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Der Israelit · 1875-03-17 · Heft 11 (17.3.1875) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 11 (17.3.1875)
Date
1875-03-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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. . AM v C^S , g + g w + "'■V' ■1' 'V ♦’ ’J. JL -V VA1 Ä e i t e st der Ä r t i k e L L Das Buch Esther, ein Leberrshild MraelK. Bon E. Karpeles, Rabbiner in Lofchitz. " „Haman Mußte nur erscheinen', um'ein Denkmal zu bleiben für spätere Geschlechts; denn es heißt; „Und die Purimtage werde;; nicht vergehen'." ' (Mechilta zu 2. B. M. 17.) Es ist bas Buch Esther ein fressendes Lebensbild unseres Volkes, und die Festgeschichte mit ihrem reichen Inhalte, mit ihrem Denk- und. merk-. würdigen Glückswechse^ in ihrer LiD- und Schattenseite entspricht ganz unserer. PolkSgeschichte mit ihrem Wechsel und.Wandel der Geschicke, mit ihren Leiden und Freuden, mit ihrem frohen ynd traurigen Loose, zu allen Zeiten, hei allen Geschlechtern, und rn allen Ländern der Diaspora! Ja,. wir. sollen darin ein treues Lebensgemälde unseres Volkes erblicken, darin ein Leb.ensbisd.Israels vor uns 'sehen, das zur vollen Wahrheit' Und Wirklichkeit geworden, das Leben, Geist und Gestalt angenommen, und das im Laufe der. Seiten sich bewährt und vollendet, worin nicht nur die einstige, herrliche und freudige, sondern auch" hie traurige und unglückliche Vergangenheit Israels sich .abspiegelt, und worin auch seine große und weltbeglückende Zukunft mit getreuen Farben gezeichnet und geschildert wird. „Man lese, haben die Weisen angeordnet, die j Megilla, nicht nicht zurück, nicht ns dp,; nicht auswendig, und nicht crnn, in einer' lieberj setzung!" Lies dieses Buch nicht nur als eine Geschichte der Vergangenheit, sondern auch als eine! der Gegenwart und der Zukunft; sieh darin nicht! nur ein einzelnes Ereigniß, nicht eine einzelne Er-! scheinung im Leben unseres Volkes, sondern ein einziges, zusammenhängendes Ganzes all seiner Ereignisse und Erscheinungen; die Einheit all seiner Begebenheiten; die unauflösliche Kette, die den ganzen Gang seiner Erlebnisse umschließt. Betrachte sie ferner nicht als eine Sage aus dem grauen Alterthume, nicht als ein aus dem Leben entschwundenes, nur dem Grabe vergangener Jahrhunderte entstiegenes Schattenbild, sondern erkenne in ihr die lebendige Wirklichkeit aller Zeiten, das wahre Abbild, der Vor-, Mit- und Nachwelt! Das Erste, was wie im Buche Esther erfahren, ist dir Beschreibung des großen herrlichen Gastmahles des Königs, mit seiner überschwenglichen Lust und Freude, mit seiner noch unübertroffenen Glanz- und Prachtfülle, und dem Thronwechsel der beiden Königinnen, wo die heidnische, unwürdige Königin der frommen Tochter Israels weichen mußte! Dein Bild ist'S, o Israel! Deine erste Vollöwerdung und VPksweihe am Sinai, ruft dieser Zug Dir ins Gedächtniß, der an das goldige Morgenrüth deines Daseins erinnert, wo der Welteüherr mit dem Flammengesetze in seiner Rechten, auf Choreb 'Herabstieg, und dort mit dem himmlischen Manna seiner Lehren, alle Seelen gelabt, alle Herzen erquickt und alle Geister entzückt, und ein Mahl bereitet „für das ganze Volk" — für die ganze Menschheit, „für Groß und Klein'", „für Jung und Alt" — woran noch die spätesten Geschlechter bis an's Ende der Zeiten sich ergötzen werden! Und in immer deutlicheren Umrissen, in immer lebendigerer Farbe tritt dir hier dein Bild, o Israel, entgegen! Zn unserer Festgeschichte heißt es ferner: ''p'm „Am siebenten Tage" — 'vi rmV , „An einem geheiligten und gesegnete« Ruhetage" — ward die eine Unwürdige, „die am Sabbate gesündigt, israelitische Töchter zur Sabbatentweihnnz gezwungen" — vom Throne gestürzt und gerichtet — und die Neuerkorene, die noin, „die Myrthe, das Symbol der Liebe" — darauf erhoben 1 „Auch die Thora, ward an einem Sabbate gegeben, lehrt die Tradition, ja, an einem Sabbate, an dem schon einst der Herr der erschaffenen Welt die Krone der Vollendung aufgesetzt, sein Schöpfungswerk beschloß — da ward abermals eine Welt der Liebe ins Dasein gerufen, da ward das Heidenthum gestürzt, und die Himmelstochter, die Offenbarung, als Weltherrscherin auf den Weltenthron erhoben, die schon lange vorher still und zurückgezogen im Zelte Abrahams gelebt, als verkannt und verbannt, als verlassen und verstoßen auf Erden, nur im 'Hause Abrahams ein Heim gefunden! „Blicket hin, ruft der Prophet, blicket hin auf den Fels, aus dem Ihr gehauen, schauet hin auf den Born, aus dem Ihr entsprossen, blicket hin auf Abraham, Euern Stammvater, und aus Sara, Eure Stammmutter, denn

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