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Der Israelit · 1875-08-18 · Heft 33 (18.8.1875) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 33 (18.8.1875)
Date
1875-08-18
Page
– (sequence 20)
Language
German
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752 Negensbltrg. Wenn auch im Ganzen nicht viel Erfreuliches von dieser Stadt zu berichten habe, so hoffe ich doch, da daselbst immerhin noch ein wenig guter Sinn herrscht und Leute da sind, die, wenn man ihnen einen Spiegel Vorhalt, sich eines Bessern besinnen, mit dieser meiner Correspondenz etwas Gutes zu bewirken. Regensburg zählt gegenwärtig über 100 jüd. Familien, unter denen leider keine 10 sind , bei denen nicht N22ll gegessen und der rat? entweiht wird. Es ist diese Thatsache um so trauriger, als kein Mann vorhanden, der in dieser und anderer Beziehung ein belehrendes Wort geben könnte. Wenn ' auch die hiesige Gemeinde als solche keine Reformgemeinde zu nenne,r ist, hat doch der Abfall von der hl. Religion Israels bei einzelnen Leuten schrecklich zugenommen. Ein Herr L. ließ sein erstgebornes Knäblein nicht beschneiden. Manche führen eine koschere Haushaltung, essen aber nichtsdestoweniger beim Bier im Gasthof oder auf dem Bierkeller Abendbrod mit verbotenen Speisen, wobei es häufig vorkommt, daß die Kinder zugegen sind. Was aus dieser sungen Generation werden wird, läßt sich leicht voraussehen. Ein Anderer läßt sich und seinen Sohn, der rose u wird, am zur Thora rufen, und traktirt den darauffolgenden Sonntag in der Bahnhofreftauration eben diesen Sohn mit Knackwurst. Von Legen ist bei Vielen keine Rede mehr. Es sind dahier zwei jüdische Metzger, die bis vor kurzer Zeit den ganzen Bedarf von 2N2-Fleisch lieferten, obschon sie 22 nzw in ihren Läden öffentlich wie an Wochentagen Fleisch aushacken. Erst seit neuester Zeit läßt auch ein Christenmetzger schlachten und verkauft unter Aussicht des hiesigen em» Fleisch an die Israeliten. Für dieses Mal genug Unerquickliches; von den Gemeindeinstitutionen wie Synagoge, Religionsschule mp» ein ander Mal. Hamburg, 4. August. Die Entgegnung, die Herr Bloch in der „Jsr. Wochenschrift" unsren „liebenswürdigen" Bemerkungen zu Theil werden laßt, ist eigentlich, besonders was den ästhetischen Schluß betrifft, nicht derartig, daß man sich damit besudeln sollte, sie zu beantworten. Indessen halten wir einige Bemerkungen nicht für überflüssig. Daß sogar ein Führer der Orthodoxie seine Erklärung des Buches Jona gebilligt hat, wagen wir zu bezweifeln. Möglich daß Hr. Bloch diesen für orthodox hält, nicht so alle Welt. Ueberhaupt muß man diese subjectiven Bemerkungen nicht zu wörtlich nehmen. So wurde uns erst neulich von einem streng orthodoxen Rabbiner mitgetheilt, daß er einem jungen Manne, den Hr. Bloch sogar ganz gut kennt und der in seinem Rabbinate als Lehrer fungiren sollte, ausdrücklich die n&mn entzogen hätte. Und als derselbe junge Mann eine andere Stelle einnehmen wollte, glaubte er sich auf ihn berufen zu können, als ob er von ihm, snin 22,2, hätte. Vermuthlich nur ein Versehen, aber es ist doch vorgekommen. Was nun den Ton betrifft, den wir nur beurtheilten, so bleiben wir bei unserem früheren Urtheil unbeirrt stehen. Wir erklären die Ausdrücke, die in dem Aufsatze gebraucht sind, gradezu für Blasphemie, mag sie Hr. Bloch auch einem Nichtjuden nachgeschrieben haben. Sagt doch die in;mn)D bei oern ra*n ausdrücklich : '1)22 Dnyn n« vi' ^22, um nicht immerfort die Lästerung zu wiederholen. Und ein nncie ein Hr. Bloch wird doch nicht 22-,2 nyia rwo sein! — Die Interpretation selbst scheint uns aber fast noch schlimmer, denn wir erklären gradezu jede Symbolisirung der in der hl. Schrift Morkommenden Personen für falsch und gefährlich, indem wir dadurch der Schrift den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Redaction der Wochenschrift, die doch gewiß mit vielem Behagen die Entgegnung abgedruckt hat, (da sie gegen einen Correspondenten des „Israelit" war) könnte doch die historische Berichtigung nicht unterdrücken, daß der Name des Propheten als historische Person ausdrücklich in O'2dQ vorkommt. Herrn Bloch, der ve*muthlich groß in d"v ist, darf man einen solchen Schnitzer schon verzeihen, da vielleicht Belesenheit in nicht, zu seinen Vorzügen gehört. Aber eine Frage sei uns gestattet! Unter den Geboten die in der mz’o von n\3yn angeführt werden, heißt eins: '121 2)22 'yi2v rur n-r ruyar >0. Wie ist es möglich, daß unsere Weisen zur Zeit des 2. Tempels eine Gebetsformel bestimmt haben, die sich nur auf eine Allegorie bezieht, und der gar keine wahre Begebenheit zu Grund liegt? Während alle übrigen darin vorkommenden 2)ytt' 'D sich auf, vermuthlich auch von Herrn Bloch unangreifbare historische Person beziehen? Doch genug davon! Herr Bloch, der ein nicht sehr höflicher aber desto jähzornigerer Mann zu sein scheint, soll nicht noch mehr von uns gereizt werden. Wir fürchten sonst, er würde auch noch zu so schlagenden Gegenbeweisen greifen, wie bei seinem Stret, den er mit der Rendsburger Gemeinde hatte. Was übrigens die Schlußbemerkung des Herrn Bloch betrifft, er habe noch nie in seinem Leben antitraditionelle Ansichten weder praktisch noch theoretisch vertreten, so nehmen wir dies auf Treu und Glauben hin, da wir die Vergangenheit des

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