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Der Israelit · 1875-09-29 · Heft 39 (29.9.1875) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 39 (29.9.1875)
Date
1875-09-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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870 tut war, welche die Chamiten in ihren verschiedenen Gottheiten verehrten. Stoff, Kraft, Zuchtwahl, Kampf um's Dasein. Kreislauf des Stoffes sind die modernen Bezeichnungen für jene längst verstorbenen Götter. Wie jene Götter die Menschen nicht hinderten, die größte Gräuel zu begehen, den schrecklichsten Lastern zu fröhnen und mit dem Rechte des Stärkeren die Schwächeren zu knechten und zu verderben, so legen auch jene Ausdrücke der modernen Naturwissenschaften den Menschen keinen Zwang auf; wie aber jene alten Chamitischen Völker nicht ganz ohne jede Sittenlehre, ohne jeden Rechtsbegriff sein konnten, weil sonst die menschliche Gesellschaft nicht einen Augenblick Bestand haben könnte, so suchen auch die modernen Philosophen und Naturforscher oder deren Gesinnungsgenossen nach irgend einem Halt, von dem ans sie Recht und Tugend constrmren könnten. Da soll es bald das Selbstbewußtsein, das dem Menschen innewohnende Rechts- und Sittlichkeitsgefühl sein, was diesen Halt bietet oder (nach Strauß „der alte und der neue Glaube") die Pietät gegen das Universum oder die Natur als den Urquell alles Lebens. Auf diesem letzten Punkte siud die Herren bereits dabei angelangt, auch die religiöse Gestaltung der alten Chamitischen Weltanschauung ihren angeblichen neuen Ideen hinzuzufügen, und wer weiß, ob nicht nach Jahrzehnten der alte Baals- und Molochdienst in verjüngter Form wieder aufsteht. Soviel steht jedenfalls fest, daß, wie einst die Chamitische Weltanschauung ihre Bekenner zu Untergang und Verderben geführt hat, auch die moderne,' angeblich welterlösende Naturvergötterunq ein ähnliches Resultat haben wird, hcHen muß. Es ist wahrhaft überraschend, wie der alte Chamismus in den modernen Anschauungen wiederauflebt. In Indien und Aegypten hat vor Jahrtausenden die Vergötterung der Natur zum Thierdienste geführt. Die Anfänge dazu sind bereits heute wieder da. Die große Kluft, welche das Judenthum zwischen Mensch und Thier gezogen, sucht man zu überbrücken, auszufüllen. ' Hat der Mensch keine unsterbliche Seele, keinen denkenden Geist, ist es vielmehr nur die Materie, welche das Denken besorgt, so ist der Mensch vom Thiere nicht durch den gottentftammten Geist geschieden, sondern nur ein vollkommner gestaltetes Thier. Das ist auch der Grundgedanke des Darwinismus. Der Mensch, dem Affen entstammend , dürfte doch diesem seinem Stammvater die schuldige Ehrerbietung nicht versagen — der erste Schritt zur Thiervergötterung würde dann gethan sein. Welch* ein grenzenloser Unsinn dieser Darwinismus, diese angebliche Entwickelung der höheren Gattungen aus den niederen Arten ist, brauchte verständigen Menschen nicht erst gesagt zu werden. Er ist nichts als eine Modekrankheit. Die gegenwärtige Zeitströmung. hervorgerufen durch die Entwickelung und in Folge dessen durch das Uebergreifen der Naturwissenschaften, hat sich dem allmächtigen Schöpfer abgewandt, muß aber dennoch eine Erklärung für das Werden und Entstehen haben. Da nimmt sie denn mit Freude« den unsinnigen Darwinismus auf, weil dieser ihr sich im naturwissenschaftlichen Gewandte bietet. Damit man jedoch nicht sage, daß wir dem Darwinismus mit Phrasen und bloßen Behauptungen entgegentreten, so wollen wir hier in kurzen Zügen die Grundlagen desselben widerlegen, und zwar nicht von religiös - philosophischem, sondern vom naturwissenschaftlichen Standpunkte aus. Daß aus den Affen durch Zuchtwahl oder andere Ursachen sich nicht Menschen entwickelt haben können, ergibt sich zur Evidenz aus der Beschaffenheit der Füße der Affen. Alle Affen können die große Zehe an den Füßen den übrigen Zehen entgegenstellen, — gleich wie den Daumen den Fingern, — was kein Mensch auf der ganzen Erde, kein Wilder, kein Idiot zu Stande bringen kann. Wieso sollen die Mensch gewordenen Affen diese Kunstfertigkeit, diese nichtzuunterschätzende Natnranlage verloren haben? Ferner zerfallen die Affen in viele Arten, innerhalb welcher es jedoch weiter keine Verzweigungen gibt, so daß alle Einzelwesen derselben Art einander gleichen, während die Menschen nur eine Art bilden, die wohl in Folge von Einflüssen des Klima's, der Beschaffenheit des Wohnorts und dergleichen in einzelne Rassen sich verzweigen, jedoch nicht so, daß diese Verschiedenheiten als Art-Verfchiedenheit angesehen werden können. Menschen der verschiedensten Rassen können sich untereinander vermischen, und die Abkömmlinge sind wieder zeugnngs - und gebärungsfähig, was der vollgiltigste Beweis, daß alle Menschen: Kaukasier, Mongolen, Neger, Indianer und Malaien zu einer Familie gehören, während sonst Bastarden, wie z. B. den Maulthieren, die Fortpflanzung abgeht. Wir haben hier zugleich einen vollgiltigen Beweis, daß die gesammte Menschheit trotz verschiedener Hautfarbe und andersgestalteter Backenknochen rc. von einem Paare abstammt, wie es uns das Wort unseres Gottes erzählt. Und dieses erste Menschenpaar ging aus der Hand des Allmächtigen hervor mit allen Fähigkeiten und der Anlage zu allen Fertigkeiten, denen wir unfern heutigen Cultnrzustand verdanken, nicht aber hat es sich aus von Roth bedrängten Affen entwickelt, wn

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