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Der Israelit · 1875-10-06 · Heft 40 (6.10.1875) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 40 (6.10.1875)
Date
1875-10-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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898 wird vom Rath der königlichen Residenz das Epitheton „jüdisch" nicht unterlassen. Und sehr richtig wäre es, wenn der betreffende Herr die Steuer per Post einschickte mit der Adressirung: „An die protestantische (oder katholische?) Stadtsteuer- Einnahme." Auerbach. Stratzbrrrg. In der Landesberathungs- Commission für Elsaß und Lothringen drückte Herr lntoni seine Anerkennung aus, daß die Regierung bemüht sei, die verschiedenen Bedürfnisse der Culte zu befriedigen, bedauerte jedoch, daß, während die Wittwen von Beamten und Lehrern seitens der Regierung eine ansehnliche reguläre Pension erhalten die von Pastoren und Rabbinen nur eine solche bis höchstens 240 Mark empfangen. Um diese Pensionen erhöhen zu können, beantragte er die betreffenden Posten im Budget von 17000 M. auf 25000 M. und von 12000 M. aus 15000 M. zu erhöhen. (Elf. Journ.) Oesterr.-Ungarische Monarchie. Pefth. Als Curiosität theile Ihnen in Bezug auf das von der Congreßpartei projectirte Rabbinerseminar eine interessante Namensverwechselung seitens der in London erscheinenden „Jew. World" mit. Genanntes Blatt schreibt nämlich: „Unter den Auspicien der Reformpartei wird vom Cultusminister in Tresort (Ungarn) ein Rabbiner- Seminar errichtet." Holland. Amsterdam. Nach einem von einer Wohlthätigkeitsgesellschaft veröffentlichten Bericht befinden sich unter den 30,000 Juden in hiesiger Stadt 11,000 Arme. Doch hat sich die Zahl der Unterstützung Bedürftigen bedeutend redueirt; gegenwärtig nehmen nur noch 1100 Personen milde Gaben an. (Jew. World.) Frankreich. Paris. In seiner Nummer vom 3. Sept. veröffentlicht der „Univers" einen langen Artikel unter dem Titel: „Die Philoxera nach der Bibel," in welchem großes Lob über die mosaischen Ackergesetze , die sabbatliche Ruhe der Erde, über das Verbot der Besäung eines Stückes Feldes von zweierlei Gattungen u. s. w. ausgesprochen. Der Verfasser, der besonders die auf den Wein Bezug habenden Stellen anzieht, behauptet, daß in dem Verse der Bibel (5. B. M. Cap. 28, V. 39): „Du wirst Weinberge pflanzen, aber keinen Wein davon trinken, denn der Wurm wird ihn verzehren," die Philoxera angedeutet sei. Der hebr. Text, welchen der Verfasser nicht kennt, beißt: nybnn 'v. Nach ihm wäre das Manna in der Wüste, welches trotz des Verbotes über Nacht anfbewahrt worden, auch von der Philoxera heimgesucht worden; denn die Schrift gebraucht daselbst denselben Ausdruck: oti »fcO'i (2. B. M. Cap. 16, V. 20). (Un. Jsr.) England. London. Samstag den 18. September besuchte Sir Moses Montefiore am Vormittage die portugiesische und am Nachmittage die große deutsche Synagoge, wo von den betreffenden Herren Oberrabbinen ein hebräisches Dankgebet für die glückliche Rückkehr des greisen Philantropen verrichtet worden. Als am Nachmittage Sir Moses Montefiore die Synagoge verließ, hatte sich auf der Straße circa 4000 Personen, Juden und Christen, versammelt, die sich an Sir Moses herandrängten. Das Gedränge wurde so groß, daß die Polizei einschreiten mußte, um Sir Moses einen Durchgang zu verschaffen. Der Enthusiasmus war allgemein; Hüte, Taschentücher wurden geschwänkt, Hurrah aufHurrah erfolgte und die ganze Menge begleitete den gefeierten Mann in seine Wohnung, wö die Sympathiebezeugungen von Neuem begannen, und erst dann gingen die Leute auseinander, als Sir Moses vom Fenster aus einige Worte an die Versammelten gerichtet hatte. (Jew. World). Feuilleton. Dildrr aus dem alten Prager Ghetto. Erzählungen von S. Kohn, Verf. des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Der Tat aber hat mich fest an der Hand genommen fährt Budweiser fort, „und hat gezittert , das habe ich gespürt, wie er mich geführt hat . . . zu Haus Hab' ich noch mit dem Taten e lange Red' und e Sog *) gehabt, ich aber Hab' wie immer die Wahrheit gesagt , und zuletzt hat mich der Tat gebenscht und geküßt, und gesagt: Ich Hab' gewußt, Du bist ka Mosser, das ist der 1) Auseinandersetzung.

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