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Der Israelit · 1875-06-30 · Heft 26 (30.6.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 26 (30.6.1875)
Date
1875-06-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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578 13,214 fl., hingegen wurden für Unterrichtszwecke bloL 10,054 fl. verausgabt. Massenhafte Gummen verschlingen die Krauten und Siechen, die jüdische Literatur erfreute sich einer Unterstützung von 307 fl. Im Ganzen beträgt das Deficit 4564 fl. bei einer Einnahme von 182,420 fl. Dirrra Szerdahely, 21. Juni. Es gibt nichts Schmeichelhafteres für einen Rabbiner, als wenn zwei gleichgesinnte Gemeinden um dessen Besitz wetteifern: und so verhält es sich auch mit dem ehrwürdigen Herrn Rabbiner zu Milchdorf. Während die eine Gemeinde — wie in Nr. 24 d. Bl. mitgetheilt — in den Besitz desselben zu gelangen sucht, will ihn seine Gemeinde von sich nicht lassen. In der Mitte des Judenthums währt seit Jahren ein heftiger Kampf, zu dem es tüchtiger Kämpfer und Heerführer bedarf. Ist es daher zu verwundern, wenn die Gemeinde zu Milchdorf, der das seltene Glück zu Theil geworden» einen solchen Mann in ihrer Mitte zu haben, mit allem Aufgebote von Kräften dahin strebt, denselben auch fernerhin zu behalten? Sie entfaltete daher eine große Thätigkeit, um ihren ehrwürdigen Herrn Rabbiner in ihrer Mitte zu behalten; unerwähnt darf nicht bleiben, daß sie in diesen ihren Bemühungen durch das ehrw. hiesige Rabbinat — dessen Mitglieder eigens nach Milchdorf gereist waren, um den Freund zu veranlassen, in seiner Gemeinde, also in unserer Nähe, ferner zu verbleiben, kräftigst unterstützt worden ist; und so werden denn diese Bestrebungen von Erfolg gekrönt: Herr Rabbiner Lövinger bleibt seiner bisherigen Gemeinde erhalten. S. H. Deutsch, Rabb.-Cand. Algier. Conftarrtine (Algerien), 26. Mai. Die hiesige israel. Bevölkerung wurde von eingebornen Tiralleurs in brutaler Weise überfallen, viele von ihnen geschlagen und verwundet, und dies, ohne daß die Israeliten auch den geringsten Anlaß zu diesen Ausschreitungen gegeben hätten. Herr Askil Adda, Mitglied des Konsistoriums, der sich zum General begeben wollte, um dessen Intervention zu beanspruchen, wurde an der Thüre des Palais von einem Tiralleur mit dem Gewehre geschlagen und zur Erde geworfen. In der Nacht ist eine Patrouille mit Gewalt in eine israel. Wohnung gedrungen und nahm Kleider und Schmucksachen mit Die Angst der Israeliten war so groß, daß dieselben aus Furcht vor Plünderung ihre Geschäfte verließen. Erft auf die eindringlichen Worten des Oberrabbiners, zu Hause zu bleiben und die Straßen, wo die Tiralleurs sich aufhalten, zu meiden, ist die Ruhe so ziemlich wieder hergestellt. Ohne Zweifel werden die gerichtlichen und militärischen Behörden ihre Schuldigkeit thun. (Un. Jsr) Feuilleton. Haus Cbkrs. Erzählung von S. Kohn, Verfasser des „Gabriel". (Fortsetzung.) „Mein Vater hatte Recht — er hat mir Sie stets und sterbend noch als den Würdigsten zum väterlichen Freunde, zum Rathgeber empfohlen", sprach Alfred nach einer Pause. „Nun, Alfred, weil wir uns gerade so recht vom Herzen ausgesprochen haben, eine Frage, die Du dem Freunde Deines Vaters nicht verübeln wirst; — warum heirathest Du nicht? Du bist achtundzwanzig Jahre alt . . es gibt viele liebe gute Mädchen in der Stadt. . . Du wirst.ja älter werden, Deine Geschwister werden von Dir schaden, Gott erhalte Dir Deine gute Mütter lange, recht lange . . . wenn man so unverheirathe* lebt, und alt wird, kein liebend Weib, kein treues Kind — Alfred, man steht dann doch am Abend seines Lebens so allein, so verlassen..." Franke's Stimme zitterte heftig, sie versagte ihm endlich. „Ich kann nicht heirathen! Ihnen darf ich's wohl gestehen . . ich habe geliebt . . man kann nur einmal lieben!" „Man kann nur einmal lieben", wiederholte der Greis mit dem Tone vollster Ueberzeugung, und eine Thräne floß langsam über seine Wange, „Du hast geliebt und . .?" „Ich habe geliebt, ward geliebt, und . . das Mädchen meiner Liede . . . ward das Weib eines Andern!" Es entstand eine lange Pause. „Ward das Weib eines Andern", sprach Franke endlich bebend und mit tiefer Rührnng, „ah! das thut weh!"

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