Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 33 (18.8.1875)
- Date
- 1875-08-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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758 Paris. Bei Gelegenheit der Berheirathung seiner Tochter am 14. Juli hat Herr Albert Cohn j 250—300 Armen in einer Restauration ein Diner j gegeben. Das ist eine glückliche Idee, die der - Glücksgüter Entbehrenden an den häuslichen Freuj den Theil nehmen zu lassen. (Arch. isr.) > Paris. Bei der von Seiten des Oberrabbiners veranstalteten Sammlung in der Synagoge in der Straße la Vietoire sind 15,641 Frcs. für die durch Wasser Nothleidenden Süd-Frankreichs eingegangen. Die seitens des Erzbischofs in allen katholischen Kirchen stattgehabte Collecte erzielte im Ganzen 30,000 Frcs. Diese Zahlen reden für sich selbst; von den 30,000 Seelen zählenden Israeliten gehen 15,641 Frcs. aus, von den 1,800,000 Katholiken 30,000 Frcs. (Un. isr.) England. Brighton, im Juni. Bei der jüngsten Anwesenheit des Sultan von Zanzibar am hiesigen Platze nahm derselbe sein Diner bei Sir Albert Sassoon. Haupt des berühmten indischen Handlungshauses David Sassoon u. Co. Die Anwesenheit des Sultans auf der Terrasse wurde von dem Hof-Photographen dazu benutzt, ihn und seine Umgebung photographisch aufzunehmen. London. Für die zum ehrenden Andenken an den verstorbenen Michael Henry zu errichtende Stiftung sind bereits nach der ersten veröffentlichten Liste 40,000 Frcs. eingegangen. (Üniv. isr.) Amerika. New-Aork Bor Kurzem starb dahier Frau Sarah Straßburger im Alter von 103 Jahren. Dieselbe war aus Baden-Baden gebürtigt, hatte 10 Kinder, erlebte 30 Enkel und 6 Urenkel. Eine andere Frau, Namens Lavina Zabriskie in Paramus erreichte ein Alter von 102 Jahren. New-Avrk. Die amer. Judenmissionsgefellschaft hat im Jahre 1874 864 jüd. Familien durch ihre Missionare besuchen lassen, vertheilte 21 hebr.- deutsche Bibeln, 38 Pentateuchs, 50 Neue Testamente in Hebräisch und Deutsch, 63090 Traktätlein und bekehrte nicht einen Juden. (Schade für das viele Geld). Philadelphia. Bei der Weltausstellung in Philadelphia wird auch von Seilen der jüdischen i Gemeinden Amerika's eine Sammlung von Plänen und Modellen verschiedener isr. Wohlthätigkeitsanstalten, Synagogen. Schulen, Waisenhäuser und Hospitäler ausgestellt werden. Zu diesem Zwecke hat sich bereits ein Comitä gebildet. (Arch. isr.) F t it i I I e t o u. Hans Ebrrs. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) Carl von Eberstein zuckte leicht die Achseln. „Alfred ist ein Mensch mit unpraktischen Anschauungen" unterbrach er Heinrich, „er ist ein eigenthümlicher, ich möchte sagen, eigensinniger Mensch. Ich weiß es, man hat ihn in den besten Häusern als Schwiegersohn gewünscht, er hätte mit einer liebenswerthen Dame eine reiche Mitgift erheirathen können, Bernard Turnthal in Wien wollte ihm seine schöne Enkelin, eine Erbin von einer halben Million, zur Gattin geben . welche Stellung batte er dann eingenommen — aber er erklärte, sich nie zu verehelichen; und ich weiß es, auch meine Schwester Jeanette wünscht es; — schon als guter Sohn, war es seine Pflicht.. „Onkel Carl! ich habe Alfred seit langer Zeit nicht gesprochen, seitdem ich wieder zurück kam, befand er sich auf Reisen, heute Abend wird er anlangen, da morgen der Sterbetag seines Vaters, meines Onkels Cohen, ist .... aber schmähen dürfen Sie Alfred in meiner Gegenwart nicht .... Alfred ist der edelste, der würdigste, der bedeutendste Mensch, der mir je aus meinem Lebenswege begegnete — und ich habe trotz meiner Jugend schon viele Menschen kennen gelernt. Die unendliche Tiefe seines eülen Gemüthes, sein Geist, seine allseitige Befähigung, seine echte Religiosität, sein reiches Wissen! — mit welcher Engelsmilde erträgt er die Launen der Tante Jeanette, die trotz ihrer gerechten Liebe für ihn, doch für j ihre anderen Kinder, die weitestreichenden Anforderungen au ihn stellt — wie anspruchslos uuDI doch wie würdig benimmt er sich Euch, dem Hause Ebers, gegenüber .... er ist der beste Sohn, der edelste Bruder, der hingebenfte Freund .... Tadeln Sie Alfted nicht, Onkel Carl .... Alfred ist das! verkörperte Ideal des Menschenthums ...." „Sehr begeistert" entgegnete Carl frostig,! „aber Heinrich, ich liebe und achte meinen Neffen Alfred doch auch.und ich denke es ist am vernünftigsten, wir lassen diesen Gesprächsstoff fallen ...