Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1875)
- Date
- 1875-10-13
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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auch fcet denen in der Provinz Jemen, und überall hin ward die Kunde getragen, daß jetzt der wirkliche Messias der Juden gekommen sei, der bald in „El-Kuds" (Jerusalem) seine Residenz aufschlagen werde. Von allen Gegenden Arabiens begannen deshalb die Juden zu' diesem Messias zu pilgern, der seine Wohnstätte auf einem Berge im Süden der Stadt Marida hatte — er wollte nämlich nicht mehr unter den Mohamedanern wohnen, um nicht durch deren Nähe verunreinigt zu werden — brachten ihm reiche Geschenke dar und erklärten sich auch bereit, unter seiner Fahne gegen die „Jsmaeliten" (Araber) zu kämpfen. In einigen GemeindenArabiens ging man sogar so weit, daß man zu Ehren des Messias den Text der Gebete änderte' Während dieser Zeit aber, als sich dieser neue Messias mit der Bildung seines Ministeriums, der Ausrüstung seiner Armeen und der Ernennung seiner jüdischen Generale und Feldmarschalle beschäftigte, hatten die Heere des Padischah in Konstantinopel das ganze Königreich Jemen erobert und Abdel-Aziz war somit der unmittelbare Nachbar des zukünftigen „Königs vou Jerusalem", der aber einstweilen in der Provinz Hadramaut privatisirte, geworden. Letzterer, wohl fürchtend, daß ihn seine Krone in einen großen Conflict mit dem Padischah, der auch über Jerusalem herrscht, verwickeln könnte, besann sich schnell eines Bessern und erklärte seinen Anhängern, daß er einstweilen auf seine Messiaswürde verzichte, dieselbe jedoch wieder übernehmen werde, sobald ein Ruf des Himmels ihn nochmals dazu einladen wird. Seine Anhänger waren mit diesem Entschlüsse zwar nicht einverstanden, sie fügten sich aber dennoch dem Willen ihres Messias.- Jbn David verschwand bald darauf aus der Provinz Hadramaut und sein Name verscholl gänzlich. Jetzt aber höre ich durch Südarabische Kaufteute, daß Jbn David sich wieder der Oeffentlichkeit zu zeigen beginne und daß seine Anhänger schon mit voller Zuversicht darauf rechnen, daß er bald sein Wort einlösen und sich die Krone Israels auf's Haupt setzen wolle." Feuilleton. Haus Ebers. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Ich will nicht streiten .... qui vivra verra", sprach Fallenberg kurz . . . „ich fahre fort; auf Wiedersehen!" mir Darf er aber noch einen! Blick zu, einen Blick so unverlöschlich wilden Hasses, ' daß ich noch heute sein flammendes Auge vor mir i zu sehen glaubte. . . . "! „Baron Tondern, ein guter, langjähriger i Freund, suchte mich auf alle mögliche Weise zu beruhigen, er vertröstete mich auf deu kommenden Morgen .... da wollten wir dem Fallenberg seine lächerliche Behauptung triumphirend widerlegen . . . . " * „Er ließ nun eine Flasche Bier, Butterbrod und Sardinen vorsetzen .... ich konnte keinen Bissen hinunterbringen, inftinctiv fühlte ich, daß es einem abgefeimten Schurken gelingen würde, mich um das Glück meines Lebens zu bringen." „Sonst pflegten wir, Baron Tondern, ich und irgend ein Dritter — die Baronin, oder einer seiner Beamten, einige Robber Whist zu spielen, aber bei meiner heutigen Aufregung, hatte ich die Einladung hierzu abgelehnt und suchte bald meine Schlafkammer auf. Es war für mich nämlich im Schlosse ein Gastzimmer zu meiner Disposition, das ich bei meiner häufigen Anwesenheit benützte. — Ich verrichtete mein Abendgebet, und ging unmuthig auf und ab. Ich pflegte sonst vor Mitternacht nicht zu Bette zu gehen .... ich wußte nicht, was ich beginnen sollte .... ich entschloß mich endlich zu einem kleinen Spaziergang in der Hellen Mondnacht. Ich verließ das Schloß, ging eine Weile die Allee der Landstraße entlang. In meine Gedanken versunken, bemerkte ich nicht, daß es immer öder und öder wurde, endlich sah ich so weit mein Auge reichte, keine menschliche Seele. Plötzlich höre ich das Rollen eines Wagens und bald kommt dieser näher .... es war Fallenbergs Equipage, er war allein, er kutschirte selbst, er mußte seinen Kutscher unter irgend einem Vorwand fortgeschickt haben.er war offenbar zurückgefahren." „Das war auffallend." unterbrachen beide Eberstein gleichzeitig den Erzähler. „Ja wohl .... es war auch mir auffallend .... von dem Schatten der Bäume begünstigt, folgte ich unbemerkt dem Wagen, der langsam fuhr, derselbe hält vor einem kleinen abseits stehenden Häuschen, ich kannte es wohl, es war die Wohnung des Oberdreschers, der angeblich den Schlüssel der Kanzlei verloren hatte. Ich kam gleichzeitig mit dem Wagen an; von dem Gemäuer eines in der Nähe stehenden Brunnes gedeckt, erwartete ich gespannt, was geschehen würde." ..Fallenberg schlug mit der Peitsche an das Fenster der ebenerdigen Wohnung; Olbig trat heraus. „Nun!" flüsterte Fallenberg .... „wohl gelungen? Ihr habt doch den Sch.?" Q V b« A Ul w ih G de vc hi tei du sei er in bei we me mi we vei wi bei ver fiel mei es Sä das Sn Bei Zäl Th. \SöC nad delr beiu eine ist 1 Sch vom rik ,