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Der Israelit · 1875-08-25 · Heft 34 (25.8.1875) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 34 (25.8.1875)
Date
1875-08-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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759 - Deßhalb also, wegen der freiwillig Ihm entgegengetragenen Ehrfurcht und Liebe hat Gott Israel erwählt und erhalten — erhalten der Feindschaft einer Welt und der größtmöglichen Ungunst der Verhältnisse gegenüber. Wir haben nunmehr das Lebensprincip Israels gefunden. Lehret eure Kinder, Gott zu fürchten, und Ihr verleiht, ibnen Leben und Fortdauer. — Es erübrigt uns noch, auch die Lebensprincipien der Nationen darzulegen, welche gegenwärtig die Herrscher des Erdballs sind. (Fortsetzung folgt.) Einige Worte über die neuesten judrnstindliche» Preßeycoguiste. Aus Kurhessen. Nr. 32 des „Israelit" brachte die Entgegnungsschrift des Hrn. Provinzialrabbiner Dr. Enoch '"3 zu Fulda auf die judenfeindlichen Angriffe der ultramontanen „Fuldaer Zeitung"; ich will hier über den weiteren Verlauf der Sache berichten. Die „F. Z." brachte in ihrer Nummer vom 9. d. M. einen wuthschnaubenden Artikel, den ein Blatt, welches dem Anstandsgefühl seines Leserkreises etwas mehr Rechnung zu tragen hat, nicht gut wieder geben kann. Sie sagt z. B., der Herr Provinzialrabbiner habe in „echt semitischer Weise einen gezwiebelten und getauchten Artikel" gegen dieses ehrenwerthe Blatt geschrieben u. s. w. Außer diesen Schimpfereien, die doch gewiß kein anständiger Mann billigen kann, da man derartige Ausfälle eher bei Straßenjungen als im Redactionsbüreau eines Blattes erwartet, welches sich die Vertretung religiöser Interessen zur Aufgabe macht, enthält dieser Artikel keine tatsächliche Widerlegung, führt aber zu seiner Vertheidigung mehrere Talmud- und Midraschstellen an, welche den Haß und die Verachtung, welche die jüdische Religionslehre gegen Andersgläubige, namentlich aber gegen die christl. Religion angeblich predige, beurkunden sollen. Die Redaction der „F. Z.", bei welcher allerdings Kenntniß der jüdischen Literatur möglich sein könnte, da deren Chefredacteur seine Erziehung bei den Jesuiten in Rom genossen, gibt sich dabei den Anschein, als habe sie ihre judenfresserische Weisheit wirklich direct aus erster Quelle bezogen und als schüttle sie diese Talmud stellen so ganz leicht aus ihren menschenfreundlichen Aermeln. Sie provocirt Herrn Dr. Enoch, der allen weiteren Jnvectiven der „F. Z." nur ein Schweigen der Verachtung entgegen bringen wollte, ob er auch für diese Talmudstellen nur ein Schweigen der Verachtung habe und triumphirt schon in dem Bewußtsein. ihren Lesern den Beweis geliefert zu haben, daß sie den Talmud besser kenne als der im Studium unserer heil. Lehre ergraute Rabbiner. Auf diese Herausforderung war ein Schweigen nicht gut möglich und antwortete Herr Dr. Enoch ’"j auch sofort Tags darauf im „Fuldaer Kreisblatte" kurz dahin, daß sammtliche von der „F. Z." angeführten Talmudstellen falsch und entstellt seien. Auch nicht eine einzige Stelle erwähnt das, was die „F. Z." damit sagen will; viele angeführte Stellen enthalten überhaupt gar nichts, was nur im Entferntesten sich auf das beziehen ließe, was die „F. Z." darin finden will. Herr Dr. Enoch setzt sogar einen Preis von hundert Mark für jede einzelne von der „F. Z." angeführte Stelle Demjenigen aus, der in irgend einer der angeführten Citate die Angaben der „F. Z." herausfinden kann. Da dieser Preis überdies noch zum Besten der Stadtarmen zu Fulda bestimmt ist, so wird die „F. Z." gewiß ihre Talmudgelehrten entsenden und sich nicht nachsagen lassen, daß sie ihre Predigt der Nächstenliebe bei Eisenmenger oder Consoüen falsch abgeschrieben habe. — Bis jetzt sind die Talmudgclehrten der „F. Z." den Beweis ihrer Gelehrsamkeit dieser kategorischen Aufforderung gegenüber noch schuldig geblieben, wenn anders nicht die inzwischen von diesem Ehrenblatte aufgetischten Mährchen von dem 1640 zu Damaskus von unseren Glaubensgenossen angeblich ermordeten Geistlichen, dessen Blut zur Feier des Peßachopfers verwendet wurde, als solcher angesehen werden soll. Freilich für solche Leute, denen die durch Folterqualen erpreßten Geständnisse ihrer unglücklichen Opfer Beweise zur Fällung von Todesurtheilen gewesen, sind die durch die Baftonnade erzwungene Verzweiflungsschreie gewiß nicht weniger authentisch. Die übrige civilisirte Welt hat G. s. D. andere Ansichten und läßt sich dadurch noch lange nicht die Talmudgelehrsamkeit der „F. Z " beweisen. Um .Mißverständnissen vorzubeugen, müssen wir uns vor allen Dingen dagegen verwahren, als wollten wir uns, wenn wir', wie in diesem Falle gezwungen sind, gegen einen Vertreter der katholischen Kirche, der uns zum Kampfe herausfordert, Front zu machen, in den sogenannten Kulturkampf einmischen. Wir respectiren jeden positiven Glauben, unsere heil. Religion schreibt uns Toleranz gegen Andersgläubige vor und wir sind stolz darauf, behaupten zu können, daß eben dieser Talmud, dem die „F. Z." so viel Rühmliches nachzusagen weiß, uns lehrt: ’pny pt>n orft ü" y'n'« die Tugendhaften anderer

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