Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1875)
- Date
- 1875-07-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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654 im Jahre 1868 auf Fr. 67,028 95, ,» n 1869 ,, „ 82,914 91, „ „ 1870 „ „ 99,363 40; sie sanken ' „ „ 1871 „ „ 58,162 12, stiegen „ „ 1872 „ „ 95,978 30, kamen „ „ 1873 „ „ 138,952 87, und endlich „ „ 1874 „ „ 154,744 23. Es bezeichnet dies im Vergleich zu einem nor^ malen Verwaltungsjahre vor dem Kriege eine Ervon Fr. 39,589 47 pro 1873 und von „ 55.380 83 „ 1.-74. T er größte Theil dieser bedeutenden Erhöhung unserer Einnahmen kommt, ich freue mich, dies aussprechen zu können, von der täglich wachsenden Zunahme unserer Jahresbeiträge her; Letztere, die sonst niemals die Summe von 80,(«00 Fr. erreicht hatten, ergeben gegenwärtig pro 1873: 105,l53Fr. 70 Ct. und pro 1874: 111,384 Fr. 80 Ct. Zu diesen regelmäßigen Einkünften sind noch ansehnliche Geschenke hinzugekommen. Aber auch unsere Bedürfnisse und Ausgaben steigen nnt nicht minder beschleunigter Geschwindigkeit: im Jahre 1868 ... Fr. 60,411 15, „ „ 1869 . . . „ 85,159 35, „ „ 1870 . . . „ 90,937 25, „ 1871 . . . „ 54,789 85, „ r, 1872 . . . 83,710 25. Sie und jetzt zu der Summe von 128,179 Fr. 50 C. oro 1873 und von 149,715 Fr. 70 C. Pro 1874 gekommen, was im Vergleich zu der höchsten Stufe der früheren Jahrgänge eine Erhöhung von 37.842 Fr. 25 C. pro 1873' und von 58,778 Fr. 25 C. pro 1874 ergibt. Die Kosten unserer Pariser Schule freilich sind fast unverändert dieselben geblieben, aber für unsere Schulen im Orient haben wir sowohl zu Neugründungen als zu Erweiterungen unaufhörlich neue Geldbewilligungen zu votiren, und im letzten Jahresabschluß figurirt allein dieser Posten mit einer Summe von 40,000 Fr. Unsere Ackerbauschule zu Jaffa, die einst sich selbst erhalten und sogar eine Einnahmequelle für uns bilden wird, drückt einstweilen auf das vergangene Jahr gleichfalls mit einem Uebergewicht von 16,000 Fr., und daß unsere Druck- und Porto-Ausgaben sich vermehren, hängt natürlich mit der Erweiterung unserer Gesellschaft zusammen. Tie Gesellschaft zählt gegenwärtig, wie oben bemerkt, 18,226 Mitglieder, worunter 6,038 neue sind. Sie vertheilen sich auf die verschiedenen Länder folgendermaßen: Deutschland 5413, England und Colonien 69, Frankreich (Paris 2085, Provinzen 2819) 4934, Italien 723, Niederlande 455, Oesterreich-Ungarn 1180, Portugal 20, Rumänien 796, Rußland 453, Scandinavien 213, Schweiz 304, Serbien 43, Spanien 1, Türkei, Europäische, 1154, Türkei, Astatische, 582, Persien 10, Afrika 628, Nordamerika 758, Südamerika 490, zus. 18, 226. (Schluß foglt.) England. London. Die Londoner hebräische Literatur- Gesellschaft läßt gegenwärtig den „Eben Saphir" des bekannten Reisenden Rabbi Jakob Saphir, welcher dessen Neisebeschreibung durch Aemen und Malabar u. s. w. enthält, ins Englische übersetzen. (Jew. Ehr.) Australien. Melbourne. Der „Australiae Jsraelite" hört nach vierjährigem Bestände auf zu erscheinen. Die auftral. Israeliten haben das Blatt materiell zu wenig gestützt und der Herausgeber konnte sich nicht entschließen, noch ferner die ziemlich bedeutenden Geldopfer für dieses Unternehmen zu bringen. Feuilleton. Kitdkr aus dem alten Prager Ghetto.*) Erzählungen von S. Kohn, Verf. des „Gabriel". Einleitung. Indem ich die Feder ergreife, um Bilder einer nicht sehr entfernt liegenden Zeit zu schildern, erfaßt mich ein eigenthümliches Gefühl. Kommende Geschlechter werden es unglaublich finden, daß in verhältnißmäßig so kurzer Zeit ein so vollständiger Umschwung der Verhältnisse einzutreten vermochte. Ich will Geschichten aus dem alten jüdischen Prager Volksleben erzählen, aber um sie richtig auffassen zu können, ist es nothwendig, daß vorerst ein Gesammtbild der Verhältnisse jener Zeit in Böhmen, speciell der Lage der Prager Juden, gegeben wird. Am Schluffe des 18. Jahrhunderts (übl. Zeitrechnung) waren die untern Volksschichten in Oesterreich, wie wohl auch in ganz Europa, sehr ge- *) Jeder unbefugte Nachdruck wird mit der vollen Strenge des Gesetzes verfolgt. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.