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Der Israelit · 1875-08-25 · Heft 34 (25.8.1875) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 34 (25.8.1875)
Date
1875-08-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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760 Nationen haben Antheil an der künftigen Welt. —- Wir finden uns auch in keiner Weife beleidigt, wenn andere Religionen für sich das Prädikat der alleinseeligmachenden in Anspruch nehmen , ebensowenig wie wir unS unterstehen, uns auf irgend eine Weise in die (inneren) Angelegenheiten anderer Religionen zu mischen. Es gibt für uns allerdings keine religiöse Vorschrift, die uns über den Gehorsam gegen die Staatsgesetze hinweg setzen könnte und das talmudische «in «oh NmiDDT verpflichtet uns zur ebenso strengen Observanz der Staatsgesetze wie jeder anderen Religionsvorschrift. Wenn nun aber diese Organe, die namentlich in dem Kampfe gegen die sogenannten Maiqesetze eine hervorragende Rolle spielen, die würdige Haltung der sämmtlichen specifisch jüdischen Zeitschriften gerade diesen Kämpfen gegenüber in Betracht ziehen, so muß es uns um so mehr befremden, wenn wir in jüngster Zeit gerade in diesen Parteiorganen auffallenderweise so häufig einer Gehässigkeit und Aufhetzungssucht gegen die Bekenner des Judenthums begegnen. Ich will nicht darüber entscheiden, ob die Ansicht eines meiner Geschäftsfreunde in Fulda, der nebenbei bemerkt selbst ein ganz guter Katholik ist, aber doch nicht mit der „F. Z." durch Dick und Dünn geht, so ganz unrichtig ist; wenn derselbe behauptet, gerade diese Hetzartikel gegen die Juden sähen aus, wie eine geheime Ordre, die nach einheitlichem Plane in Scene gesetzt sei, um der Aufmerksamkeit der aufgeregten Gemüther eine andere Zielscheibe zu setzen, bei der vielleicht eher sich Erfolg erzielen ließe als gegen die hehre Autorität der «staatsgesetze. So kam mir dieser Tage eine Brochüre zur Hand, die den Titel führt: „Eroberung der Welt durch die Juden." Versuch nach Geschichte und Gegenwart von Mayor Osman Bey VII. Auflage, Wiesbaden bei Rud. Bechtold u. Comp. Dieser Versuch nach Geschichte und Gegenwart, dessen Verfasser neben dem türkischen Namen nur noch ein etwas türkisches Deutsch schreibt, sonst aber nicht aussieht als habe er je einen KrummfLbel geführt, ist ein so elendes Machwerk, daß es kaum der Mühe lohnen würde, auch nur ein Wort darüber zu verlieren, wenn es nicht anscheinend gerade für die unteren Volksschichten berechnet wäre, denen ein unbefangenes Urtheil solchen Aufreizungen gegenüber nicht immer zugemuthet werden darf. Der Verfasser, welcher merkwürdigerweise für die preußische Regierung auch nicht viel mehr Sympathien durchblicken läßt, als für die Bekenner des Judenthums, fängt an in Abraham den ersten Wucherer und Vertreter des „Princips des Interesses" zu erblicken. Der mit der Bibel nicht ganz unbekannte Bey hat aber doch ganz übersehen, daß gerade dieser Abraham von der mit dem Schwerte in der Faust eroberten Beute, die sich als früheres Eigenthum des Königs von Sodom herausstellte, auch nicht einen „Faden und nicht einen Schuhriemen" behielt, was der Herr Mayor Osman Bey schwerlich gethan haben würde. Warum wohl die damaligen Völker eben diesen Abraham mit k’km, göttlichen Fürsten titulirten? Wahrscheinlich hatten sie noch keine Kenntniß von diesem „Versuch nach Geschichte." — Auf diese Weise wird die ganze Geschichte „versucht." Die babylonische Gefangenschaft sowohl als die Zerstreuung der Juden durch die Römer war nach unserem Autor je nur eine „angreifende Bewegung, die auf eine allgemeine Eroberung abzielte." (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten & Correspondenze«. Deutschland. Aus Bayern. Der Artikel in Nr. 2s dies, gesch. Bl. betreffs der Centralarmenkaffe hat in Nr. 32 eine etwas gereizte Entgegnung seitens eines Herrn Correspondenten aus Unterfranken hervorgerufen, welche Schreiber dieses zu einer kurzen Replik veranlaßt: Jener Corresp., der „zu den Orthodoxen zu zählen die Ehre hat", was gar nicht bezweifelt werden soll, bedauert zunächst die im „eigenen Lager" divergirenden Ansichten in dieser Sache und glaubt dem „Herrn" aus Bayern" den Vorwurf machen zu können, einer so edlen und heilsamen Reform „destruktive Absichten unterzuschieben". Diese Unterschiebung aber wird jeder, der uusere Artikel gelesen, entschieden in Abrede stellen müssen! Jener Artikel hat die Sache ganz objektiv behandelt und die edle Absicht dieser neuen Einrichtung vorausgesetzt; eben deßhalb wurden auch die an der einen oder der andern Centralkaffe herrschen sollenden Mißftände so wie etwaige Unzufriedenheit vieler inländischer Armen mit dieser neuen Institution ganz unberührt gelassen. Es wurde lediglich an der Hand des uns maßgebenden Schulchan Bruch dargethan, daß diese Neuerung den Hilchos Zdvko keineswegs entspricht. Mag jener Herr Corresp. aus Unterfr. anderer Meinung sein, so bleibr ihm dies unbenommen. Es genügt uns vielmehr unsere sicherlich auf „Glaube und Humanität" beruhende Ueberzeugung dem jüdischen Publikum zur Prüfung und Beherzigung vorgetragen zu haoen, möge dasselbL

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