Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1875)
- Date
- 1875-07-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. Erste Beilage zu Ar. 29 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Frankreich. Paris. (Protokoll der zwölften Generalversammlung der„Alliance Jsr. Univ." vom 14. März 1875. (Fortsetzung.) Noch bedeutender ist der Erfolg» den wir mit den Töchterschulen erreicht haben, obgleich es nur wenige Lehrerinnen gibt, die sich entschließen, in so weit entlegenen Gegenden als Directricen zu wirken. Wir mußten sogar einstweilen, bis die auS unfern dortigen Schulen entnommenen und in Paris unterrichteten jungen Damen zu Lehrerinnen auSgcbildet fein werden, an mehreren Anstalten die Aufsicht über die Zöglinge und die Leitung der Handarbeiten Personen übertragen, die keinen wissenschaftlichen Unterricht ertheilen können, und lassen letzteren vorläufig von den Rabbinern und den Lehrern der Knabenschulen ertheilen. Auf diese Weise ist eS uns gelungen, Töchterschulen in Salonichi, Ruftschuk, Samakoff, Schumla und Mogador zu organisiren und in Larache und Widdin Unterrichtsstunden für Mädchen einzurichten. Für eine Mädchenschule zu Constantinopel haben wir bereits eine Subvention votirt, die jedoch noch nicht ihre Verwendung gefunden hat. Auch hoffen wir, nächstens eine Töchterschule in Smyrna zu errichten, sowie die von Adrianopel zu verbessern, und gedenken so dahin zu kommen, daß überall neben unserer Knabenschule auch eine Töchterschule bestehe. Dieses Exposö beweist Ihnen, daß die Zahl der in den letzten 20 Monaten von uns geschaffenen Schulen säst derjenigen gleichkommt, die wir in allen 10 vorangegangenen Jahren zusammen errichtet haben, und wenn sie sich erinnern, daß die erste unserer Schulen, die wir in Tetuan errichtet haben, erst drei Jahre nach der Stiftung unserer Gesellschaft in's Leben gerufen worden, und daß es sodann ein ganzes Jahr dauerte, ehe wir die zweite Schule errichten konnten, so können Sie hieraus die Bedeutung des Fortschrittes ermessen, den unsere Anstalten gemacht haben; derselbe wird einst noch größer werden, sobald es uns erst nicht mehr an Lehrern und Lehrerinnen für unsere Anstalten fehlen wird. Die Heranbildung dieser Lehrkräfte setzen wir fort; unsere Vorbereitungsschule für Lehrer hat noch nie so viel Zöglinge als jetzt gehabt, sie zählt deren gegenwärtig 15 und würde noch mehr haben, wenn sie noch mehr Platz zur Aufnahme derselben hätte; der Lehrplan ist erweitert und vervollständigt worden, und unter der ausgezeichneten Leitung des H. Oberrabb. Trenet und der tüchtigen Lehrer, die ihm zur Seite stehen, arbeiten die Schüler mit Lust und Liebe. — Unsere jungen Mädchen, denen das Institut Bischoffsheim so freundlich seine Pforten geöffnet hat, sind 7 an der Zahl; der Unterricht, den sie empfangen, bildet sie zu guten Lehrerinnen aus, und sind wir den Lehrern, die ihn ertheilen, zu vielem Danke verpflichtet. Ebenso macht die Ausbildung von Handwerkern einen der Gegenstände aus, mit denen wir uns beschäftigen; ähnlich wie man einst in Europa vorgegangen ist, als man unmittelbar nach Erreichung der Emancipation die Israeliten den Handwerken, von denen sie so lange ausgeschlossen waren, zuwenden wollte, gehen wir gegenwärtig auch in jenen Ländern vor; wir haben Comites gebildet, die mit Hilfe der Unterstützung, die ihnen theils durch die Gemeinden und die Alliance, theils durch die Alliance allein gewährt wird, die Knaben bei Handwerksmeistern unterbringen, sie den Tag über in den Werkstätten arbeiten lassen, zum Besuch eines Abendunterrichts behufs ihrer Fortbildung in ihren Schulkenntnissen anhalten und sowohl Eltern als Knaben während der Lehrlingszeit subventioniren. Wir erhalten auS Bagdad, Tanger, Tetuan, Rustschuk über die Arbeiten unserer dortigen Lehrlinge befriedigende Nachrichten und stehen im Begriff, dasselbe Lehrlingssystem auch in Bolo, Schumla, Smyrna einzufüh^n. In der Türkei hat übrigens die Regierung selbst Handwerksschulen eingerichtet, und unsere Comites bemühen sich, die Aufnahme unserer Zöglinge in dieselben zu erwirken. Der von Schatzmeister Herrn Leonce Lehmann verlesene Bericht Lber die finanzielle Lage der Gesellschaft weist interessante Daten, auf, die darthun, daß die Alliance sich stets einer starken Zunahme erfreut. Unsere Einnahmen beliefen sich 1 r; f : i