Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1875)
- Date
- 1875-10-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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910 gegen die Überlegenheit Israels? Ist doch selbst der geringe und ungebildete Jude in der That mehr als der reiche, vornehme und mächtige Nichtjude; denn Jude zu sein, dem auserwählten Volke anzugehören, ist etwas so unendlich Großes, daß alle Schätze, materielle wie geistige, nicht im Entferntesten daran hinanreichen. Es gibt also in der Welt eine'Gliederung, eine Abstufung, die dem Rathschlusse des allwcisen Gottes gemäß geworden ist. Diese Gliederung und Abstufung zeigt sich nicht nur in der menschlichen Gesellschaft , sondern auch in der ganzen Schöpfung. So antwortete einst ein weiser Rabbi im Talmud dem griechischen Philosophen, der sich über die Bevorzugung Israels beklagen wollte. „Warum," fragte er, „sind nicht alle Menschen gleich? ' — „Warum," fragte der Rabbi dagegen, „sind nicht alle Esel und Pferde Menschen?" Freilich unseren modernen Darwinisten würde eine solche Antwort kaum genügen; sie würden behaupten , daß nach ein Paarmal hunderttausend Jahren sich die Pferde und Esel zu Affen und diese wieder nach einigen hunderttausend Jahren! zu Menschen .durch und unr das Dasein gekämpft 1 haben würden." Verständigen und unbefangen urtheilenden Menschen dagegen genügt die fast 2 00 Jahre alte Antwort des weisen Rabbi noch heute. Es gibt gewisse Schranken, die der Weisheit des Schöpfers ihr Dasein verdanken, und diese sind unüberstciglich und können nicht hinwcgeraumt werden. - Blicken wir aus das staatliche Leben der Völker. Die erbliche (beschränkte) Monarchie ist gewiß eine der besten und segensreichsten Institutionen, deren sich civilisirte Völker erfreuen. Dennoch ist sie, im Lichte der reinen Vernunft betrachtet, etwas Widersinniges. „Daß der blinde Zufall der Geburt ein Individuum über alle andern erheben, es zur bestimmenden Macht über die Schicksale von Millionen machen, daß dieser Eine trotz möglicherweise beschränkter Geisteskräfte oder verkehrten Charakters, der Herr, und so viele Bessere und Intelligentere seine Unterthanen heißen, daß seine Familie, seine Kinder hoch über allen andern Menschenkindern stehen sollen — dies verkehrt, empörend, mit der ursprünglichen Gleichheit aller Menschen unvereinbar zu finden, dazu braucht es nicht viel Verstand, weshalb derlei Redensarten auch jederzeit den beliebten Tummelplatz demokratischer Plattheiten gebildet haben. Mehr Geduld, mehr Selbstverleugnung, tieferes Eindringen und schärferen Blick erfordert es, zu ermessen, wie genaue in dieser Stellung: eines Einzelnen mit seiner Familie auf einer Höhe, wo der Streit der Interessen und Parteien ihn nicht erreicht, wo er jedem Zweifel an seiner Befugniß, jedem Wechsel außer dem natürlichen, den der Tod herbeiführt, entnommen, aber auch in diesem Falle ohne Wahl und Kampf durch den gleichfalls natürlich vorherbebeftimmten Nackfolger ersetzt ist — es liegt weniger auf der Oberfläche, sage ich, wie eben hierauf der Segen, die Stärke, der unvergleichliche Vorzug der Monarchie beruht. — Also ur theilt einer der freisinnigsten Denker des Jahrhunderts, dessen religiöse Ansichten wir im Vorstehenden oft' bekämpft haben, David Friedrich Strauß, in seinem Buche „der alte und der neue Glaube." Für uns ist allerdings, was er „blinden Zufall der Geburt" nennt, kein solcher; mir wissen, daß 'i T3 oo)o daß Gott die Geschicke der Völker lenkt und deren Herrscher nicht allein bestimmt, sondern auch auf sie bestimmend einwirkt. Auf dem socialen Gebiete ist das Streben nach Nivellirung ebenso unberechtigt wie auf dem politischen. Alle Menscken social gleichzustellen ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil eben die Menschen von Natur geschieden sind. Würde es den Socialisten an irgend einem Orte gelingen, das Vermögen zu theilen und die sociale Gleichheit j herzustellen, so würde dieselbe nicht einen Tag j andauern. Die Intelligenten und Engergischen würden i sofort eine hervorragende Stellung einnehmen und! sich auf Kosten der Beschränkten und Energielosen! ein größeres Maaß von Lebensgenüssen verschaffen, j die Arbeit dagegen auf andere Schultern abladeu.! Am Thorichtsten jedoch ist das System der! Nivellirung auf religiösem Gebiete. Die Gesetze, die Gott uns gegeben, sie sind unser eigentlich"s Glück und Heil, unsere unendliche Bevorzugung; sie aufzngeben wäre nichts als ein Sichentäußeren der unschätzbarsten Güter, ein Hinabsteigen von der höchsten Höhe der durch Jahrtausende bewährten i Wahrheit in den Schlamm der Lüge und der! niedrigsten Leidenschaften — vom Leben zum Tode. 2'2p.O'0'y^ DDnEOn , X'H '3 Drvtyyi Dmosn con ny pi now vr*ci D'pinn ‘io nx pyOlv' ipn DHrtet ft vtiü »ü '2 ’o . n?n bmn vb *>ru 'N '2i . iHx ljjnp P2I um1?« '"D O’unp iwh nNKi mmn toa D'pns Q'vLVvi oipin V? .□vn DO'JSP iSTJ ..Und ihr sollt sie halten und vollziehen; denn das ist eure Weisheit und eure Vernunft vor den Augen der Völker, die da hören werden alle diese Satzungen und sprechen, ein wahrhaft weises und vernüftiges Volk ist riese große Nation. Denn welches Volt ist groß, als das, dem Gott so nahe ist wie der Ewige unser Gott, wo immer wir Ihn - anrufen! Und welches Volk ist groß, als das,