Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1875)
- Date
- 1875-08-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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758 sollt beschneiden die Vorhaut Eures Herzens und sollet fürder nicht halsstarrig sein. Denn der Ewige, Euer Gott, ist der Gott der Götter- und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott, der kein Ansehen achten und nicht Bestechung nehmen wird." (5 B. M. C. 10 V. 12—17). Wir sehen also, daß in dieser Reihe von Sätzen verlangt wird, Gott zu fürchten, Ihn zu lieben, Ihm zu dienen selbst mit Aufopferung des Lebens n»r tou «in o»ök “}pbj toa) und mit Hingabe alles unseres Eigenthums, alle Gebote Gottes zu halten und selbst die Satzungen, deren Grund wir nicht begreifen (vnpili n«). Es wird dadurch das o« »a, das „Nichts als" ganz unverständlich und unbegreiflich: Gott verlangt von Dir nichts als deine unbegrenzte Liebe, deine hingebungsvolle Aufopferung, deine beständige Dienstbarkeit, dein Vermögen, dein Leben!! So auffallend -diese Ausdruckswerse der heiligen Schrift erscheint, so glauben wir doch dieselbe mit Hinzunahme einer andern Stelle erklären zu können. In Praaschath Emor nämlich (3 B. c. 24 v. 1 und ferner) beffehlt Gott, daß man feines Olivenöl bereiten soll für das beständige Licht imHeiligthume. Selbstverständlich bedarf Gott des Lichtes nicht, das wir ihm anzünden sollen, und diese Erwägung gibt den Weisen im Midrasch Anlaß in mannigfachen Aussprüchen darzulegen, daß Gott sämmtliche Gebote und Perbote nicht Sich zu Liebe, sondern zum Besten Israels gegeben. Unter diesen Ausspüchen finden wir auch folgenden: »»*ro nsyesD niv£ -1P 113 rrpny H'21' *i io« i"nn ns» «o» ^«oy byD» 'v Vd mDwionnn moiet »-npn nm tysno 'tn»»^ 3py»^ idk» nys n»y »o p )b »nm tow iy hü »d obew nonpn »o *6» ny nnra »^ n»y »o « 6 »nm iy npyo 'b »jmpn »3 »m n*a »nm Rabbi Jirmijah sagte: Dereinst wird eine Stimme erschallen an den Spitzen der Berge und wird rufen: Jeder, der für Gott gewirkt, komme und empfange seinen Lohn, denn'also heißt es: Dereinst wird gesagt werden zu Jakob und zu Israel, was Gott gewirkt. Und Gott wird sprechen: Wer ist mir zuvorgekommen — ich will ihm vergelten; wer hat seinen Sohn beschnitten, ehe ich ihm einen solchen gegeben? Wer hat ein Geländer um sein Dach gezogen, ohne daß ich ihm zuvor ein Dach gegeben? Wer hat eine Mesusah angeschlagen, ohne daß ich ihm zuvor ein Zimmer beschieden? Also, wer mir zuvorgekommen, dem will ich vergelten." V ir ersehen aus diesem Ausspruche der Weisen, daß bei Allem, was der Mensch thut, um Gottes Gebot zu erfüllen, erst Gott ihm Gelegenheit und Anlaß gibt. Aus sich selber vermag der Mensch seinem Gotte gar Nichts zu bieten. Gar Nichts? Doch, Eins, und das ist die Gottesfurcht. v'2» n«n»D pn o»d» 'i'3!?on, Alles ist in Gottes Hand mit Ausnahme der Gottesfurcht. Da der Mensch frei ist, Freiheit des Willens besitzt, so kann ihm Gott nicht Gottesfurcht vrleihen; diese ist vielmehr des Menschen eigenstes Eigenthum. «6 ytem pn», wenn auch vor der Geburt des Menschen schon bestimmt wird, ob er weise oder thöricht, stark oder schwach, arm oder reich werden soll, ob er gut oder böse werden wird, das bleibt dem Menschen selbst Vorbehalten. Daher sagt die heilige Schrift ganz recht 'ji* n«T? on ’3 -)oyo ‘jNUfir *)nV« hd '«i»’ nnyi Nur das Einzige, Israel, fordert Gott von Dir: die Gottesfurcht. Mit der Gottesfurcht muß D u beginnen, die kann Gott Dir nicht geben, und deßhalb fordert er sie von Dir. Mit der Gottesfurcht mußt Du den Anfang machen, um in Gottes Wegen zu wandeln, Ihn zu lieben, Ihm zu dienen, alle Seine Gebote und Satzungen zu erfüllen, Ihm, wenn es sein muß, Dein Leben und Dein Vermögen zu opfern. Siehe, Alles hat Dir Gott gegeben, und was Du Ihm davon wiedergibst, ist nur ein geringer Theil Seiner huldvollen Gaben; nur das Eine, die Gottesfurcht, die gibst Du Ihm ganz und voll. Deßhalb fordert Gott von Dir nichts als die Gottesfurcht. Dem Ewigen gehört ja das Weltall, was willst, was kannst Du Ihm geben? Die Gebote, die Er gegeben, sind nur zu Deinem eigenen Heile -p dw5. Aber die Gottesfurcht, die kannst, die sollst Du Ihm aus eigenem, freiem Antriebe entgegentragen. Und weil unsere Väter das gethan, so hat Er uns, ihre Nachkommen erwählt aus allen Bö'.kern. So war Schern '“n «nbma nai groß in der Gottesfurcht; so Abraham uni« sn» '3 »nyi» nny nn« und so unsere großen Väter alle. Das allein ist unsere Aufgabe auf Erden, die Gottesfurcht zu bewähren und zu bethätigen. Nur diejenigen guten Thaten, die aus der Gottesfurcht entspringen, haben wahrhaften Werth. Der Reiche, der von seinem Ueberfluffe gibt, um sich einen Namen zu machen, oder vor Andern zu glanzen. erwirbt durch seine große und reiche Gabe, durch seine prunkvolle Stiftung weit weniger Anspruch auf Lohn als der Arme, welcher, von der Furcht vor Gott und der Liebe zu Ihm dazu veranlaßt, sich eine Entbehrung auflegt, um Gottes Gebot zu erfüllen; denn der Erstere gibt nur von dem, was er empfangen, während der Andere von feinem Eigenthum leistet ", 2 y d bxw "p-p« 'i no