Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 17 (28.4.1875)
- Date
- 1875-04-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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366 Ihurn nicht verleugnet, vielmehr einen religiösen Lebenswandel führt und auch in praktischer Beziehung an den Traditionen feiner Väter sefthalt. (Jüd. Pr). F r a n k.r e ich.. - - Vesoul. Herr Jsaac Levy, Oberrabbiner von Vesoul veröffentlichte einen-Band Predigten. Man weißdaß die Predigten des beredten Autors in bedeutenden Synagogen Frankreichs, iy Elsaß- Lothringen und in der Schweiz glanzenden Erfolg hatten, was selbst in , den politischen Tagesblätteru Ausdruck fand. Durch die Veröffentlichung dieses neuen Buches bietet Hr. Rabb. L. dem isr. Publikum eine reiche Quelle köstlicher religiöser, moralischer und socialer Belehrungen. Er verdient alles Lob für seine Thätigkeit in der iüd. Literatur. (Un. Isr.) England. London. Bei dem „Board of DeputieS" gingen im verstoßenen Jahre für die Armen des heil. Landes 2814 L. ein, welche bis auf 378 L. zur Vertheilung kamen. 250 L. wurden.für einen Arzt in Safed votirt. (Jew. Ehr.) Schweden. Stockholm Der König hat beschlossen, daß die in Dorfgemeinden wohnenden Israeliten die bis dahin an die christlichen Kirchen unter dem Namen fus stolao zu bezahlenden Steuern nicht mehr zu -entrichten haben. (Un. Isr.) Palästina. (Reste einer Purpurfabrik). Kürzlich fand von Dücker auf der kleinen Insel St. Georgs etwa zwei deutsche Meilen westlich von Athen, einen Haufen von Muscheln Murvx), die er für einen KjökkelMlödding hielt; ein französischer Arzt in Alexandrien jedoch, Gaillardot, ist der Ansicht, daß es sich dabei nicht um Küchenabfälle, sondern um Uebervleibsel einer Purpur f a b r i k handle, dergleichen man auch an der Küste ser jonischen Insel Cengo gefunden hat. Eine solche Purpmfabrik hat Gaillardot auch bei dem alten (p-nn) Sidon, dem heutigen Saida, gefunden. Etwa 20 Meter über dem Meere, oben agf dem Schutte, liegt etwas rückwärts eine Muschclvank in einer Ausdehung von 120 Meter. Die ganz ungeheuere Anhäufung von Muscheln besteht nur aus einer einzigen Art, Nurex truucu!u8. (v^n) Aber nur wenige Schritte von derselben entfernt findet man am Strande und auf den Inseln, welche die Stadt umgürten, viele andere, z. B. Nurex brandaris und Purpura heraastoma, welche gleichfalls Färbestoff zur Herstellung des Purpurs (pQ2->-r) lieferten. Älurex brandaris lieferte den werthvollsten Farbestoff, während Murex trunculus Stoff zürn Färben nicht so theurer Zeuge hergab. Die Fabrikanten werden. also uwhl die verschiedenen Purpurmuscheln sortirt haben, nur verschiedene Arten Farbe herzustellen. In den alten Büchern ist bekanntlich oftmals die Rede von „Purpur und köstlicher Leinwand". Der phönizifche Purpur war in allen Cultm ländern der.alten Welt bekannt und gesucht.. Unter Purpur aber verstand man nicht blos die schöne dunkelrothe, in's Kobaltblau hinüberspielende Farbe, die wir heute noch als Purpür bezeichnen, sondern man verwandte ihn vei aller Farbengebung, wo Roth die Unterlage bildete und erhielt solchergestalt auch ein in's Orange und ein in's Schwärzliche spielendes Roth. Die große Nachftage nach diesen Färbestoffen verlangte eine ausgedehnte Fabrikation, v. Dücker hat auf der Georgsinsel kugelförmige Steine gefunden, wahre Hammer, die. man zum kunstgerechten Aufschlagen der Muscheln verwandte. . A fri k a. Algier. Aus der jüngst veröffentlichten Sammlung von Depeschen der Regierung der nationalen Vertheidigung ist ersichtlich, daß das Dekret von der Naturalisation der algerischen Juden im Jahre 1870 von allen Parteien fast gleich ungünstig ausgenommen wurde. „Arch Isr." veröffentlichen mehrere diesbezügliche Depeschen. Jf e u i i I t t o n. Cm Ilmosrxitt. Erzählung von L. Herzberg-Fränkel. Es ist in Galizien in einem an der Heerstraße gelegenen Gasthofe. Die Nacht ist vorgerückt; der kleine Ort schläft, die Fensterläden sind geschlossen; der Nachtwächter macht die Runde, seine eintönigen, von Hundegebell begleiteten Warnungsrufe in die Nacht hinaustönend; der Regen rieselt in feinen Strahlen auf die triefenden Dächer, auf den schlammigen Grund; keine Straßenlaterne erhellt die greifbare Finfterniß, kein Licht da unten, kein Strahl dort oben Selbst die Herberge im Markte hat ihr gastliches Thor geschloffen, und blos durch schmale Ritzen dringt der matte Schein des Lichtes, das £>