Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 16 (1875)
- Issue
- Heft 11 (17.3.1875)
- Date
- 1875-03-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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238 eiazig war er als Lch ihn berief, ihn gesegnet und verherrlichte!" Ja, Abraham war der erste GlaubenSheld, der 'im» v'x, „der einzige Jude" in der ganzen heidnischen Welt nein jdw »hm, „der die Myrthe großgezogen", die Liebe in feinem Busen getragen, ihr auf Erden eine Heimath bereitet, ein Asyl geschaffen! Ein Jude war es in unserer Festgeschichte, der daS Leben des Königs gerettet, als zwei Feinde Hand an ihn legen wollten; er hat dadurch das höchste Verdienst um den Monarchen sich erworben und die künftige Erlösung seines Volkes im Stillen vorbereitet — so war's auch das Judenthum, das den GotteSglauben in der Welt erhalten, den Glauben an das Dasein Gottes gerettet, als diesen, die zwei ewigen Feinde: der Unglaube und der Aberglaube zerstören sollten, und hat so die einstige Erlösung des ganzen Menschengeschlechts befördert, und das schönste Verdienst um die Menschheit sich erworben. — Darum ruft der heil. Gänger: „Lobet Gott, ihr Völker alle, preiset ihn ihr Nationen alle, daß feine Liebe an uns sich verherrlicht, und feine Wahrheit über unS strahlt und leuchtet, Hallelujah!" II. Doch daS Bild zeigt uns auch seine Nachtuad Schattenseite, es treten auch feine mit Blut gefärbten Trauerzüge und Schreckgestalten uns entgegen, und wir erblicken darin Israels Tod- und Erbfeind, als des Königs Günstling, mit der höchsten Macht bekleidet, der fortwährend auf Israels Untergang sinnt, Ränke schmiedet, Rachepläne entwirft — und schon hat er den Mord des ganzen Volkes beschlossen, schon haben die dem Tode Geweihte» mit Weinen, Fasten, Beten und Almosengeben, auf ihr schreckliches Ende sich vorbereitet, als die Königin unerwartet vor dem Könige erscheint, die Rettung ihres Volkes erfleht, so daß durch eine wundervolle Fügung der göttlichen Vorsehung, die Todeswaffe, die der Feind für Israel geschmiedet, sich gegen ihn selbst kehrt und wendet, und ihn selbst tödtet und vernichtet! Erkenne darin, o Israel, deine traurige, mit Blut gezeichnete Leidensgeschichte vergangener finsterer Jahrhunderte wieder, auf deren Blättern leider nichts als Verfolgung zu lesen; erkenne darin den Judenhaß, der so alt als das Judenthum, „der vom Sinai, als naoip stammt" — als giftiger Stachel die himmlische Rose umgeben, und der nicht in einem Haman, der in hunderten und taufenden Hamans in allerlei Gestalten und Farben gegen dich aufstand, mit allen erdenklichen Anklagen dich anschwärzte, mit allen möglichen Waffen dich bekämpfte, mit alle» süßev Schmeichelworten her List und der UeberredungSkunst, wie mit allem bitter» Wermuth der Ironie, des Hohns und des Spotts dich verfolgt, mit allen Gift- und Stachelzungeu der Verleumdung, wie mit allen Flammenzungen prasselnder Scheiterhaufen dich zum Abfalle bringen wollte, mit aller Kälte berechnender Politik, wie mit aller Gluth und Hitze des Fanatismus und der Schwärmerei dich anfiel, solange diese noch das Triebrad waren, die die Welt in Bewegung setzten und die zum Deckmantel feiner Heuchelei ihm dienten, indem er mit Haman sagen konnte: „Mau muß den Juden verfolgen, weil er vor dem Gotte sich nicht bückt, den ein solcher Haman in seinem Herzen trägt. Doch aus all diesen Nöthen hat nur die Himmelstochter, die Religion, uns gerettet, denn nur sie hat am Throne Gottes seine Liebe für uns erweckt, der wieder „die Herzen der Könige, die er wie Wafferströme lenkt, wohin es ihm gefällt", stets zu unseren Gunsten gestimmt, zur Liebe und zum Wohlwollen für uns erweckt! Und nun bewundern wir die göttlichen Zwecke und Absichten, soweit sie für uns erkennbar sind! Auch der Geist der Verfolgung mußte gleich Haman, nach dem höheren Willen des Lenkers unserer Geschicke, wie eS in jener Nacht beschlossen, den Juden, der den Glauben Gottes gerettet, mit der Würde der Gottähnlichkeit bekleidet, an alle Enden und Ecken der Welt hinführen, und vor ihm verkünden: hm „Also geschieht dem Volke, das der Herr als Werkzeug seiner Offenbarung sich erkoren, und daS trotz aller Unterdrückung dennoch ein auSerwählteS Volk sei und bleibe!" aivb -var ruia-in oji, „Auch die Zerstörung bleibe in gutem Andenken", auch sie hat Gutes und Heilsames gefördert, auch sie war eine Schule der Leiden, em Schmelzofen des Elends, in dem Israel von allen Schlacken sich gereinigt und geläutert hat! III. Werfen wir nunmehr noch einen Blick auf unsere Erzählung, so leuchtet sie wieder im vollen Glanze uns entgegen, und ihr herrliches Ende, das mit der traurigen Mitte uns aussöhnt, entspricht ganz dem glanzvollen Anfänge. Denn was wir nun darin erblicken, das ist die Erlösung des Volkes, der glorreiche Sieg des Judenthums, seine Würdigung und Anerkennung, als deren natürliche Ursache wir die feierliche Erklärung der Königin, daß sie dem Judenthume angehöre, ferner: die Anerkennung und Belohnung der großen Verdienste des einen Juden für die Rettung des Königs und