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Der Israelit · 1875-04-14 · Heft 15-16 (14.4.1875) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 15-16 (14.4.1875)
Date
1875-04-14
Page
– (sequence 30)
Language
German
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348 man meint» dem Central - Comitö als Präjudiz dienen können, um auch seinerseits die Erlaubniß zur Wirksamkeit innerhalb Rußlands zu erlangen. In Betreff der Aufnahme der israelitischen Aerzte in die Wahllisten haben in Bucarest neue gerichtliche Verhandlungen stattgefunden. Der Eine der Reclamanten, der im Lande geboren ist, hat daselbst seine Studien absolvirt und legte sein ärztliches Diplom vor, während die beiden anderen außerdem noch ein gerichtliches Erkenntnis beibrachten. auf Grund dessen sie noch im Juli '1874 zur Wahl zugelassen worden waren; trotzdem sind ihre Jnscriptiönsgcsuche als verfassungswidrig zurückzewiesen worden, weil die Israeliten keine politischen Rechte besäßen. Das C-Comite erhält weitere Mittheilungen über die in der Gegend von Mogador neulich vorgefallenen Mordthaten, von denen im Januar-Berichte c. die Rede war. Am 27. November begab sich ein Israelit aus Mogador, Namens Meffod Benjaffa. mit seinen zwei Kindern, einem anderen Israeliten und einigen arabischen Kameeltreibern auf den Weg nach Marocco; bei einem Zollhause angekommen, setzten Letztere ihren Weg fort, während die Israeliten ihr Nachtquartier in einem maurischen Hause nahmen, wo sie getödtet und hierauf in einen Brunnen geworfen wurden. Als der Bruder des M. Benjaffa, der in Marocco wohnt, diesen Vorfall erfuhr, erhob er sofort bei dem Bruder des Kaisers, Mulcy Citman, Klage und erwirkte sich bei demselben ein Empfehlungsschreiben an den Gouverneur von Mogador. Inzwischen, schreibt der Correspondent, hatten wir gleichfalls von der Ermordung dieser unglücklichen Glaubensgenossen Kenntniß bekommen und festg^stellt, daß dieselbe zu Enaga, im Bezirk Schiedma, stattgefunden, dessen Gouverneur Et Jach Jamed ben Larssi ist. — Fast gleichzeitig erfuhren wir noch, daß auch drei Israeliten vom Sus in einer Ortschaft Namens Elrio Titzi. zum Ressort des Regierungsbezirkes Jaja gehörig, ermordet und aller ihrer Habe beraubt worden seien. In Begleitung von Sold ten und Notare, die uns der Gouverneur behufs Einholung der Leichname mitgeben hatte, konnten wir diese drei unglücklichen Opfer zur letzten Ruhe bestatten und machten uns sodann auf den Weg, um die Leichname der anderen, in Enaga ermordeten Israeliten aufzusuchen, wozu uns der Gouverneur gleichfalls militärische Begleitung und einige Notare zur Feststellung des Tatbestandes mitgab. Nach längerem Suchen fanden wir endlich einen Mauren, den die Mörder gezwungen hatten, die Leichname aus dem Brunnen, in welchem sie lagen, herauszunehmen und nach einem etwas entfernter gelegenen Orte, genannt Hain von Qued, zu tragen, wo sie verbrannt wurden. Den Brunnen selbst, der zugeschuttet, besäet und vollständig unkenntlich gemacht worden war, mußten wir wieder ausgraben lnssen und fanden endlich in ihm blut- - befleckte Stücke von Bekleidungsgegenständen, Lein-; wand, Schuhzeug und anderen Dingen, die den! Ermordeten gehört hatten und die wir Mitnahmen; i ebenso fanden wir anch noch an dem Orte, wo die i Verbrennung stattgefunden, einige halbverbrannte! Knochen. Nach Mogador zurückgekehrt, begaben wir uns mit allen den Personen, die uns begleitet hatten' zum Gouverneur, der den Notaren aufgab, über den festgestellten Thatbestand ein Protokoll aufzunehmen und uns die nöthigen Schriftstücke zur Verfolgung der Mörder zu übergeben. Wir wandten uns sodann mit einer Petition, in der wir die genannten Thatsachen auseinandersetzten und die Bestrafung der ^chuldiaen forderten, an | Se. Maj. den Kaiser von Fez. und werden Ihnen, > sobald wir eine Antwort erhalten, von derselben I Mittheilung machen. Von den Personen, die uns! bei dieser traurigen Affaire am meisten beigestan-! den. verdienen hauptsächlich folgende Herren namhaftgemacht zu werden: Auguste Beaumier, Consul i für Frankreich uud England zu Mogador, Joseph | de Elmaleh, österreichischer Consularagent, Judah! Levi Tuly und dessen sohn David. Nach einer anderen in derselben Angelegenheit eingegangenen Mittheilung sind die unglücklichen Israeliten, nicht weil sie Inden waren, ermordet worden, sondern einfach weil sie Geldsummen bei sich hatten, deren sich die Diebe bemächtigen wollten; es sind seit dem Tode des Sultan Sidi Mohammed viele Muselmänner auf dieselbe Weise in jenen insurgirten Provinzen verschwunden. England. London. „The Pretoria! World" vom 3. April bringt eine wohtgelungene Photographie von Sir Moses Montefiore und eine kurze Biographie desselben, worin dessen edles Wirken für die Menschheit und insbesondere für die Juden erzählt wird. Cdittbuvg. Miß Mary Macfarlane of Crieff hat dem jüdischen Missionsfond der freien Kirche Schottlands 9000 L. vermacht. Und dabei darben Tausende von Christen!! (Jew. Chr.)

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