Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 15-16 (14.4.1875)
- Date
- 1875-04-14
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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349 D c ft e r r. U n 3 a r. Monarchie. Tacharr, 30. März. (Rabbiner-Unterstützungen.) Die von dem Dachauer Nabbinate bei dem Hause der Abgeordneten eingebrachte und von letzterem der Regierung zur Berücksichtigung empfohlene Petition um Subventionirung der nothleidenden Rabbiner wurde von der Regierung der Repräsentanz der böhmischen Landessudenschaft zur bestimmten Antragsstellung abgetreten. Die Repräsentanz hat hierauf in der von ihr am 23. März d. I abgehaltenen Plenarsitzung beschlossen, zunächst zur Einholung statistischer Daten über Standort, Anzahl, Dotation und sonstige in die materielle Lage einschlagende Verhältnisse der Rabbiner die Repräsentanz-Mitglieder zu beauftragen. Dieser Vorgang der Regierung scheint es zu verbürgen, -aß die nothleidenden Rabbiner wie auch die Gemeinden der ongestrebten und längst erwarteten Staatshilfe bald werden theilhaftig werden. Italien. Venedig. Der am 17. Dez.v. I. verstorbene Geistliche und Professor, Joseph Valentinelli, Inhaber mehrerer italienischer und österr. Orden, hatte laut seines Testamentes vom 3. Oktober 1873 den Israeliten Bernhard Suüam Marco zu seinem Testamentsvollstrecker ernannt. Dieses von einem christlichen Geistlichen einem unserer Glaubensgenossen ausgestellte Vertrauenszeugniß verdient besonders erwähnt zu werden ' (Arch. Jsr.) Rußland. Charkow. Ein interesianter Proceß wird vor den Schranken des Ostrogo'schen Kreis geeichtes im russischen Gouvernement Charkow verhandelt werden. In einigen Dörfern des Pawlower Bezirkes wurden 400 Leute festgenommen, welche der (Beete der sogenannten Jndenchristen angehören. Diese Sectirer, welche in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts von Kiew nack Groß-Nowgorod kamen, fanden unter Czar Iwan III. in Moskau, diesem Eldorado der Sectirer und großrussischen Anschauungen, außerordentlicbe Verbreitung. Der Charkower Gerichtshof hat nun in Anbetracht, daß, wenn man alle dortigen „Jüdler" bestrafen wollte, die ganzen Dorfbevölkerungen nach dem Kaukasus übergesiedelt werden müßten, nur gegen vierzig dieser judaisirenden Häretiker die Anklage erhoben, die übrigen aber entlaffen. Amerika. Rew-Vork. Der letzte Purimball zu Gunsten der hiesigen israel. Wohlthätigkeitsanstalteu brachte netto die Summe von 13,250 Dollars ein. (Jew. Chr.) A f r i k a. Capftadt. Der ,.I)irrmoin! Newa und Griqaaland West Governement Gazette“ vom 2. Februar, die unser Eorrespondeut uns übersandt bat, entnehmen wir Nachstehendes: Die „lüchmond F.ra“ veröffentlichte jüngst einen Artikel, in welchem gewisse Ausdrücke gebraucht wurden, welche als Beleidigungen gegen die Juden angesehen werden konnten. Herr I Moscurdal sandte einen Brief an die ,,Era", in welchem er sagt: Ich antworte nur auf die Bemerkung, daß die Juden Feinde des materiellen Fortschrittes der Colonie seien. Die einzig großartige Cotonialwaarenhandlung en gros gehört Herrn Dreysuß — einem Inden. Die ersten Einführungen von Angora-Ziegen wurden von dem Herrn Mosenthal — Jude — bewerkstelligt. Wenigstens die Hälfte der schönen Merinoschafe wurden von jüdischen Port-Elisabeth-Firmen importirt. Ein großer Theil der Fortschritte, welchen die Pächter der Colonie gernacht, ist dem Einflüsse der Juden zu verdarlken. Die Cap-Colonie war in der letzten Wiener Weltausstellung, wie ich aus persönlicher Erfahrung mittheilen kann, nur von Juden und zwar ganz gut repräsentirt. Thatsache ist es, daß der Einfluß der Juden aus bas materielle Wohl der Colonie io bedeutend ist, daß es lhöricht wäre, in Einzelheiten darüber einzngehen. Alles Dieses in Betracht ziehend, wollten Sie, Herr Redakteur, so gütig sein, mir zu erklären, warum die Juden als größere Feinde des Fortschrittes anzusehen seien, als ihre christlichen Brüder? Mainz, 13. April. Wie wir vernehmen, hat die Großherzogliche Staatsbehörde beschlossen, der Denunciation des Herrn Stern aus Buttenhausen keine Folge zu geben und hat daher denselben mit seiner Klage abgewiesen. Urankfrrrt a. M. Der große Mangel an o^nio wird immer fühlbarer; es gibt Gegenden, wo oft zwanzig Stunden weit kein Tno zu finden ist. Ich möchte einen Vorschlag machen, der vielleicht geeignet wäre, die Beseitigung dieses Uebelstandes anzubahnen. In den israel. Lehrerbildungsanstalten, wie in Würzburg, Cöln u. s. w. sollten die Zöglinge durch Erlernung der\jh theoretisch vorbereitet werden; den zukünftigen Lehrern wäre es dann später leicht, sich in dieser wichtigen m^oauch praktisch auszubilden. Für junge Leute, die sich dahier als O'!?7N2;auSbilden wollen, würde ich bereitwillig für vollständige Beköstigung und Wohnung sorgen. B. Hecht.