Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1875)
- Date
- 1875-03-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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287 den zu erwarten sie (dieOrthodoxen) vorgebenrc. Hier passen die Worte der man, welche heißen: i&d 10 ioyy n« «nww 'S-i. Wenn nun gleichwohl solche Äußerungen von solcher Seite im Allgemeinen nicht neu, so kann es doch von Nutzen fein, von Zeit zu Zeit der Welt zu zeigen, welche Glaubenshelden Philippson und Consorten sind. A. U. Würzbrng, 26. März. Die dieSwöchentliche Nr. der All—gemeinen Zeitung des Judenthums wartet uns wieder einmal auf mit einer „Privatmittheilung" von hier und zwar gilt dieselbe diesmal der hiesige» „Jeschiba." Die Correspondenz sagt im Auszuge etwa wie folgt: „Mit dem Jnslebentreten der Berliner Hochschule für Candidaten jüd. Theologie habe sich die hiesige Jeschiba derart vermindert, daß nunmehr nur noch vier bis fünf junge Polen hier herumlaufen. Als fernerer Gründe für die Abnahme der Jeschibah werden angegeben, daß die Leute buchstäblich vor Hunger ihren hiesigen Aufenthalt aufgeben müssen, während Tausende Gulden jährlich nach Pälästina von hier und Umgegend wandern, aber arme, wissensdurstige jungeLeute steht man mit Gewisfensruhe ihrer Armuth unterliegen, nur ein einziger Verein besteht, der von den^Bachurim" selbst erhalten wird, und endlich ist den-jungen Leuten jede Gelegenheit, sich in profanen Wissenschaften auszubildcn, genommen." Nun Herr Philippson! Diese Privatmittheilung ist Ihnen wohl wie aus der Seele gesprochen. Sie haben doch endlich wieder einmal Gelegenheit gefunden, in Ihrer ehemals vielgelesenen Zeitung über die hiesige Orthodoxie, resp. über die Person unseres hoch- und allverehrten Herrn Rabbiners zu schelten und gleichzeitig ihren bekannten Aerger über die von hier stets so reichlich für unsere armen Glaubensbrüder in Palästina eingesandten Gelder auf's Neue zu zeigen, wozu Sie hoffentlich recht oft Gelegenheit haben werden. Auf diese Privatmittheilung zu antworten, würde ich gar nicht veranlaßt gewesen sein, denn wer lennt nicht D. Ph. und seine Privatmittheilungen, es geschieht nur aus dem Grunde, um dem Publikum wiederholt zu zeigen, daß die unparteiische All —gemeine wiederum gemein gelogen hat. Ad 1 ist es eine colossale Lüge, daß die hiesige Jeschiba seit Gründung der Berliner Hochschule abgenowmen habe, die hiesige I. hat seit Gründung der israel. Lehrerbildungs-Anstalt dahier abgenommen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die meisten jungen Leute, die früher die I. besuchten, jetzt die L -B.-A. frequentiren (gegenwärtig 21). Ad 2 ist es eine gemeine Lüge, daß die hiesigen Bachurim so sehr der Armuth unterliegen, indem diejenigen, die der Unterstützung bedürfen, von zwei hier bestehenden Vereinen Dibuk-Chaverim und Ez-Chajim — welche Vereine nicht von den Bachurim, sondern von 70—80 hiesigen außerordentlichen Mitgliedern erhalten werden — solche erhalten, und ist den jungen Leuten gute Gelegenheit geboten — was auch stets geschieht — durch Privatunterricht ihren Unterhalt zu schaffen. Von Seiten unseres hochverehrten Herrn Rabbiners werden die Würdigen auch würdig unterstützt. Ad 3 ist es endlich infame Lüge zu behaupten, daß den jungen Leuten jede Gelegenheit zur Ausbildung in den profanen Wissenschaften fehle, indem mehrere Bachurim die Universität besuchen, andere Privatunterricht genießen. Herrn D. Ph. ist es wohl sehr gleichgiltig, ob hier eine Jeschiba besteht, das heißt zu Deutsch, ob hier — oder anderswo — Thora gelernt wird oder nicht, — es ist Ihnen sogar erwünschter nicht, die hiesige Jeschiba ändert, wie Ihre Privatm. sagt, nichts am Weltenlauf, Sie, Herr D., ändern mit Gottes Hilfe auch nichts am Bestehen der hiesigen Jeschiba noch am Laufe der palästinischen Gelder oder sonstigen hiesigen Institutionen und Anstalten, Ihre Rolle ist ausgespielt, denn Sie existiren in der Welt nur noch dem Namen nach. R. Hürden, 21. März. Die hiesige Heimathsgemeinde des dem irdischen Leben so früh entrissenen Dr. Israel Schwarz 's"r, Rabbiner zu Cöln, veranstaltete jüngst eine Gedächtnißfeier in hiesiger Synagoge. Herr Dr. Aaron Cohn, Rabbiner von Jchenhausen, hielt die Trauerrede in einem einstündigen, wahrhaft würdigen und aller Gemüther tief erschütternden Vortroge, wobei eS ihm gelang, dem tiefgebeugten und greisen Vater des Verstorbenen, dem hiesigen Rabbiner Herrn H. Schwarz, balsamischen Trost einzuflößen. SchippenbeU. Dem fünften Rechenschaftsbericht über das israelitische Provinzial-Waisen- Jnstitut für Knaben und Mädchen in -Ostpreußen zu Schippenbeil entnehmen wir: Die Anzahl der in dieser Anstalt aufzunehmenden Kinder konnte trotz der durch die Zeitverhältnisse bedingten Mehrausgabe gleich der im Vorjahre belassen werden Dieselbe zählt wiederum 15 Köpfe und zwar 9 Knaben, 6 Mädchen. Davon wurde ein Knabe nach erreichtem statutenmäßigen Alter entlassen und hat Ausnahme als Lehrling in einer Handlung gefunden, während ein gleichfalls entlassenes Mädchen in der Hauswirth-