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Der Israelit · 1875-05-12 · Heft 19 (12.5.1875) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 19 (12.5.1875)
Date
1875-05-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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418 und des Lulab aus der Synagoge schriftlich sich ausgesprochen und die Erwartung geäußert, ihr hiesiger Collega werde einem solchen Schritte auch seine Zusage nicht geben. Die Herren tauschten sich; ihrem Amtsbruder waren diese Gutachten und ihre Verfasser nicht „Autorität" genug. S. Vom Nieder rheitt, im Nissan. Die „Crefelder Zeitung" vom 22. April -rjncn Hm '# nDs enthält folgende Annonce: „Restauration Kochmann. Echt Erlanger Bier; per Glas 2 Sgr." Ob dieses Bier erst nach nos oder schon während der N22-Tage verschenkt werden soll, ist in der Annonce nicht bemerkt. Jedenfalls aber verdient dieselbe zur Kenntniß des jüdischen Publikums gebracht zu werden, damit dieses wisse, was bei einem Aufenthalte in Crefeld während der 7:25-Tage in dieser ^^i-Gastwirthschaft wenigstens zu haben sei. Herr Koch mann besorgt auch Festessen bei jüdischen Hochzeits- und anderen Festen und dürfte auf Grund obiger Annonce hier-- durch genugsam empfohlen sein. A Düsseldorf, im April. In der ungarischen geologischen Gesellschaft zu Pefth las Prof. Joseph Szäbö unlängst einen Bericht über seine jüngste, 1874 ausgeführte Reise in Serbien; das ist wirklich hübsch von dem Herrn Professor; ob es aber eben so schön von ihm war bei der Aufzählung der einzelnen Völkerschaften in Serbien alle „interessanten" Nationalitäten, wie z. B. die Bulgaren, Rumänen, Znizaren, Zigeuner, in erster Reihe Revue passiren zu lassen und die Juden ganz zuletzt (nach den Zigeunern) zu nennen, will ich hier nicht näher untersuchen. Welche „Unparteilichkeit" dieser Reisende und Völkerpsycholog besitzt, mag übrigens aus folgender Aeußerung des Herrn Szabo gefolgert werden: Zu den Rumänen, sagt er, können wir auch die sogenannten Zinzaren oder Kutzo-Vlachen rechnen, welche in Serbien dieselbe Nolle spielen, wie die Juden in vielen ungarischen, besonders aber polnischen Dörfern, „nur daß sich jene auf die Förderung ihrer Jme- „ressen noch besser verstehen, als diese." . . Gut gebrüllt, Löwe! Dem Geschichtskundigen überlasse ich es, die Wahrheit der statistischen Angaben zu prüfen, wonach die Zahl der Juden äußerst klein, kaum 1500 sein soll. Da ihnen im ganzen Lande das Recht der Niederlassung, ja des Handelstreibens, außer Belgrad, gesetzlich entzogen ist, können sie sich nicht vermehren. Sie stammen von den vor der Jnquisiton nach Serbien geflohenen Juden und sprechen noch heute spanisch. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, die Aufmerksamkeit der serbischen Regierung auf d?u strebsamen Pefther Professor zu lenken und dessen verwaistes Knopfloch durch ein Ordensbändchen zu schmücken! — Wenn ich was Spanisches lese und höre, fällt mir immer der deutsche Dichter und gewesene Theaterdirector Heinrich Laube ein. Der spanische Guerilla-Krieg ist ihm angeboren, und wenn er nicht mehr als Bühnen-Befehlshaber Schauspieler commandiren kann, so spielt er wenigstens mit Bleisoldaten und — schimpft gegen die Jud e n. Der alte Invalide „des jungen Deutschlands" gab nämlich soeben ein absonderliches Buch (bei I. I. Weber in Leipzig) über das Wiener Stavt- Theater heraus; in diesem sehr persönlich gehaltenen Werke beschuldigt er nun die Juden, daß sie es gewesen wären, wodurch die meisten von ihm in Scene gesetzten Stücke am Wiener Stadttheater siasco gemacht hätten; und warum? Auf S. 56 heißt es wörtlich: „In den Wiener Zeitungen sind Einwanderer aus aller Herren Ländern die Mehrzahl und die Tonangeber. „Und zwar vorzugs- „ weise die Juden." Diese sagten naturgemäß zu einem alten vaterländischen Drama aus alter österreichischer Zeit: was ist mir Hecuba? „Erft „seit Kurzem zu menschenwürdigem Dasein zuge- „lassen. muß ihnen ja doch irgendwelche Sympathie „für die alte Leidensgeschichte fern liegen." Wie Sie sehen, ist Heinrich Laube ein Richard Wagner in zweiter, verschlechterter Auflage! Der Größenwahn ist bei Beiden gleich; wie der Tonkünftter wegen Nicht-Vergötterung seiner Zukunftsmusik über die Juden herfallt, so will der Direktor, der keine Zukunft mehr hat, für seinen verunglückten Wiener Theater-Feldzug ebenfalls die Juden verantwortlich machen. Es ist ein solch beruhigendes Bewußtsein, daß man selber unfehlbar ist, und daß nur die Anderen die Peter Schlehmils sind, die Einem das Concept verderben! Die Juden wären also nach Laube vaterlandslose Kritiker? für diese allzudeuiliche Denunciation werden sich hoffentlich die reichen jüdischen Barone und Finanzmänner, welche das Wiener Stadttheater gegründet und Herrn Laube als Leiter desselben' nach Wien berufen haben, bei diesem Herrn zu bedanken wissen. . . Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich eines Hamans, den vor Kurzem die Vorsehung der verdienten Strafe überliefert hat, nachdem er lange genug allerlei Unheil in der Welt angestiftet; ich meine die vor dem oberbayrischen Schwurgerichte erfolgte Verurtheilung jenes „Mannes für Alles", Namens Julius Lang, der besonders durch feine Einmischung in die Arnim'sche Afsaire zur traurigen Berühmtheit gelangte. Dieser literarisch?

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