Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 37 (15.9.1875)
- Date
- 1875-09-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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834 zählten angemessene Stimmung zu versetzen, in kürzester Zeit vollständig, daß der Autor einen bizarren, mit Raffinement ersonnenen Stoff behandelt. Jedenfalls ist Meyer Goldschmidt der größte Prosastilist Dänemarks, welcher es wohl verdient, in Deutschland allgemein bekannt zu werden. (Bresl. Ztg.) Schweden. Stockholm, 24. Aug. Bei der feierlichen Vertheilung der von der Jury der geographischen Ausstellung in Paris verliehenen Preise ist einem Mitglieds unserer Gemeinde, Herrn Prof. Rub ens o n, Vorsteher der Kgl. meteorologischen Central- Aastalt hier, eine der seltensten, höchsten EhrenauSzeichnungen, ein goldener Palmenkranz, der sonst nur den Rittern der Ehrenlegion zu erkannt wurde, zu Theil geworden. Herr Prof. Rubenson hat auf dem Congrej eine artificielle Darstellung des Nordlichts vorgeführt, die großes Aufsehen erregte. (Jsr. Wchfchr.) Palästina. Eine französische Gesellschaft, bestehend auS den HH. du Temple, Carayon-Latour, d'Aboville, Lorgeril, Graf Diebach. Contre-Admiral Kerjbgu u. s. w., hat von der Pforten-Regierung die Concefsion zum Bau eines Hafens in Jaffa und zur Anlegung einer Eisenbahn von Jaffa nach Jerusalem erwirkt. Australien. Nach der veröffentlichten Statistik der Einwohner von Süd-Australien nach Religionen wohnen in dieser Colonie 435 Juden, die eine Synagoge nebst einer von 45 Schülern besuchte Schule besitzen. (Jew. Chr.) Amerika. Baltimore. Dem „Jew. Record" wird von hier geschrieben, daß die Synagogen in Folge der Abwesenheit der Cultusbeamten und vieler Mitglieder fast ganz leer sind. Der Vorsänger einer dieser Gemeinden weiß dies als praktischer Amerikaner auch gleich zu benutzen; er betet mit Dampfkraft vor, er bringt es fertig, daß der Gottesdienst am Sabbat incl. des Thoravorlesens in 42 Minuten aus ist. Afrika. Al-ier. Nach den franz. jüd. Blättern soll unter den algierischen Juden eine Petition zur Unterschrift circuliren, die bei der Nationalversammlung die Zurücknahme des DecretS, das ihnen die Naturalisation als franz. Bürger gewährt, bezwecken will. Feuilleton. Hass Edrrs. Erzählung von S. K o h n, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) Sechstes Kapitel. Es waren wieder acht Tage verflossen. Die Verhältnisse im Hause Ebers hatten sich günstiger gestaltet. Sogar Carl Eberstein hatte sich mit dem Gedanken Clara Löwenstamm als Nichte zu betrachten, vollständig vertraut gemacht. Unparteiische und vollkommen glaubwürdige Gerüchte hatten den Eindruck, welchen die imposante Erscheinung des herrlichen Mädchens hervorrief, nicht genug zu rühmen gewußt. Man hatte sie nahezu als Unicum bezeichnet. Ueberdies hatten sich auch die Verhältnisse Löwenstamms in erfreulichster Weise geändert. — Wie dies im menschlichen Leben zuweilen geschieht, war mit einem Male durch ein Zusammentreffen glücklicher Umstände, in wenigen Tagen ein wahrhaft überraschender Umschwung der Sachlage eingetreten. Kurz vor dem Bekanntwerden jenes entscheidenden Geständnisses, welches der sterbende Verbrecher reumüthig ablegte, und welches Löwenstamm feine Freiheit und bürgerliche Ehre wiedergab, war Prinz Adalbert, ein Gönner Löwenstamms, von einer Reise um die Welt zurückgekehrt. Ein eigenthümlicher Vorfall hatte zu derselben Zeit mehrere Cavaliere zu einer Eingabe an den König veranlaßt, in welcher eine Revision des Prozesses angesucht wurde. Prinz Adalbert hiervon in Kenntniß gefetzt unterstützte dieses Gesuch persönlich und mit dem vollen Aufgebot seines Einflusses bei dem König. Eine Revision des Prozesses war allerdings durch das mittlerweile erfolgte Geständniß des Verbrechers überflüssig geworden, allein der König, auf diese allgemeines Aufsehen erregende Angelegenheit aufmerksam gemacht, würdigte die Akten, die ihm in Folge der erwähnten Eingabe unter-