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Der Israelit · 1875-10-13 · Heft 41-42 (13.10.1875) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 41-42 (13.10.1875)
Date
1875-10-13
Page
– (sequence 27)
Language
German
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935 Afrika. Algier. Die franz. Regierung soll die Absicht haben, zu den drei offic. Oberrabbinaten (Algier, Constantine und Oran) noch drei weitere ins Leben zu rufen. Die Regierung hat der Nationalversammlung , einen Gesetzentwurf über den Militärdienst Al-! geriens vorgelegt. Derselbe enthält in Bezug auf! den Einjährig Freiwilligendienst der Israeliten i eine Ausnahme. In demselben wird nämlich vorgeschlagen, daß die Israeliten ihr Diestjahr in den in Südfrankreich garnisonirenden Trupvenkörpern verbringen sollen. Der Zweck dieser Ausnahme ist augenscheinlich, um die Israeliten nicht mit den eingebornen Tiralleurs in Berührung kommen zu lassen, die sich schon bei vielen Gelegenheiten feindselig gegen die Ersteren gezeigt. Aber wäre es nicht das beste Mittel, fragen die „Arch. isr.", in diese wilden Seelen die Gesinnung der Gleichheit aller Franzosen einzuflößen, wenn man die Israeliten gerade in den einheimischen Regimentern dienen ließe? Feuilleton. Die Lude« i China und Indien.*) Durch die Nachbarschaft der Phönicier — größten und angesehensten Handelsnation des Alterthums — angeregt und von denselben dazu angeleitet, begannen die Juden schon unter den Richtern, sich dem Seehandel zuzuwenden und zur Förderung sow .'hl dieses als auch des Landhandels Kolonien anzulegen. Die erste jüdische Kolonie ward im Innern Arabiens angelegt und zwar — wie arabische Historiker und Chronisten es besonders hervorheben — im Gebiete der Stadt Mekka selbst, die schon damals als die erste und wichtigste Stadt der arabischen Halbinsel betrachtet wurde. Jüdische Karawanen zogen dann über den Jordan nach den fruchtbaren Gefilden Arabiens und brachten die edelsten Kunst- und Bodenerzeugnisse derselben mit sich nach Hause. Später drangen diese Karawanen bis Aden vor — das bei den Juden! „Eden" hieß am indischen Ocean, in dessen Nähe 1 damals auch das Königreich Saba existirte, und gründeten daselbst eine Niederlassung, um von hier aus Handelsverbindungen auch mit Südafrika und Indien anknüpfen zu können. Diese Niederlassung hat sich noch bis auf unsere Tage herab erhalten, und die isr. Cultusgemeinde zu Aden ist somit die älteste noch existirende außer - palästinensische jüdische Ansjedlung. (Die Behauptung der Juden in Aden, daß ihre Stadt das biblische „Ezion Gaber" sei und daß unweit von hier die Juden durch das Rothe Meer gegangen wären, weßhalb sie noch immer in ihren Ehescheidungs - Briefen „Ezion Gaber" statt „Aden" schreiben, ist nur eine Legende, da Geschichte und Geographie dagegen sind, llebrigens siehe Ezechiel, Kapitel LLVU. Vers 23, wo „Aden" ausdrücklich „Eden" genannt wird) König Salomon, der zum Bau des Tempels und seiner Paläste viel edles Metall benöthigte, warf gleich nach seiner Thronbesteigung seinen Blick sogar auf das ferne, aber an Gold', Silber und edlen Steinen so reiche Indien, das bei den Israeliten „Hodu" (altpersisch „Hendu" und arabisch „Hind") hieß und er rüstete ganze Flotten aus, die ihm aus den dortigen Bergen edles Metall und Gestein und aus dessen Urwäldern Elfenbein (Schenhab) , Affen (Kopiim) und Pfauen (Tokiim) holen mußten. Derselbe König soll dann, wie die Juden in Cocin (Indien) erzählen, an der Küste von Malabar mehre jüdische Niederlassungen gegründet haben, um so einen steten Verkehr zwischen se nem Lande und Indien zu ermöglichen und auch für die Zukunft zu sichern. Historische Nachrichten sind darüber jedoch keine vorhanden. Um das Jahr 722 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung machte Tiglat Pileffer, König von Assyrien, dem Reiche Israel ein Ende und verbannte dessen Bewohner nach Chabur (Kabul), Helah (Balkh), Hara (Herath) und an die Ufer des Stromes Gosan (Amu). Viele dieser verbannten jüdischen Familien verließen bald nachher ihre Wohnsitze in Central- Asien, wandelten nach dem reichen und schon damals hochcultivirten Indien aus und gründeten an den Ufern des Ganges und an der malabarischen Küste jüdische Gemeinden oder Niederlassungen. Möglich, daß sie sich hier mit ihren noch aus den Zeiten Salomo's daselbst angesiedelten Brüdern zu einem Gemeinwesen vereinigt haben. Bon diesen jüdischen Gemeinden existiren heute noch I einige Ueberreste, zumeist an der Küste von Mai labar, die mit Ausnahme ihrer Gesichtsfarbe, die * | heute schon gänzlich der der übrigen Bewohner Indiens deicht, noch ganz die Lebensweise und Gewohnheiten ihrer Urväter in Palästina beibehalten haben. Eine größere Gemeinde von ihnen 9 Aus der „N. fr. Presse.'

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