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Der Israelit · 1875-03-17 · Heft 11 (17.3.1875) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
16 (1875)
Issue
Heft 11 (17.3.1875)
Date
1875-03-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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239 endlich die Einsetzung eines ewigen Erlösungsfestes! Erkenne darin, o Israel, deine Zukunft, deren Schleier dieses Bild dir lüftet, erkenne darin den goldigen Morgen der völligen Erlösung, der nach langer Leidensnacht für dich einst anbricht, die Freuden deiner künftigen Geschicke, die herrlichen Loose, die noch im Zeitenfchooße ruhen, und die dich mit allen Leiden der Vergangenheit aussöhnen, alles erlittene Unrecht dir wieder vergüten, alle Verluste dir wieder ersetzen werden. Eine Zukunft, die nur dadurch für dich heranreift, je mehr die Welt es anerkennt und würdigt, daß alle Gotteserkenntuiß vom Judenthume ausgeht, und daß es das große Verdienst hat, diesen Schatz der Welt erhalten und mitgetheilt ru haben, je mehr Recht, Wahrheit und Liebe, die das Gotteswort ausstrahlt, zum Siege gelangen und die Welt beglücken und erfreuen, denn im ganzen Buche Esther finden wir nicht einmal den Namen Gottes erwähnt — hingegen ist darin beständig von den I e h u d i m, die Rede! Ein tiefer Wink, daß die Sache der Gottheit mit der Sache des Judenthums eins ist. der Sieg alles Göttlichen auf Erden vom Siege des Judenthums abhänge. Ja, eine Zukunft endlich, in der auch deine Sendung mit einer Fest- und Wonnezeit der ganzen Menschheit schließt und endet: „Da der Weltenherr ein großes köstliches Mahl bereitet auf seinem heiligen Berge" — „der hocherhaben über alle Berge, hervorragend über alle Hügel, und zu ihm strömen alle Völker und wallen alle Nationen, und sagen: „Auf laßt uns wandeln im Lichte Gottes, daß er uns lehre seine Wege, denn von Zion geht die Lehre aus und Gottes Wort von Jerusalem!" Zeitungsnachrichten und Correfpo«den;en. Deutschland. Kltzinge«, 11. März. Geehrter Herr Redakteur! Die von öffentlichen Blättern gebrachte und in Nr. 10 des „Israelit" übergangene Nachricht, daß von der Gemeinde Marktbreit das Ansinnen an mich gestellt worden sei, die Gebete auf urvtPD nN’3 abzubringen, beruht auf Unwahrheit. ES ist ein solches Ansinnen nie an mich gestellt worden, was in Ihrem gesch. Blatte zu berichtigen ich Sie hiermit höflichst ersuche. Mit größter Hochachtung Adler, Districts-Rabbiner. Berlin, 12. März. In Folge der in der jüngsten Nummer Ihrer Zeitung aus Berlin datirten Correspondenz, sehen wir uns zu folgender Berichtigung veranlaßt, der Sie gefall. Aufnahme geben wollen. 1) Die Gemeinde „Schochare hattob" verfolgt! keine andere Tendenz, als die der Humanität, wirkt aber in religiöser Hinsicht vermittelnd und versöhnend. Dieselbe ist weit davon entfernt sich aufzulösen oder zu verringern, vielmehr ist diese Letztere in stetem Aufschwung begriffen und wird baldigst in den Besitz einer neuen großen Synagoge gelangen. 2) Die Beamten der Gemeinde, Herr Rabbiner Dr. Nascher sowohl, als auch der Borbeter befriedigen in höchstem Maaße und in jeder Hinsicht die Mitglieder unserer Gemeinde und Synagoge. 3) Die Gemeinde „Schochare hattob" verfügt nicht nur über bedeutende Einnahmen, sondern auch über ein aus Schenkungen gebildetes Vermögen, so daß auch die finanziellen Verhältnisse in einem ganz normalen Zustande sich befinden. Es zeichnet mit Hochachtung der Vorstand der Gemeinde „Schochare Hattob" Der Vorsitzende. I. V.: M. Marcus. Berlin. Das Gesetz über die Verhältniffe der Synagogen-Gemeinden wird dem Landtage erst in der nächsten Session vorgelegt werden; dasselbe wird die Beziehungen der Mitglieder zu den Gemeinden, beziehungsweise den Austritt aus denselben regeln. Der CultuSminister beabsichtigt, Männer aus den betheiligten Kreisen über diese Frage zu hören. Wiesbaden, 12. März. Dem „Rheinischen Kurier" schreibt man: „Wie wir hören, soll das Judenbad zu Friedberg in der Wetterau verkauft werden und Herr Gustav Dieffeubach daselbst hiermit beauftragt sein. Wer dieses merkwürdige, reich ornamentirte Bauwerk, eine Perle des UebergangSstyles, aus eigener Anschauung oder aus der Darstellung desselben in den „Denkmälern deutscher Baukunst", Darmstadt l856, kennt, wird mit unS übereinstimmen, daß keines der bekannten Judenbäder dieses an Jntereffe und architektonischer Schönheit übertrifft und nur das in Speyer ihm hierin gleichkommt, er wird mit uns lebhaft wünschen, daß dasselbe durch den Uebergang in andere Hände nicht Schaden leiden möge. Weun wir sehen, wie viel von den Christen für die Erhaltung ihrer kirchlichen Denkmäler geschieht, so liegt es nahe zu hoffen, daß auch die israelitischen Religionsverwandten, oder ein einzelner mit Glücksgüteru Gesegneter derselben eintreten für die Erhaltung eines mit ihrem Cultus und selbst räumlich mit ihren Synagogen so nahe verbundenen Denkmals, zumal da für dessen Restauration kein dringendes Bedürfniß vorliegt und der dafür mit der darüber gelegenen Hoftaithe gefetzte Preis 3000 Mark nicht erreichen soll."

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