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Der Israelit · 1875-08-18 · Heft 33 (18.8.1875) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 33 (18.8.1875)
Date
1875-08-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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750 mit 53, HM mit 32, Ulm mit 20, Ludwigsburg mit 17, ferner Cannstatt, Buchau, Mergentheim, Niederstetten, Eßlingen und Bopsingen. öcften.:tlnaar. Monarchie. Pesth. Ueber die Angelegenheit des verurtheilten Sancer Rabbiners, 'von welcher wir be- - reits nach pol. Blättern Mittheilung gegeben, lesen wir in Wiener Zeitungen, daß der Rabbiner zur , Zeit als der Bann an den Straßenecken ange- > klebt wurde, gar nicht zu Hause gewesen und der j Bann von einem Anonymen geschrieben worden,! daber keine Gültigkeit habe. Bei der Gerichts- 1 Verhandlung hat der Rabbiner seine Unschuld bej wiesen, er hatte auch Zeugnisse vom Wiener Prej diger Jellinek und von Rapport vorgezeigt, in! welchen erklärt wird, daß ein solcher an den; Straßenecken aufgektebtcr Bann von gar keiner - Bedeutung sei; aber das alles nützte ihm nichts; die polnischen judenfeindlichen Richter haben ihn! doch verurtheilt.; Pesth, 3. August. Der Kultusminister hat dem Magistrat heute die Pläne betreffs des j Baues eines Landes - Rabbinerseminars, an der! Ecke der Hollunder- und der Fiakergaffe, mit der j Weisung übersandt, daß diese Pläne behufs der! Ertheilung der Baulizenz ehestens der Baukom-; Mission vorzulegen sind. (Pesther Lloyd).! Holland. Amsterdam, 15. August. Die hiesige portugiesische isr. Gemeinde veranstaltete Ende voriger Woche zur Feier des 200jährigen Bestehens ihrer j Synagoge große Festlichkeiten, von denen Ihren ge- , schätzten Lesern Mittheilung zu machen ich mich z hiermit beeile. Diese Synagoge, die heute noch zu den Prachtbauten Amsterdams zählt und von allen Fremden, ihrer Merkwürdigkeit halber, besucht wird, wurde am icm rattf 5435 (1675) eingeweiht. Ihre Geschichte, die zugleich die Geschichte der portugiesischen Gemeinde ist, weift unwillkührlich auf die erste Niederlassung spanischer Juden in den Niederlanden hin. Unter der Führung von Jacob Tirado verließen im Jahre 1593 zehn marranische Familien (sogenannt o'om) das ungastfreundliche Spanien, in welchen ihre Väter bis zur Regierung Ferdinand des Katholischen in hohem Ansehen gestanden, die höchsten Aemter bekleidet, Kunst und Wissenschaft gepflegt und den Handel und die Industrie zur höchsten Blüthe gebracht. Sie fuhren auf einem Schiff nach den Niederlanden, um daselbst eine neue Niederlassung zu gründen. Unterwegs von einem englischen Kaper gefangen genommen, wurden sie durch den Einfluß ihres Reisegenoffen Maria Nunez in England freundlich ausgenommen und erhielten die Erlaubniß, das Land wieder zu verlassen. Von einem Sturmwind wurde ihr Schiff nach dem Hafen von Emden verschlagen, woselbst sie landeten. Hier machte Jacob Tirado Bekanntschaft mit Rabbi Moses Uri Halevi, dem er entdeckte, daß sie Nachkommen von spanischen d’dun seien, daß sie sich beschneiden und in die jüdische Gemeinschaft aufnehmen lassen wollten. Auf den Rath von Moses Uri Halevi, der ihre Aufnahme ins Judentbum in der Stadt Emden mit Gefahr verbunden hielt, reisten sie nach Amsterdam: den 22. April 1593 kam Jacob Tirado mit den Seinen dahier an. Sie wurden die Gründer der portugiesischen Gemeinde in Amsterdam. Ihnen folgten bald darauf Moses Uri Halevi, der die Beschneidung an ihnen vollzog. Ein Bethaus wurde eingerichtet, in welchem Moses Uri Halevi und sein Sohn als D’jrn fungirten. Dieses alles mußte jedoch im Geheimen geschehen. 1596, als sie zum viertenmale den -ns:) cw feierten, wurden sie in ihrem Bethause von der bewaffneten Macht überfallen und vor Gericht geführt; doch Jacob Tirado gelang es durch seine überzeugende Beredsamkeit nicht nur weiteres Unglück zu verhüten, sondern auch durch seinen Nachweis, daß sie Handel und Gewerbe vermöge ihrer Reichthümer und ihrer Verbindungen von Spanien weg nach den Niederlanden zu verpflanzen im Stande seien und Amsterdam zu einer der ersten Handelsstädte der Welt machen würden, die Richter zu dem folgereichen Entschlüsse zu bringen, daß sie (die Marannen) öffentlich ihrem Glauben anhängen dürften. Und so wurde 1598 die erste Synagoge w na genannt, erbaut. Als Rabbiner wurde Joseph Pardo aus Salonichi berufen. 1610, wurde, da die Synagoge für die immermehr zunehmende Gemeinde zu klein geworden, ein zweites Gotteshaus (rr: oi1?87) errichtet, in der Juda Bega aus Afrika als Rabbiner und MoseS Uri Halevi als pn angestellt waren. Als der Rabbiner Jsak Uziel gegen einige Mißbräuche in der portugiesischen Gemeind? auftrat, entstand innerhalb derselben Uneinigkeit, in Folge deren mehrere Ausgeschiedene eine neu? Synagoge btn®» na für sich bauten. Dieser Zwiespalt in' der Gemeinde dauerte von 1618—1639. In letzterem Jahre vereinigten sich die Gemeinden I wieder und eine n-on-wO-n-Schule mit 7 Klassen wurde errichtet. Lehrer an dieser Schule waren Saul Morteira und Jsak Aboab, die mit Menasse

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