Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1875)
- Date
- 1875-07-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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598 Sperber, von den Nagethieren die Spitzmaus, ferner Katze, Hund und Bock, und endlich als die eigentliche Inkarnation von Isis und Osins: Kuh und Stier (Apis). Was bei den Aegyptern Osiris und Isis, das ist bei den Bewohnern der Ufer des Euphrat und des Tigris Bel und Omoraka. Bel läßt sich das Haupt abschlagen, mit seinem Blute die Erde mischen und so Menschen und Thiere durch Omoraka bilden, während er selbst sich in Senne, Mond und Sterne umwandelt. Der Omoraka, der gebührenden Naturkraft, welche auch — nach Herodot — Mylitta hieß, wurde ein scheußlicher Cultus zu Theil. Jedes babylonische Weib mußte sich wenigstens einmal im Leben zu Ehren der Göttin im Tempel der Prostiturivn hingeben. Das dafür eingenommene Geld floß in den Tempelschatz.*) Dieselben Vorstellungen wiederholen sich bei den Phöniciern; dem Baal gesellt sich die Astarte zu. Nach Zeugung und Geburt tritt auch hier der Tod ein, dem die Auferstehung der Gottheit in anderer Form folgt. Bei den Auferstehungs^esten gaben sich die Jungfrauen gegen einen Lohn zu Gunsten des Tempelschatzes preis, während sich Jünglinge zu Ehren der Göttin entmannten. Fassen wir entgegen diesen Hauptrepräsentanten der Chamitischen Völker Israel in's Auge. Wie grundverschieden ist die Lehre Israels von den Anschauungen der Aegypter, Babylonier und Phönicier! „Es gibt nur Einen Gott, der Himmel „und Erde erschaffen bat." Mannigfaltig sind Seine Werke, die Gestirne des Himmels, die Pflanzen der Erde, die Schaaren der Thiere und Menschen, aber Gott ist nur Einer. Bei ihm ist nicht Geborenwerden, nicht Leiden und Tod — Er ist ewig; zu Ihm gesellt sich keine Gefährtin — Er ist einzig. Aber diese Heiligkeit, diese Erhabenheit hält Ihn nicht fern von Seiner Schöpfung; Er lenkt und regiert die Welt. az'Z r,nxv wpv 'rvjnuy nnx uv rr'zpn bw irörsi, „Ueberall, wo die Erhabenheit Gottes geschildert wird, da wird sogleich auch Seiner Demuth Erwähnung gethan. Der allmächtige Gott, der Herr des Weltalls, der Große. Starke, Furchtbare — Er nimmt sich der Waisen, Wittwen und Fremdlinge an, der Allheilige wohnt bei den Niedrigen und belebt die bekümmerten Herzen." Jedem, der Augen hat, zu sehen, und Verstand, zu erkennen, wird es bei Betrachtung dieser Gegensätze sofort klar werden, daß die älteste aus dem *) Welch' ein Gegensatz zu der Lehre unseres Gottes, TH17S« n’2 'w r:u jjrN **’3P rch, „Du sollst nicht bringen den Lohn einer Buhlerin in das Haus des Ewigen, deines Gottes!" Judenthume hervorgegangene Religion nichts ist, als die Rückkehr zu den Vorstellungen der alten Chamitischen Völker; es ist ein Abfall von der Religion Israels und eine Rückkehr zum Heidenthume der alten Chamiter, die zur Zeit der Gründung jener Religion langst vor dem Griechenthume zurückgetreten waren: Zu dem männlichen, zeugenden Gotte gesellt sich die weibliche, gebührende Gottheit, und eint sich in dem geborenen Gotte, der in Kämpfen und Leiden seinen Tod findet, um auf's Neue zu erstehen. Nur der Durchgang durch das Judenthum und die Aufnahme eines Theiles seiner Sitlenlehre haben diese Religion vor den letzten Consequenzen der heidnischen Götterlehre bewahrt. Doch ließen sich auch da noch manche Analogien Nachweisen. Wie aber die erwähnte Religion einen Abfall vom Judenthum und eine Reaction der Chamitischen Anschauungen gegen die Japhetitischen des Griechenthums bezeichnet, so erleben wir auch in unserer Zeit ein Sichgeltendmachen Chamitischer Lehren gegen die Japhetitischen (das ist: Griechischen) Anschauungen, welche in den letztverflossenen drei Jahrhunderten die nichtjüdische Welt beherrscht haben. Um das klar zu machen, müssen wir aber den Stammvater eines andern Theiles der Menschen. Japhet, dessen eigentliches Wesen am Vollendetsten im Griechenthume hervortritt, naher in's Auge fassen. Für heute nur noch soviel, daß die modernen Schlagwörter: Kraft und Stoff, die belebende, schaffende, wirkende Natur, die Darwinistische Lehre von der Abstammung des Menschen nichts sind, als die unter neuen Namen wiedererstandenen Götter der Aegypter, Babylonier und Assyrer. Zuchtwahl und Kampf ums Dasein! Man kann sie ebensogut Osiris und Isis, Bel und Omaraka oder Baal und Astarte nennen! Aber unter jeder Form und unter jedem Namen bleiben sie todte Götter, die keine angebliche Wissenschaft wieder beleben wird. Der ewige, lebendige Gott ist der All-Einige, ie» o»n, der Herr Zebaoth ist sein Name! (Fortsetzung folgt.) Zettrrngsnachrrchte» & Correfpondenzerr. Deutschland. Aus Knrhessen, 27. Juni. Das Ministerium hat die Verfügung der Kasseler Regierung, wonach die Juden in den ehemals bayerischen, 1n66 an Preußen abgetretenen Bezirken nach wie vor ein sog. Neujahrgcld an die katholischen Pfarrer