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Der Israelit · 1875-10-13 · Heft 41-42 (13.10.1875) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 41-42 (13.10.1875)
Date
1875-10-13
Page
– (sequence 26)
Language
German
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w 934 Erwerb- und Besitzverbot von ländlichen Grundstücken anwendbaren Gesetze und Verordnungen beseitigt sein solle . . . Aber man wirft uns vor, daß die Juden das Necht haben werden, Grundstücke in den Städten zu erwerben. Nun, wie könnte dies anders sein? Dieses Recht haben sie stets gehabt; sie haben es nur nicht für ländliche Grundstücke gehabt, und wir gewähren es ihnen keineswegs .... Dieselbe Auslegung soll für die österreichischen wie für die einheimischen Juden gelten. Nach dieser Auseinandersetzung kann über die Absichten der rumänischen Regierung und über den Zweck der in den Vertrag aufgenommenen, mehr oder weniger klaren Beschränkungen nicht der geringste Zweifel sein. Letztere zielen offenbar nur auf die Israeliten. Es erübrigt nur, zu erfahren, ob die österreichisch-ungarische Negierung gegen diese, bei der öffentlichen Discussion des Vertragsentwurfs gemachte Auslegung gar nicht protesti'ren wird. — Anläßlich der Unruhen von Kustendil hat das Comite von Constantinopel ein Dankschreiben an den bulgarischen Exarchen zu Constantinopel gerichtet, der „durch seine edlen Rathschläge in bedeutendem Maße zur Beruhigung der Gemüther beigetragen hat". Hier die Antwort desselben an dieses Comitö: Constantinopel-Ortakeui, ."0/12. Juli 1875. „Meine Herren! Mit wahrem Vergnügen habe ich Ihr geehrtes Schreiben vom l. d. M. erhalten und danke Ihnen herzlich für Ihre Gesinnungen gegen mich. Ich überlasse mich gern dem Glauben, daß durch unsere gemeinsamen Bemühungen die Beziehungen guter Freundschaft zwischen Israeliten und Bulgaren von dem beklagenswerthen Vorfall zu Kurstendil keine Schädigung erfahren und daß sich in Zukunft ähnliche Unruhen nicht mehr wiederholen werden. Genehmigen Sie rc." — Das Comite von Constantinopel hat beschlossen, ferner ein Journal zu subventioniren, das die Interessen des Judenthums daselbst vertheidigt; in einem Lande, sagt es, wo die Jsraebiten noch Gegenstand ungerechter und oft heftiger Angriffe sind, muß man ein Journal haben, das sie engerisch unterstützt und für ihre Sache eintritt. Die Israeliten von Marocco. — Das C- Comite hat weite Mittheilungen über die bedauerlichen Gewaltthaten erhalten, deren Opfer die Israeliten in letzter Zeit gewesen sind. Dank den Bemühungen des Herrn Matatia, des Dolmetschers im Englischen Consulat, ist zwischen der Wittwe des im Dezember 1874 zu Muarha, in der Nähe von Larache, ermordeten Messud Sebag und den Mördern ein Arrangement zu Stande gekommen; Letztere verpflichteten sich, der Wittwe 1150 Fr. zu zahlen, und haben diese Summe bereits im Juli c. entrichtet. — Der Mörder des Israeliten von Arzila ist arretirt und nach Larache ins Gefängmß gebracht worden. — Der italienische Consul H. ^covasso nimmt sich der Wittwe und der Kinder des Barsesat an, der in Folge von, auf Befehl des Gouverneurs von Larache ihm ertheilten Stockschlägen gestorben ist. Der Sohn des Verstorbenen fordert unter Anderem auch 700 Piaster, die seinem Vater von den Vollstreckern jenes Befehls genommen worden sind. Die Israeliten von Tripoli. — Das C- Comits erhält auf indirektem Wege folgende Mittheilungen : „Die israelitische Bevölkerung von Tripoli betragt ungefähr 5000 bis 6000 Seelen; in der ganzen Regentschaft beträgt die Zahl derselben circa 25,000 Familien. Der Handel ist fast vollständig in den Händen der Israeliten, von denen einige sehr reich sind. Die Mittelklasse ist ziemlich zahlreich; fast überall herrscht Wohlstand, trotz der Sitte, die Kinder in früher Jugend (zu 15 bis 16 Jahren) und ohne jede gesicherte Zukunft zu verheirathen. Obgleich die Israeliten dort in gewisser Achtung stehen, bekleiden sie doch bei der ottvmanischen Verwaltung nicht ein einziges öffentliches Amt; nur einige Confuln haben israelitische Dragomanen. Auch eine Anzahl europäischer Familien, größtentheils Italiener, gehören zur isr. Gemeinde von Tripoli. Von den 3 christlichen Schulen, die dort bestehen, sind 2 italienisch und 1 französisch; Letztere wird auch von circa 30 israelitischen Kindern besucht, während in den beiden anderen deren kaum 2 oder 3 sein mögen. Die Gemeinde erhebt jede Woche von drFleischfteuer eine Summe von 1600 Piastern für die Armen; mehr als die Hälfte dieser Summe wird verschleudert, und man glaubt, daß man 400 Piaster davon wöchentlich zur Unterhaltung einer Schule bestimmen könnte, wenn die^llianoo ihrerseits sich dafür interessiren und daran Antheil nehmen wollte. Diese Schule würde schon anfänglich 150 bis 200 Zöglings und mit der Zeit sicher deren noch weit mehr zählen. Das C.-Comite will direkte Mittheilungen von dort abwarten.

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