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Der Israelit · 1875-05-12 · Heft 19 (12.5.1875) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 19 (12.5.1875)
Date
1875-05-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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414 Zweck der Religion, für die Ideen der Toleranz des höheren edlen Menschthums zu erwärmen. In wahrhaft patriotischer Weise pries er die Gnade des allerhöchsten Monarchen, Vesten edler, ritterlicher nnd gerechter Sinn für alle seine Unterthanen, die Gleichberechtigung zum Gesetz erhob. Unter inbrünstigen Gebeten für Ihre Majestäten und für das' ganze Kaiserhaus schloß die religiöse Feier, die in ihrem Eindrücke noch lange im Gedächtnisse der Anwesenden bleiben wird. Auf Nachmittags lud der Vorsteher Herr S. Beständig sämmtliche Honvrationen und Gäste zu einem splendiden Bankette. Es herrschte da ein recht gemüthlicher, freundlicher, ungezwungener Ton; vor Beendigung desselben erhob der Vorsteher Beständig das Glas zu einem Toast auf Se. Majestät den allergnädigsten Kaiser und auf Ihre Majestät die Kaiserin. Der Herr Bezirkshauptmann I. Kapp erwiederte denselben mit einem „Lebe hoch" auf die isr. Cultusgemeinde in Przibram. Herr Dr. Bendiener aus Prag erhob das GlaS zu einem längeren Toast auf den'anwesenden Bürgermeister und auf die gesammte Einwohnerschaft Przibrams, die den Geist der Toleranz in sich ausgenommen, dem Feste ihrer jüdischen Mitbürger wohlwollende Theilnahme entgegen gebracht haben, hinweisend auf die Worte des Psalmisten: d*>j r.ci runcrun in' z: eviN rüff. Herr Bürgermeister Kail erwiederte mit einem „Glückauf!" auf die Eintracht zwischen den Bruderstämmen und auf daS ganze Königreich Böhmen. Es folgten nun einige Toaste auf das Baucomite, auf die Frauen, welche zur Ausschmückung des Tempels reichlich spendeten. Die ganze Feier verlief in würdigster Weise. Italien. Rom. Die Commission für die Carnevalfestlrchkeiten hat dem hiesigen israel Asyl ein Achtel des Ertrags eines Wohlthätigkeitsfeftes und zwar 160«) Frs. Übermacht. (Arch. Isr.) Frankreich. Paris. Herr Clermont-Ganneau, bekanntlich der Entdecker der berühmten Moabitersteine, ist für seine Verdienst? um die Archeologie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. (Un. Äsr.) Ronen, ^rotz des Widerspruchs des Stadtrath wurde von Leiten der Regierung die Crerrung eines Rabbinats in Rvueu veranstaltet. Ebenso wurde in Pan ein Nabbinat errichtet. (Un. Isr.) Belfort. Vor einigen Tagen wurde ein plötzlich verstorbener Israelit begraben. Nachdem man den Sarg in das Grab versenkt und es auSznfüllen begann, hörte man fünf oder sechs in gleichen Zwischenräumen sich wiederholenden Schläge, die von dem Sarge herzukommen schienen. Die Todtengräber flohen in einer Angst davon, ihre Werkzeuge zurücklassend. In aller Eile wurde das Grab und der Sarg geöffnet und ein herbeigerufener Arzt conftatirte noch einmal den Tod des Begrabenen. Man vermuthet, daß die vom Grabe vernommenen Schläge von dem Widerhall herrühren sollen, den die auf den aus schlechtem Holze verfertigten Sarg geworfenen Erdschollen hervorgebracht haben. (Un. JSr.) England. London. Der Erzbischof von Canterbury hat zu dem Sir Moses Montefiore Testimonal 10 L. beigesteuert. (Jew. Chr.) London. Herr Samuel Montagu ist in Begleitung des Herrn Dr. Ascher im Aufträge des „Board of Deputies" nach Jerusalem gereist, um an Ort und Stelle die näheren Verhältnisse der zu Ehren von Sir Moses Montefiore zu errichtenden Anstalten zu prüfen. Feuilleton. Ei» Almosenier Erzählung von L. Herzberg-Fränkel. (Fortsetzung.) Der gute Mann ist von dieser seiner heiligen Mission durchdrungen; er opfert ihr den Schlaf seiner Nächte, er duldet die barsche Zurückweisung, die Verdächtigungen, die ihm seitens der angebettelten Fremden begegnen, er hat nur Einen Beruf, dem er lebt, nur Einen Gedanken, der ihn erfüllt: Sammeln und Vertheilen! Aus der weiten Tasche seines langen Talars eine Blechbüchse ziehend, hält er sie seinem Manne hin, der eine kleine Silbermünze in dieselbe gleiten läßt. Auch der Geistliche zieht ein Geldstück aus seiner Börse. „Da habt Ihr auch etwas von mir." Der Bettler steckt rasch die Büchse ein, und eine abwehrend? Handbewegung machend, sagt er:

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