Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1875)
- Date
- 1875-08-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XYI. Jahrgang. Zweite Beilage;« Ar. 33 des Israelit. Zeitungsnachrichten & Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 15. August. Unsere geehrten Leser werden sich der Affaire Sneersohn, die sich vor einiger Z it m Liberias in Palästina ereignete, erinnern. Unsere Correspondenten berichteten, daß der genannte Sneersohn, plötzlich wahnsinnig geworden, gegen die Israeliten von Liberias allerlei thörichte und falsche Beschuldigungen vorgebracht habe, worauf der amerikanische Consul, zu dessen Staatsangehörigen Sneersohn zählte, die ehrenwerthesten isr. Bewohner von Liberias in den Kerker werfen und mißhandeln ließ. Dagegen berichtete die Wiener „Presse" und nach ihr fast alle politischen Zeitungen, Herr Sneersohu sei als ein Märtyrer der Arbeit und der Aufkärung von den Israeliten zu Liberias mißhandelt worden und den Verhafteten sei nur ihr Recht geschehen. Wie uns Herr Samuel Hellet von Liberias mittheilt, hat nunmehr die gerichtliche Untersuchung ergeben, daß die Israeliten von Liberias vollständig unschuldig find. Die amerikanische Regierung hat denn auch in Anerkennung dessen, die Beamten, welche sich bei Einkerkerung und Mißhandlung der Israeliten Uebergriffe haben zu Schulden kommen lassen, ihrer Aemter entsetzt. Wir ersuchen alle diejenigen Zeitungen, welche von obiger Affaire Mittheilung machten, auch das Ergebniß der gerichtlichen Untersuchung zu veröffentlichen. Ebelsbach, Bayern, im August. In Folge einer längeren Geschäftsreise, von der ich dieser Tage zurückgekehrt, komme ich erst jetzt dazu, von dem Hinscheiden eines mir theueren Freundes zu berichten. }&* n"3 starb in Ebelsbach Herr W. N. Hstll mann nach kurzem Krankenlager in einem Alter von 68 Jahren. Der Verstorbene war ein echt frommer Jude und ein überaus wohlthätiger Mann. Seine Wohlthaten erstreckten sich nicht blos auf seine Glaubensgenossen, sondern auch Andersgläubigen war er stets zu helfen bereit. Allenthalben holten sich Leute aus der ganzen Umgegend Rath bei ihm, den er auch zu jeder Zeit und bei noch so dringender Arbeit zu geben bereit war, ein Beweis, daß er eines allgemeinen Vertrauens sich erfreute. Seine Mitbürger wählten ihn auch wiederholt in den Gemeinderath, und war er wohl 10—12 Jahr in der Gemeindevertretung Der Verlust, den die Gemeinde E. erlitten, ist um so größer, da er noch zu den Wenigen gehörte , die treu an dem Glauben der Väter festhielten. In diesem Sinne hatte er auch feine Kinder erzogen, und diese machen seiner Erziehung auch alle Ehre, indem sie ganz in den Wegen ihres verstorbenen Vaters und ihrer theueren Muter 'ns?, welche als ein wirkliches b’n nra, ein wahres Muster von Frömmigkeit ist. wandeln. n":3'Vj*n. Stuttgart. Das Württemb. „Centralblatt für Gelehrten- und Realschulclaffen" gibt nachstehende höchst interessante statistische Nachrichten über den Stand des Gelehrten- und Realschulwesens in Württemberg pro 1. Januar 1874/75. Hienach betrug die Gesammtzahl der Schüler in öffentlichen Gelehrtenschulen am 1. Jan. 1875 —7067 und zwar Gymnasialschüler 4154, Lateinschüler 5913. Der Religion und Confession nach vertheilen sich dieselben folgendermaßen: Gymn.-Schül. Lat.-Schul. Zuf. Protestanten 799 4514 5303 Katholiken 332 1193 1525 Israeliten 29 199 228 Eig. Confess. 4 7 11 Unter den Gymnasialfchülern verstehen wir Schüler von Obergymnasial- und Oberlycealklassen, unter Lateinschüler Schüler von Untergymnasial- und Lycealklassen und sonstiger Lateinschulen. Fassen wir Leide zusammen unter dem Namen Gelehrtenschulen, so befinden sich hierunter in Stuttgart 92, in Ulm 45, in Heilbrovn 20, in Ellwangen 14, in Laupheim 16 rc. Die Gesammtzahl der Realschüler berechnete sich am 1. Januar 1875 auf 7010, worunter 602 Oberrealschüler. Nach den 4 Kreisen des Landes und den Religionsbekenntnissen setzt sich die Gesammtzahl auf folgende Weise zusammen: Neckarkreis: Protestanten 2854, Kathol. 299, Israel. 181, Eig. Conf. 10, zuf. 3344; Schwarzwaldkreis: Protest. 1271, Kathol. 234, Israel. 27, Eig. Conf. —, zuf. 1532; Jagstkreis: Protest. 739, Kathol. 169, Israel. 73, Eig. Conf. —, zuf. 981; Donaukreis: Protest. 671, Kathol. 429, Israel. 49, Eig. Conf. 4, zuf. 1153. Die größte Frequenz an jüd. Schülern weisen auf die Realschulen zu Stuttgart mit 88, Heilbronn