Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 29 (21.7.1875)
- Date
- 1875-07-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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650 Holla « d. Amsterdam. Seit dem 1. Juli erscheinen dahier zwei neue jüd. Blätter. Das eine, dessen Herausgeber S. L. Knock ist, nennt sich „Onafhankelijk Israelitisch Organ vvor Nederland", das andere heißt „Israelitische NieuwSbode" und wird von Herrn M. Porst herausgegeben. Amsterdam. Große Vorbereitungen werden zu der im kommenden August stattstndenden Feier beS 200jährigen Bestehens der gegenwärtigen portugiesischen Synagoge getroffen. Es werden zu dieser Feierlichkeit Delegirte aus allen portugief. Gemeinden Europa's erwartet. (Jew. Chr.) England. London. Nach eingetroffenen Nachrichten geht die Reise Sir Moses Montesiore's gut von Statten. So lange Sir Moses auf dem Lande reiste, machte er aus Rücksicht für seine Gesundheit und sein Alter nur kurze Stationen. Ueberall, wo er sich aufhielt, drängten sich die Glaubensgenossen, um diesen merkwürdigen Mann zu sehen und ihm ihre Hochachtung zu bezeugen. Den 9. Juli schiffte er sich auf dem „Geelong" nach Alexadrien ein.. London. Es freut uns, mittheilen zu können, daß dem „Sir Moses Testimonial-Fund" in England wie im Ausland immer mehr Subscriptionen zusiießen. In vielen jüd. Gemeiden Frankreichs, Deutschlands und Italiens werden Sammlungen veranstaltet. Auch in Amerika interessirt man sich für dieses auszuführende Werk. (Jew. Chr.) London. Zum ehrenden Andenken an den neulich verstorbenen Editor des «Jew. Chr.", Hrn. Michael Henry, soll eine Stiftung in'S Leben gerufen werden, aus deren Mitteln fleißige Schüler der „Stepney Jewifh Schools" Preise erhalten und Angehörige des Verstorbenen, wenn erforderlich, Unterstützung finden sollen. (Jew. Chr.) Palästina. Liberias. Wir erhielten ein ausführliches Schreiben aus dieser Stadt, unterzeichnet von den Vorständen der jüd. Gemeinden, m welchem über die Denunciationen eines gewiffen CH. H. Schneerfohn aus Jerusalem und über die Willkür des amerikanische» Consuls in Liberias bittere Klage geführt wird. Genannter Schneersohn, der Europa und Amerika bereits durchreist, ist kopfleidend und suchte nach seiner Rückkehr aus Europa in de» hiesigen heißen Bädern Linderung für seine Leiden. In seinem wahnsinnigen Zustande durchlief er einmal im völlig nackten Zustande die Straßen der Stadt und schlug wüthend um sich, so daß man gezwungen war, ihn eine Zeit lang einzusperren. Als sein Zustand sich gebessert, denuncirte er feine Glaubensgenossen beim amerikanischen Consul, wobei er sie Dinge beschuldigte, die nie geschehen sind und geschehen sollten. Der Consul aber schenkte ihm vollen Glauben und ließ die Herren Rabbi Abraham Joseph Levi und Rabbi Abraham Hirsch Levi, obgleich diese englische Unterthanen sind, ohne jedes Verhör und ohne jede Zeugenverhörung arretiren. Als auf diese willkürliche Handlung hin die Leute sich in den Straßen zusammenrotteten, ließ der Consul von seinen Leuten unter die Menge schießen und die Waffen blank ziehen, so daß viele Verwundungen stattfanden. Wir hoffen, daß unsere amerikanischen Glaubensgenossen, insbesondere die Spitzen des „Board of Delegates", diese ungerechte Handlungsweise des amerikanischen Consul in Liberias zur Kenntniß der Regierung der Vereinigten Staaten bringen werden, damit dieser Beamte, der nicht würdig ist, eine so freisinnige Regierung wie die der Vereinigten Staaten zu vertreten, zur Rechenschaft gezogen werde. Feuilleton. Hass Ebers. Erzählung von S. K o hn, Verfaffer des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Mein lieber Neffe, ich begreife Dich vollkommen . . Du hast Recht ... Du wirst denken, — diese Onkel sind doch verknöcherten Herzens . . die schönste Poesie des Lebens wird von ihnen in den Calcul ihrer merkantilen Berechnung gezogen, fie sprechen zunächst von Geschäften . . vnd so gelegenheitlich, weils gerade paßt. . so nebenbei, — von meiner Zukunft, von meiner Zukunft, von meinem Lebensglücke — aber nein, mein Heinrich! glaube es mir, es ist der Zweck meines Lebens,