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Der Israelit · 1875-05-12 · Heft 19 (12.5.1875) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 19 (12.5.1875)
Date
1875-05-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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411 zu vernehmen, daß Herr S. Kohn streng orthodoxer Jude ist und seine treffliche Feder am Liebsten im Dienste unserer heiligen Religion verwendet. EfsettheiUt bei Mainz, 7. Mai. Nicht nur dem in den Schulvorstand gewählten Kaufmann Feibel, sondern auch zwei andern Israeliten, dem Kaufmann Mayer und dem Gastwirth Goldmann wurden von verruchter Hand Reben in deren Weinbergen abgeschnitten. Die Großh. Bürgermeisterei mrcht bekannt, daß sie auf die Entdeckung der Thäter einen Preis von 100 Mark ausgesetzt habe. Bamberg, 15. April. Dem Rechenschafts- Bericht des Vorstandes der Centralstelle Bamberg zur Unterstützung durchreisender israelitischer Armen entnehmen wir: Am i. Januar d. I. hat die hiesige Centralstelle ihre Thatigkeit begonnen. — Die Vertheilung der Gaben erfolgt, mit Ausnahme des Sabbats oder hoher jüdischer Festtage, täglich von 1 bis 2 Uhr Mittags; zur festgesetzten Zeit findet sich ein Comitämitglied in dem hiezu bestimmten Lokale ein, prüft die Pässe, bestimmt die Höhe der Gabe, welche sofort von dem anwesenden Special-Cassier ausbezahlt wird. Die am Freitag Mittag oder am Nüsttage hoher Feiertage ankommenden Petenten erhalten Kostbillete für Sabbat bez. für die betreffenden Festtage. Was die Gepfiogenheit bei Vertheilung der Gaben betrifft, so hat jedes Comilemitglied das Recht, bis zum Belaufe von fl. 7 selbstständig zu verfügen. Bei einer höheren Spende ist die vorherige Einholung des Einverständnisses des Vorstandes oder eines anderen Comitömitgliedes erforderlich. Arme aus unserem engeren Vaterlande, dürfen die Casse zweimal im Jahre besuchen, Nichlbayern aber nur einmal. Alte oder kranke Arme aus unserem Kreise, erhalten auf gestelltes Ansuchen hin, nach Prüfung desselben, die Gabe zugesandt. Die Höhe der vertheilten einzelnen Gaben betrug von fl. 2 bis fl. lo je nach Würdigkeit und Dürftigkeit, in welcher Beziehung mit der größten Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit zu Werk gegangen wurde. Der finanzielle Stand unserer Centralkasse ist folgender: Die Mitglieder der hiesigen Cultusgemeinde leisteten einen Jahresbeitrag von circa fl. 3350 in zweimonatlichen Raten antieipanäo. An die hiesige Centralstelle haben sich angeschloffen: Altenkunstadt, Aschbach, Aufsecs, Bayreuth . Bischberg, Burgcdrach, Burgpreppach, Ebelsbach. Ermershausen, Forchheim. Friesen, Glens» darf, Hirschaid, Lichrenfels. Mitwitz, Mühlhausen, Reckendorf, Redwitz, Walsdorf, zusammen 19 Gemeinden mit einem Jahresbeitrag von circa 2150 fl., so daß die Gesammt-Einnahme ca. fl. 5500 betragt. Die Ausgaben betragen für das I. Quartal fl 939. 30 kr, wozu noch die Gehalte der beiden Ca stirer kommen. Der Vorstand constatirt mit Vergnügen die Thatsache, daß, obwohl unser Verein, nicht wie anderwärts, ein Attribut der Cultusgemeinde ist, daher für seine Bedürfnisse keine Etat-Position besteht, derselbe vielmehr eine eigene Institution bildet. doch die Mitglieder der hiesigen Cultusgemeinde fast ausnahmslos freiwillige Mitglieder des Vereins find und die angeführte respektable Summe von fl. 3350 aus ihren Privatmitteln beitragen. Auch die Cultusgemeinden Oberfrankens haben sich in überwiegender Zahl und theilweise mit sehr erheblichen Beiträgen unserer Centralstelle angeschlvssen. Die wenigen Gemeinden, welche es, der an sie ergangenen Einladung ungeachtet, bisher nicht gethan, werden in Anbetracht des guten Zweckes, hoffentlich bald Nachfolgen, denn nur durch vereinigtes Wirken kann dem verderblichen Wanderbcttel gesteuert werden. Zum Schutze der beitragenden Gemeinden hat der Vorstand Verzeichnisse drucken lassen, worin die Gemeinden, welche nicht besucht werden dürfen, namentlich aufgeführt sind. Jeder Petent erhält ein solches eingehändigt, und wird auf die Strafe der Nichtbefolgung hrngewiefen. Die Statistik unserer Centralstelle ergibt, daß im J. Quartal 1874 337 Unterstützungen erfolgten, währcud im gleichen Zeitraum 1875 nur 250 figuriren, daher ein Minus 87 Nummern das beredeste Zeugniß für die Zweckmäßigkeit der Centralstelle. Währeno im Berichte unserer Schwrsteranstalr Augsburg über vvrgekommene Betrügereien und andere Unzukömmlichkeiten bittere Klage geführt wird, können wir erfreulicherweise nicht das Gleiche sagen. Das Benehmen der Petenten war im Allgemeinen ein bescheidenes und waren dieselben mit den gereichten Gaben durchgehends zufrieden, auch die früheren Klagen über Hausbettel find beinahe ganz verstummt. Der einzige Wunsch, den ich auszusprechen habe, ist der, daß bezüglich der russischen Pässe eine conforme Behandlung Seitens sämmtlicher

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