Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1875-08-18 · Heft 33 (18.8.1875) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 33 (18.8.1875)
Date
1875-08-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447603-2447626--11690-2467484
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

751 ben Israel und David Pardo das bildeten. 1671 zählte die portugiesische Gemeinde bereits 4000 Familien.. In diesem Jahre wurde mit dem Bau der großen und prachtvollen Synagoge derzeit die größte in Europa, auf die noch heute die portugiesische Gemeinde stolz sein kann, begonnen. Den 6. p'v 5431 wurde der Grundstein gelegt. Wie man sich erzählt, kostete die Grundsteinlegung die in damaliger Zeit sehr große Summe von 2100 fl. Vier Jahre später, am ivm roii' 5435 wurde, wie schon oben bemerkt, das neue Gotteshaus eingeweiht. Bezüglich der Geschichte dieser Synagoge, die nunmehr 200 Jahre alt ist, verweise ich die Leser Ihres Blattes, die sich etwa dafür iliteressiren, auf ein vor Kurzem erschienenes Werk des Herrn D. H. de Castro, worin über alles Wissenswerthe genau Aufschluß gegeben ist. Indem ich hier zu bemerken mir erlaube, daß ich die bisher erwähnten geschichtlichen Daten dem Festblatt bes „Nieuw Jsr. Weekblad" entnommen, gehe ich nunmehr zu einem Berichte über die vorige Woche stattgehabten Festlichkeiten über, wobei rch mich möglichst kurz halten werde, um den Raum Ihres geschätzten Blattes nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen. Schon lange vorher wurden Vorbereitungen zur Begehung des Festtages getroffen. Zwei Comits's hatten sich gebildet, von welchen das eine für eine Summe von 1900 fl., die es gesammelt, zwei prachtyvlle marmorne Gedenktafeln anfertigen ließ, die auf beiden Seiten des $3n angebracht wurden; auf der rechten Seite sind die Namen der Vorstände der Gemeinde zur Zeit der Erbauung und die Namen aller derjenigen verzeichnet, die beim Bau mitgewirkt haben. Die Gedenktafel auf der linken Seite gibt Kunde von der Feier am 11. omo 5635 Das andere (Sornitz, das über circa 800 fl. zu verfügen hatte, ließ eine sehr schöne silberne Krone für eine min mö verfertigen. Das Ganze besteht aus drei kleineren übereinander zusammengefügten Kronen, nnbo ms und mra -ins, min darstellend und ist mit einer passenden hebräischen Inschrift versehen. Da ich gerade von den Gaben schreibe, will ich gleich eines anderen werthvollen Geschenkes erwähnen. Die aus Holland nach London übergesiedelten Mitglieder der potugiesischen Gemeinde sandten durch Rev. S. Roco, der früher pn in der hiesigen Port. Gemeinde gewesen, eine werthvolle goldenemit Diamanten verzierte i\ Die Synagoge war, wie nicht anders zu erwarten, aufs Geschmackvollste verziert, und das große Gebäude in seinem ganzen Raum von Festbesuchern gefüllt, unter denen ich den Bürgermeister der Stadt, Vertreter der Civil - und Militärbehörde bemerkte. Auch von andern Städten besonders von portug. Gemeinden Hollands und des Auslandes waren Deligirte anwesend. Der Festgottesdienst, in welchem Dankgebete, Festreden mit mehreren präcis ausgeführten hebräischen Gesängen abwechselten, machte auf alle Anwesenden einen überwältigenden Eindruck. Unter den 14 n^D nnm, welche bei dieser Gelegenheit von hiesigen und auswärtigen Rabbinen und den Spitzen der Gemeinde getragen wurden, sott auch eine sein, die von den n’bux aus Spanien mitgebracht worden sei. Ich schließe meinen Bericht, der wider meinen Willen doch etwas lang geworden, mit der festen Ueberzeugung, daß die ganze Festlichkeit einen nachhaltigen Eindruck auf die Festbesucher gemacht und für alle unvergeßlich bleiben wird. P a l ä st i n a. Jerusalem. Am 23. ult. besuchte Sir Moses die der Aschkenasischen Gemeinde gehörige große Synagoge in Jerusalem. Dieses prächtige Gotteshaus war glänzend illuminirt und festlich geschmückt. Als er die Synagoge verließ, waren über 20,000 Menschen auf den Straßen versammelt. Das Gedränge, um den ehrwürdigen Baronet zu sehen, war so ' fürchterlich, daß die Behörden genöthigt waren, das Militär zu requiriren, um die enthusiastische Menschenmenge, die herbeigeströmt war, zu zerstreuen. In einem, Jerusalem, 29. Juli, dakirten Briefe bemerkt Sir Moses Montefwre, daß Alles, was er seit seiner Ankunft in Jerusalem gesehen, seine Meinung von den Verdiensten seiner jüdischen Einwohner bestätige und ihn in dem Glauben stärke, daß die palästinischen Israeliten geneigt seien, irgend einer Art von lohnender Beschäftigung ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Im Hinblick auf die dichte Bevölkerung der Stadt hält er es für sehr wünschenswerth, geeignete Wohnstätten außerhalb der Stadt zu errichten. (Jew. World). Deutschland. Darmstadt. Seit der neulich stattgehabten Wahl des Hofgerichtsadvokaten Hirschhorn in Gießen sitzen in der Hess. Kammer zwei Israeliten, nämlich der Vorgenannte und Herr Edinger aus Worms.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.