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Der Israelit · 1875-07-07 · Heft 27 (7.7.1875) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 27 (7.7.1875)
Date
1875-07-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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601 vorzügliche hebräische Biographie des Dichters und Kabbalisten Moses Chajim Luzatto aus Padua (1707—1747) aufmerksam, welche ver hiesige Lehrer Hr. F. Roth sie in aus Rußland verfaßt und der „Verein zur Beförderung der hebräischen Literatur" in Frankfurt a. M. unter dem Titel D'i^rr hj herausgegeben hat. Wir kommen später auf das schön stylisirtc Werk zurück und wollen vorläufig nur bemerken, daß wir die Ausstellungen dagegen in der Wiener Zeitschrift “wjn für ebenso nichtssagend als unzutreffend halten. M. Almoni. O e ft e r r. -Ungar. Monarchie. Prag, 30. Juni. Der k. k. Oberstabsarzt, Or. Bernstein, ein Jude, wurde von dem akad. Doctorencollegium mit imponirender Stimmenmehrheit zum Decan gewählt. Da Dr. Ritter von Wiener (Präs. Stellvertreter der jüd. Cultus- Gem.-Repräsentanz) Präsident der böhmischen Advocatenkammer ist, Maximilian Dormitzer lange Zeit, bis er wegen Uebersiedelung nach Wien resignirte, Präsident der böhm. Handels - und Gewerbekammer war, — so kann von Böhmen mit Recht behauptet werden, daß die höchsten Ehrenämter, die aus freier Wahl hervorgehen, mit Juden besetzt werden, was eben so ehrenvoll für die Wähler als für die Gewählten ist. Für diese ist es ein Beweis politischer Reife und religiöser Toleranz. Gaya (Mähren), 29. Juni. Gestern, am 28., trug man hier den Med. Dr. David Haas zu Grabe. An seinem, von einer unabsehbaren Menge aus Nähe und Ferne, begleiteten Sarge sprach Rabbiner Dr. Duschak tief ergreifende Worte. Als R. Jochanan starb — begann der Redner — rief ein Leichenredner ipckm Vo» vva ‘snv'b rurp orn D'^nsa, der Tag ist ein so unglücklicher, wie wenn am Mittag die Sonne untergegangen. Auch uns ist eine Sonne unkergegangen, ein Mann, der uns mit dem Lichte seines Geistes und mit der Wärme seines Herzens erleuchtete, erwärmte und beglückte, ist am Mittag seines Lebens hinweggegangen; denn der Verstorbene war erst 55 Jahre alt. Der Redner citirte den Vers rroax Dy in man brauchte nur den Namen David zu nennen, und ' man dachte sich darunter den König, den Retter Israels, den Gottergebenen, den Pfalmendichter, den Liebling Gottes und der Menschen. So auch dieser Hingeschiedene David. Er war geschmückt mit der „Krone des guten Namens", mit der NID 1N2, er war nicht nur ein ausgezeichneter Kenner, sondern auch Forscher des jüdischen Schriftthums. Ganz “pn wußte er buchstäblich auf jedes Wort auswendig. Seine Bibliothet bereicherte er mit allen Erzeugnissen des jüdischen Schriftthums, kein Opfer war ihm zu schwer. Er war gottesfürchtig, wie selten einer, und wäre er für das Judenthum in den Tod gegangen. Er war eifrig thätig, für Talmud-Thora, sowie für alle wohlthätigen Anstalten. Einen rühmlichen Eifer legte er als Mitglied der kk. Bezirksschulrates an den Tag. Als berühmter Arzt behandelte er die Armen mit derselben Sorgfalt wie die Reichen. Der Redner schloß mit den Worten: „David's Augen sind geschlossen zum ewigen Schlaf, aber sein geistiges Auge ist geöffnet dem Lichte der Wahrheit und Klarheit, David ruht vnn.v vy und ist heimgegangen zu seinem Vater im Himmel. Er hat mit dem Leben, wie einst David, einen Riesenkampf gekämpft, nun hat er — ausgekämpft." Um en Verklärten trauern eine Gattin und acht Kinder. England. London. Nach dem „Jew. Ehr." ist die Angabe in der jüngst nach einer Schrift des Schuldirektors Fischer mitgetheilten Biographie von Sir Moses Montefiore, wonach derselbe in London geboren sei, nicht richtig. Sir Moses ist von Geburt ein Italiener und zwar in Livorno geboren. Doch kam er schon als kleines Kind (man glaubt in seinem vierten Jahre) nach England, wo er seine Erziehung genossen und seitdem gelebt hat. Rußland. Milatt (Kurland), im Juni. Die Commission, welche unlängst in St. Petersburg tagte, um ein Gesetz zu einer einheitlichen, rechtlichen Organisation ver gefammten Arbeitcrvcrhältniffe in Rußland zu entwerfen, hat unter Anderm beschlossen, daß die bisherigen mittelalterlichen Beschränkungen der Juden bei dem Engagement christlicher Dienstboten zu beseitigen sind und daß nunmehr in dieser Beziehung keine confefsionelle Schranke gezogen werden soll. A. R. Afrika. Corrftanttrre (Algerien). Nach dem „Jndependant" ist die Ruhe dahier wieder hergestellt und die Juden sind nicht ferner angegriffen worden. Die TirailleurS sind von Constantine versetzt und die Person, welche Herrn Adda verwundet hatte, ist eingezogen worden.

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