Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 41-42 (13.10.1875)
- Date
- 1875-10-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. M LI «? M2. Der Israelit. Ein Gentral - Hrgan für das orthodoxe JuLenIßuyt, Heraus gegeben von vr. Lehmann ui Mainz. Mittwoch, den 13. October 5636 (1375). Tj -y ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonmrt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Vf Wir geben beute eine Doppel-Nummer, da In nächster Woche wegen des hl. Laubhütten-Feftes kein Blatt erscheint. Die nächste Rümmer wird Mittwoch, den 27. Oetober, ausgegeben. Inhalt. Leitende Artikel: Unsere Zeit, ihre Bestrebungen, rhre bewußten und unbewußten Ziele. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. ReeS. Aus Berlin. W:rmbrunn. Leipzig. — Oesterr. - Unga^. Monarchie: Wien. Wen — Frankreich: Paris. Paris. — iürfei: Konstantnwpel. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Haus Ebers. -«statt der erste« Metkage: Leitender Artikel: Reisebriefe. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Neuweiler. — Oesterr. - Ung. Monarchie: Pesth. — Schweiz: Bern. — England: London. — Rußland: Petersburg. — Arabien. — Feuilleton: Haus Ebers. A«st«tt der zweite« Zseitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ung. Monarchie: Pesth. Altosen. — Italien: Corfu. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Bilder aus dem alten Prager Ghetto. Anhalt der dritte« Netkage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. Frankreich: Paris. — Afrika: Algier. — Feuilleton. Die Juden in China und Indien. Anhalt der Krtra - zrettage: Spenden-Verzeichniffe. Lektender Artikel. Nufere Zeit, ihre JkftrrliMgn, ihre tara|- te» »d »»brwsßtr« Zirlr. XVN. Mainz, 5. Ocptober. Ein maßgebender und bestimmender Grundzug unserer Zeit ist daS Streben nach Nivellirung aller Unebenheiten «ud Ungleichheiten; es ist das auf dem Gebiete der Politik die Demokratie, auf dem Gchiete der gesellschaftlichen Zustände VdS Auftreten und das in steter Vermehrung Begriffensein de» SoeialiSmuS, auf dem Gebiete der Religion das Abstreifen aller beschrankenden Gesetze und Vorschriften. Daher ist die gegenwärtige Zeit mit ihren Zielen und Bestrebungen dem Judenthume so ungünstig. Das Judenthum lehkt allerdings auch die volle Gleichberechtigung aller Menschen in Bezug auf deren ursprüngliche Beschaffenheit. Alle Menschen find Brüder, denn Ei« Gott hat unS alle erschaffen, wir stammen Alle von Einem Elternpäare ab. Allein im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende haben sich Ungleichheiten auSgebildet. Der fromme Wandel der Vater, Abraham, Jizchak und Jakob, hat der ihnen entstammten Nation ein so eigenthümliches Gepräge verliehen, daß Gott diese Nation aus allen andern erwählte, damit sie Seinen Namen trage und die höchsten Ideen, welche daS Glück und das Heil der Welt bedingen, vertrete. Diese Bevorzugung hat für Israel bis jetzt nicht Macht, nicht Reichthum noch andere irdische Güter gebracht; aber trotzdem existirt sie, und wird, wenn auch widerwillig, selbst von unfern schlimmsten Feinden anerkannt uww. Denn was sind die Hetzartikel der ultramoataaea «ud feudalen Zeitungen und Broschüren, wie fie jetzt maffenweise die Welt überschwemmen, anders als Ausbrüche der Wuth, des Zornes und des Neides