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Der Israelit · 1875-09-08 · Heft 36 (8.9.1875) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 36 (8.9.1875)
Date
1875-09-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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807 ms«, Recueil de Chanta Religieux et populairs des Israeliles," worüber bereits im „Israelit" eine sehr vortheilhafte Recension erschienen ist, spricht sich Herr Naumburg über die Werte unsers Glaubensgenossen, n nobv, Salomvn de Rosst, welcher im 16/Jahrhundert in Mantua als Compvnist sowohl auf weltlichem als auch auf jüdischem Gebiete gewirkt hat, sehr deutlich aus, und hebt besonders hervor, daß ihm von den 8stimmigen Gesängen rwbvb nw« und Madrigalen des Componisten nur 3 Hefte a je eine Stimme zur Verfügung stehen und fordert er deßhalb die Gelehrten aller Länder auf, die etwa noch vorhandenen 5 Stimmen, die zur Zusammenstellung des Ganzen fehlen, wo sie auch sein mögen. ihm gefall, zukommen zu lassen. Es wurde nun diesem Wunsche entsprochen, indem Herr Baron Edmond de Rothschild zwei Hefte aus Venedig besorgte und der berühmte Rabbiner Marco Mortara aus Mantua aus der Bibliothek zu Bologna auch drei Hefte in den Besitz des Herrn Naumburg brachte. Somit ist das ganze Werk in einzelnen Heften, nach altmusikalischem Style und nach verschiedenen Schlüssel gedruckt, in den Händen des Vorgenannten, und ist derselbe jetzt bemüht, das Werk nach heutigem Notensystem correct in Partitur zu bringen und im Druck erscheinen zu lassen. Die größten musikalischen Größen erkennen an, daß die Schöpfungen von R o s s i mit Recht den klassischen Werken von Morales, Pale st rin a, Allegri, Victoria und Orlando di Lasso angereiht werden können Sangbare Melodien, rein contrepunkiischer Styl, neue elegante Harmonie sind glänzende Eigenschaften, durch welche sich Rosst ausgezeichnet und wird mit Erstaunen bemerkt, daß derselbe neue kühne Harmonien anwendet, welche erst 100 Jahre später in der Musik Eingang fanden. 'OO«i 'i lebte zur Zeit des hochberühmten Componisten Monteverde als Kammermusiker am Hofe des Herzogs Alfons Gonzaga in Mantua. Sein Zeitgenosse und Freund war der weltbekannte RabbinerJehuda Arce de Modena, welcher zu den Gesängen Rosfi's eine Einleitung in hebräischer Sprache verfaßte' und den hebräischen Text nach gründlicher Sprachkenntniß der Musik anpaßte. « (lieber Letztgenannten siehe mnn mD.) Auf das Werk nimmt Verfasser Abonnements an. Preis 35 Frs. Merzig, den 28. Juli J 875. G. Schnerb, Cantor. Zeitungsnachrichten & Correspondeuzen. Deutschland. 3n Darmstadt wurde bei der am 31. August stattgehabten Wahl eines Landtags - Abgeordneten an Stelle des Handelskammer-Präsidenten Weber, swrlcher sein Mandat niedergelegt hat, der Banfilier Otto Wolfskehl (Israelit) mit 29 Stimmen gegen 24, welcye auf George (Büdesheim) fielen, gewählt. Es find nunmehr 3 Israeliten in der Hess. Kammer. Berlin. Das Augustheft des Centralblattes für die gesammte Unterrichlsverwaltung in Preußen gibt S. 459 bis 478 eine genaue, nach den Provinzen geordnete Uebersicht der Gymnasien nebst Vorschulen, der Progymnasien, Realschulen u. a. höherer Unterrichtsanstalten, der Zahl ihrer Lehrer und Schüler u. a. m. Das Material ist eben so übersichtlich dargestellt, wie sorgfältig gesichtet und bietet für den, der auch aus Zahlen lernen kann, eine Fülle des Interessanten und Belehrenden. In Betreff der religiösen Bekenntnisse fällt auch diesmal wieder die überwiegende Betheiligung der jüdischen Glaubensgenossen an den genannten Anstalten in's Auge. Thaten reden; Zahlen sprechen. Es mögen einige der wichtigeren Angaben folgen. Ostern 1874 zählte Preußen 226 Gymnasien mit 2461 ordentlichen. 295 wissenschaftlichen Hilfs-, 405 technischen Lehrern und 56,9-t2 Schülern, nebst 7022 Schülern in den Vorschulen. 2418 Abiturienten erhielten das Zeugniß der Reife. Von ihnen studirten 199 evangelische, 189 katholische Theologie, 671 Jura, 362 Medicin rc. Die 30 anerkannten Progymnasien hatten 226 Lehrer, welche 2900 Schüler unterrichteten. Von den Schülern der Gymnasien waren 43,887 evangelisch, 14,644 katholisch und 5894 jüdisch. Die Vorschulen zählten im Sommerseinester 7417 evangelische, 863 katholische und 1078 jüdische, die Progymnasien 1598 evangelische, 1357 katholische und 316 jüdische Schüler. An Realschulen 1. Ordnung hatte Preußen ( 9. Die 16 Realschulen II. Ordnung zählten 5169, ihre Vorschulen 1761 Schüler. — Die 11,5.3 (?) Schüler der 85 höheren Bürgerschulen wurden von 657 Lehrern unterrichtet. Von ihnen waren 2943 evangelisch, 350 katholisch und 16 l jüdisch. Nach der Zählung vom 1. December 1871 zählte Preußen 15,987,00t) evangelische, 8,271.000 katholische und 325,540 jüdische Bewohner, außerdem etwa 60 000 Dissidenten. Mit Rücksicht arf obige Angaben kam bei den Gymnasien ein evangelischer Schüler auf 364 evangelische, ein katholischer Schüler auf

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