die Welt erschuf, hat Niemand den Heiligen, gelobt sei Er, „Herr" genannt, bis Abraham kam und Ihn „Herr" nannte; denn so heißt es: Und er sprach: Herr, Gott, wodurch soll ich erkennen, daß ich es erben werde?" Der Talmud legt hier den Nachdruck auf den mit Aleph Daleth ic. geschriebenen Gottesnamen, wie es Toßaphoth z. St. erörtern. Dieser Gottesname , den wir mit „Herr" übersetzen, zeigt das Walten Gottes in der Welt, mPi2’i min« Seine Herrschaft und Sein thätiges Eingreifen (vergleiche «"n «"Enno z. St.) an. Der Jrrthum der Stammes- und Zeitgenossen Abrahams bestand nicht so sehr in der Unkenntniß von Gott, sondern LU dem Nichtanerkennen Gottes als Lenker und Leiter d^r Welt: für diese Functionen substituirten sie dem Schöpfer, dem höchsten Gotte, Untergötter und Mittelwesen, bis Abraham kam und die wirkliche Herrschaft, das thätige Walten Gottes verkündete p« i«ipi oni2« «2# ny. Diese Ueberzeugung gab unserm Vater Abraham den Muth, einer ganzen feindlichen Welt gegenüberzutreten, anscheinend aussichtslose Kämpfe im Vertrauen auf Gott zu beginnen und unter Gottes Beistände zu siegen. Heutzutage ist der Welt die Zuversicht, daß die göttliche Vorsehung waltet, vielfach abhanden gekommen. Daher das große Elend unserer Tage auf religiösem Gebiete. Desto größer ist das Verdienst derer, die treu und fest halten zu Gott und Seiner heiligen Lehre; zu ihnen spricht Gott noch heute: 11«D ,1211 ")12E> 1P pD '2J« D12« «l'l P«. „Fürchte nicht, Abram, Ich bin dir ein Schild, dein Lohn ist sehr groß."